Offline-Lösung zur effizienten Kennzeichnung

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05.03.2011 Die gesetzlichen Regelungen und die Anforderungen an die Kennzeichnung von pharmazeutischen Produkten werden immer strenger – Der Pharma-Auftragshersteller Meda Manufacturing installierte jüngst im Kölner Werk die erste Printmaschine des Typs KPM.

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Entscheider-Facts Für Anwender


  • Vor dem Hintergrund gesetzlicher Regularien und um den wachsenden Anforderungen bereits jetzt optimal gerecht werden zu können, hat sich Meda Manufacturing für eine Kennzeichnungsmaschine des Typs KPM-200 entschieden.
  • Neben dem geringen Platzbedarf war sicherlich ihr hohes Maß an Flexibilität bzw. Codierungsvariabilität ein wichtiges Kriterium der Entscheidungsfindung.
  • Die Basisversion lässt sich insbesondere durch die freie Wählbarkeit des Kennzeichnungssystems und des Bild- bzw. Datenverarbeitungsprogramms variieren.
  • Da die KPM-200 den entsprechenden Codierungsbedarf aller Linien vollständig abdeckt, wird darüber hinaus die hohe Produktionsgeschwindigkeit der Maschine voll ausgenutzt.

Meda Manufacturing ist eine Tochterfirma der schwedischen Meda AB, die mit insgesamt 2.700 Mitarbeitern weltweit in rund 50 Ländern vertreten ist. Als renommierter Auftragshersteller sowohl für Gesellschaften innerhalb des eigenen Konzerns als auch für andere Unternehmen der Pharmabranche im In-und Ausland sieht sich Meda Manufacturing zum Erfüllen der speziellen Anforderungen hinsichtlich der Kennzeichnung von Verpackungen immer komplexeren Aufgabenstellungen gegenüber. Insbesondere im internationalen Geschäft gab es in der jüngeren Vergangenheit konkrete gesetzgeberische Veränderungen zum Beispiel hinsichtlich des Datamatrix-Codes.

So haben sich unlängst die Türkei und Frankreich auf die Einführung eines 2D-Codes auf Faltschachteln festgelegt. Darüber hinaus hat das Europäische Parlament am 16. Februar 2011 eine vorab zwischen Kommission, Rat und Parlament verhandelte Richtlinie zur Verhinderung von Arzneimittelfälschungen gebilligt. Nach gründlichen Diskussionen auch in den Verbänden und einer entsprechenden Übergangszeit wird allerdings mit einem verbindlichen Gesetz vermutlich nicht vor 2015 zu rechnen sein. Sollte der 2D-Code einheitlich vorgeschrieben werden, geht die EU von einem Investitionsbedarf von rund 8 bis 10 Mrd. Euro für die gesamte Pharmabranche aus.
Vor diesem Hintergrund und um den wachsenden Anforderungen bereits jetzt optimal gerecht werden zu können, hat sich Meda Manufacturing für eine Kennzeichnungsmaschine des Typs KPM-200 von Koch Pac-Systeme entschieden. Das Kennzeichnungsgerät wird zum Thermo-Inkjet-Bedrucken von Faltschachteln eingesetzt.
Als Alternative war zu Beginn der Planung eine Inline-Ausrüstung der Verpackungslinien diskutiert worden. Diese Überlegung wurde jedoch aus mehreren Gründen verworfen. Ihr standen nicht nur ein deutlich höheres Investitionsvolumen, sondern auch der zusätzliche Platzbedarf und ein zu erwartender Effizienzverlust an den insgesamt neun Primärverpackungslinien entgegen.

Platzersparnis bei hoher Flexibilität

Die Lösung bot eine Offline-Konfiguration. Die KPM-200, die lediglich 5.800 x 1.700 x 2.200 mm (L x B x H) Platz beansprucht, wurde schließlich im Dezember 2010 in Betrieb genommen und stellt die erste Anlage ihrer Art dar. Sie ist bei Meda in einem separaten Raum untergebracht, wobei die zu kennzeichnenden Faltschachtelzuschnitte je nach Bedarf auf Paletten angefahren werden.

