Tablettencoaten neu definiert

Glatt stellt neuen Coater GCC vor

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04.08.2015 Turbulenz ist der Feind des gleichmäßigen Coatings. An der Luftführung hängt beim Tablettencoating nicht nur die Qualität des Überzugs, sondern auch die Prozessdauer, die Sauberkeit der Trommel und des Sprüharms sowie Flexibilität der Maschine.

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Entscheider-Facts


für Tablettenhersteller
  • Der zur Achema vorgestellte Trommelcoater GCC verfügt über eine neuartige Luftführung und einen längeren und aufgeräumten Sprüharm, der per Laser-Abstandsmessung während des Prozesses automatisch positioniert wird.
  • Die Coatingzeit lässt sich um bis zu 30 Prozent reduzieren
  • Der Coater kann mit einer Befüllmenge ab 10 % betrieben werden.

Der Pharma-Maschinenspezialist Glatt hat auf der Achema einen neuen Trommelcoater vorgestellt, bei dem nicht nur die Luftführung ganz neu gedacht wurde: Auch Containment, Reinigung und hohe Flexibilität bei der Chargengröße gehörten zu den Entwicklungszielen.

Als ältestes Verfahren zur Beschichtung und Veredelung von Arzneiwirkstoffen ist das Trommelcoating ein echter Klassiker. Tabletten, Kapseln oder sehr große Pellets werden in Trommelcoatern mit Zuckerüberzügen, Lacken und sogar Wirkstoffen überzogen. Die Schicht um die Tablette hat entscheidenden Einfluss auf die Wirkstofffreisetzung. Das Coating erleichtert dem Patienten außerdem die Einnahme und auch ein unangenehmer Geschmack des Wirkstoffs lässt sich durch Coating maskieren.

In den vergangenen Jahren zielte die Weiterentwicklung bestehender Trommelcoater vor allem darauf, einzelne Aspekte wie das Handling für den Bediener zu vereinfachen, die Steuerung auf den neuesten Stand zu bringen oder die Reinigungseigenschaften zu verbessern. „Auch wir standen vor der Überlegung, ob wir unsere bestehenden Maschinen – darunter der Coater GC Smart – weiter verbessern wollen“, sagt Pascal Moritz, Geschäftsführer der Schweizer Glatt AG – einem Tochterunternehmen des Pharmamaschinen-Spezialisten Glatt aus dem südbadischen Binzen. „Wir haben uns entschieden, eine komplett neue Maschine zu konstruieren, weil erst im Zusammenspiel der verschiedenen verbesserten und neuen Funktionen ein Quantensprung erreicht wird“, erläutert Moritz die Überlegung, die zur Entwicklung des auf der Achema erstmals vorgestellten Coaters GCC führte. „Unser Ziel lautete, den Coatingprozess schneller und besser zu machen“, ergänzt Dr. Jochen Thies, Entwicklungsleiter bei Glatt.

Die wichtigsten Verfahrensschritte beim Filmcoating sind Sprühen, Trocknen und Mischen. Daneben werden Aspekte des Containments, der Reinigung und der Handhabung für die Prozessbetreiber immer wichtiger. Um die Leistung zu erhöhen, wurde die Trommel des GCC gegenüber dem Vorgängermodell GC Smart etwas verlängert. „Das schafft Platz für ein bis zwei zusätzliche Düsen“, konkretisiert Thies. Um bis zu 30 Prozent soll dadurch die Coatingzeit sinken. Doch eine höhere Sprühleistung erfordert gleichzeitig auch mehr Luft, um die im Sprühlack enthaltene Flüssigkeit abzuführen. Und mit „viel hilft viel“ ist es hier nicht getan. Denn die Kunst besteht darin, überall in der voll perforierten Trommel des Coaters dieselben, laminaren Strömungsverhältnisse einzustellen, um eine gleichmäßige Sprühbeschichtung und Trocknung zu erreichen. Sonst kann es vorkommen, dass Tabletten nicht nur ungleichmäßig beschichtet werden, sondern auch miteinander verkleben.

Heftausgabe: August 2015
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Armin Scheuermann, Chefredakteur von CHEMIE TECHNIK und Pharma+Food

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Armin Scheuermann, Chefredakteur von CHEMIE TECHNIK und Pharma+Food
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