Markt

Fresenius Konferenz über “The Essence of Aseptic Filling“

14.12.2007

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Einen Tag vor der Brau Beviale 2007 trafen sich über 70 Experten der Getränkeindustrie aus 22 Ländern auf der internationalen Fresenius-Konferenz „The Essence of Aseptic Filling” in Nürnberg. Wissenschaftler, Berater und Firmenvertreter berichteten von ihren Erfahrungen mit unterschiedlichen Methoden aseptischer Abfüllung und sprachen über innovative Technologien.

Tetra Pak brachte 1961 den ersten aseptischen Getränkekarton auf den Markt, was den Vertrieb von Milch revolutionierte. Fast 30 Jahre später, 1989, krönte das Institute of Food Technologists (IFT) die zehn wichtigsten Innovationen im Bereich Food Science der vergangenen 50 Jahre. Aseptische Verarbeitung und Verpackung kam auf Platz eins, vor Saftkonzentraten, Gefriertrocknen – und sogar der Mikrowelle. Auch heute bleibt die aseptische Verarbeitung eine der größten Herausforderungen der Lebensmittel- und Getränkeindustrie.

Faktoren und Effekte, die die Abfüllung beeinflussen, müssen bekannt sein und ihre Auswirkungen müssen minimiert werden, um wiederholbare und vergleichbare Ergebnisse zu erhalten, forderte Andreas Wilken (SGS Institut Fresenius). Allerdings fehle es in der europäischen Getränkeindustrie in einigen Bereichen noch an klaren Leitlinien und Spezifikationen für eine mikrobiologische Validierung. Dieser Status sei vergleichbar mit der Situation in der pharmazeutischen Industrie in den 90er-Jahren.

Laut Andreas Zahn (Krones) ist die durchschnittliche Ausfallzeit aufgrund einer Störung bei aseptischen Abfüllanlagen wesentlich höher als bei konventionellen. Bei einer gleichen Anzahl von Unterbrechungen pro Stunde läge die Funktionsfähigkeit konventioneller Anlagen bei 90 % im Vergleich zu 60 % bei aseptischen Anlagen. Die Dauer der Unterbrechungen könne verkürzt werden und – was noch wichtiger sei – die Zahl der Ereignisse müsse verringert werden. Das könne nur durch effizientere, präventive Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten erreicht werden. Eine Zusammenarbeit zwischen Abfüller und Lieferant der Abfüllanlage dürfe zu einer angemessenen Reduktion der Ausfallzeiten führen.

Dr. Jens Meyer (Sartorius Stedim Biotech) berichtete über die Anwendung verschiedener Filtersysteme: Tiefenfilter erzielten Rückhalteraten von nahezu 100 %, aber die Verunreinigung durch luftgetragene Keime sei nicht völlig auszuschließen. Nur Membranfilter garantierten 100-%ige Sterilität des Filtrats, und im Gegensatz zu Tiefenfiltern könne ein Filterintegritätstest angewendet werden.

Carlos Serrano (Norbega) und Monica Melloni (Procomac) referierten über umfassende Versuche ihrer Unternehmen, Flaschendesign und Sterilisationsparameter mit dem Coca-Cola Validierungsprotokoll aufeinander abzustimmen, um das Einschrumpfen der Flaschen zu regulieren, einen einheitlichen Headspace zu erhalten und ein individuelles, leichtgewichtiges Flaschendesign zu ermöglichen. Der Wechsel von der Heißabfüllung zur aseptischen Abfüllung ermöglichte Norbega ein ansprechenderes Flaschendesign für die gesamte Bandbreite stiller Produkte. Darüber hinaus hätte die Einführung nassaseptischer Technologie mit Peressigsäure Norbega in die Lage versetzt, neue Produkte auf den Markt zu bringen, die auf mit Heißabfüllung nicht herzustellen wären.

Die Tagungsunterlagen mit den Skripten aller Vorträge der Fresenius Fachtagung sind zum Preis von 250,- Euro zzgl. MwSt. bei der Akademie Fresenius erhältlich.

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