Neben dem geringen Platzbedarf war sicherlich ihr hohes Maß an Flexibilität bzw. Codierungsvariabilität ein wichtiges Kriterium der Entscheidungsfindung. Die Basisversion lässt sich insbesondere durch die freie Wählbarkeit des Kennzeichnungssystems und des Bild- bzw. Datenverarbeitungsprogramms variieren. Das in Köln installierte Modell verfügt über eine universelle Ausstattung mit zahlreichen Optionen.
Eines der wesentlichsten technischen Merkmale der im GMP-gerechten Design und in Balkonbauweise konstruierten Anlage ist außer ihrer hohen Transportgeschwindigkeit von maximal 52 m/min und der daraus resultierenden bemerkenswerten Leistung von 200 Produkten/min bei einer Standardteilung von 260 mm . Hinzu kommt die zeit- und kostensparende automatische Formateinstellung, eine spezielle Eigenentwicklung des Herstellers. Meda nutzt die komfortable Umrüstmöglichkeit im Bereich von 45 x 60 mm bis maximal 200 x 400 mm(L x B). Da die KPM-200 den entsprechenden Codierungsbedarf aller Linien vollständig abdeckt, wird darüber hinaus die hohe Produktionsgeschwindigkeit der Maschine voll ausgenutzt.
Die Faltschachteln werden über ein hinsichtlich ihrer Länge anpassbares Horizontalmagazin zugeführt, durch einen Reibanleger vereinzelt und in einer Ausrichtstrecke mit Nockentransportband exakt positioniert. Anschließend erfolgt via Kamera-Inspektion eine Produktkontrolle durch Abfragen des Pharmacodes. Durch eine zweite Kamera, die sich unterhalb des Bandes befindet, kann der Code gegebenenfalls auch von der anderen Seite eingelesen werden.

Beidseitiges Bedrucken möglich

Mithilfe eines Vakuum-Oberläuferbands und eines dreibahnigen Vakuum-Transportbands, das in der Breite verstellt werden kann, gelangen die Faltschachteln zur Drucksektion, dem Kernstück der Anlage. Als Kennzeichnungssystem bedient sich Meda eines Thermo-Inkjet-Aggregats, das einige bemerkenswerte Besonderheiten aufweist. Das mit HP-Patronen bestückte System arbeitet mit vier Druckköpfen, die verfahrbar sind und auf diese Weise kaskadenförmig angeordnet werden können. Mit ihm lässt sich auch ein beidseitiges Kennzeichnen sowie ein Drucken quer zur Produktbreite bis zu2 “ realisieren.

Im Wege eines zweiseitigen Bedruckens, das in zwei Durchläufen erfolgt, können insbesondere bei kleinen Faltschachteln Layoutprobleme, die durch zusätzlichen Kennzeichnungsbedarf entstehen, gelöst werden. Dabei ist es möglich, Serialisierungselemente auf beiden Seiten unterzubringen; dies bietet eine größtmögliche Flexibilität. Der im ersten Durchlauf aufgedruckte Code wird dabei von einer dritten Kamera eingelesen, die unterhalb des Bandes angebracht ist.
Die Integrität der im Code enthaltenen Seriennummer wird durch ein Bild- und Datenverarbeitungssystem geprüft und in Folge als Klartext auf die andere Seite gedruckt. Im Sinne einer technischen Validierung vergleicht eine weitere, ebenfalls unter dem Band positionierte Kamera abschließend die Seriennummer des Codes mit derjenigen des Klartextes.

Druck- und Bildverarbeitungssystem wählbar

Ferner wird mit dem Bildverarbeitungssystem, das je nach Kundenwunsch auch von einem anderen Anbieter stammen kann, geprüft, ob die Druckqualität dem geforderten Grading entspricht. Durch die optimale Produktführung und den Thermo-Inkjet-Drucker wird bei dem Kölner Pharma-Lohnhersteller ein Grading in den Stufen A und B erreicht, wobei allen derzeitigen Anforderungen auf sichere Weise entsprochen wird.

Auch hinsichtlich des Kennzeichnungssystems hat der Anwender die freie Wahl. Integrieren lassen sich auch alternative Tintenstrahl- und Thermotransferdrucker, Drop-on-demand- und Laserkennzeichnungssysteme sowie Etikettierer. Dementsprechend können alle erdenklichen Codes, Texte, Zahlen und auch Logos realisiert werden.
Produkte, die den Qualitätskriterien nicht genügen, werden über eine Ausschleusungsstrecke aussortiert. Alle korrekt bedruckten Faltschachteln werden über ein rechtwinklig angebautes Austrageband einem Produktaufstell- und Gruppiersystem zugeführt.

Positive Praxiserfahrungen

Mathias Schäfer, Leiter Betriebstechnik bei Meda Manufacturing, äußert sich nach den bisherigen praktischen Erfahrungen mit der KPM-200 sehr zufrieden über die Arbeitsergebnisse. Erste Produktionsaufträge seien problemlos verlaufen. Es habe sich gezeigt, dass sich die Stand-alone-Konstellation wie erwartet mit einem deutlich höheren Wirkungsgrad betreiben lasse. Ferner lobt er die professionelle Atmosphäre, in die das Projekt eingebettet war und die es ermöglichte, kreative und innovative Lösungen zu erarbeiten. Er denke, dass die Offline-Kennzeichnungsmaschine eine gute Basis darstellt, um flexibel auf alle derzeit diskutierten Anforderungsmodelle reagieren zu können.

Interpack 2011 Halle 11 – C 04

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Heftausgabe: Mai 2011

Über den Autor

Bernd Neumann , freier Fachjournalist
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