Geprüft und für gut befunden

Höchste Anforderungen an Wasser für den menschlichen Gebrauch und an seinen Transport

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16.02.2009 Das Medium Wasser ist für die Lebensmittelindustrie von großer Bedeutung – als Bestandteil von Lebensmitteln, als Prozesswasser und als Reinigungswasser. Wasser, das für den menschlichen Gebrauch bestimmt ist, unterliegt den strengen Richtlinien der Trinkwasserverordnung. Diese umfassen auch seinen Transport. Daraus ergeben sich für Schläuche und Schlauchleitungen ganz bestimmte Anforderungen. Das DVGW-Prüfkennzeichen gibt Auskunft darüber, ob ein Schlauch diese Anforderungen erfüllt und somit für den Transport von Trinkwasser zugelassen ist.

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Entscheider-Facts

  • Der Transport von Wasser, das für den menschlichen Gebrauch bestimmt ist, unterliegt den strengen Richtlinien der Trinkwasserverordnung.
  • Eine der anerkannten technischen Regeln für den Transport von Wasser ist die DIN 2000. Sie beinhaltet die Leitlinien für die zentrale Trinkwasserversorgung.
  • Darüber hinaus müssen das DVGW-Arbeitsblatt W270 und die KTW-Leitlinie des Umweltbundesamtes (UBA) berücksichtigt werden.
  • Mit der KTW-Leitlinie Kategorie A – früher Rohre – gelten für Schlauchleitungen die strengsten Hygiene-Anforderungen.
  • Der Schlauch Aquapal besitzt das DVGW-Prüfkennzeichen und ist für den Transport von Trinkwasser zugelassen.

Auf jeder einzelnen Stufe der Produktion und Verarbeitung von Lebensmitteln spielt Wasser eine bedeutende Rolle. Und dieses Wasser – einschließlich des Wassers, das für die Reinigung von Maschinen- und Anlageneinheiten verwendet wird – muss stets rein und gesundheitlich unbedenklich sein. Das ist in der Trinkwasser-Verordnung (TrinkwV 2001) der Europäischen Union festgelegt, die seit 2003 in Deutschland in Kraft ist. Ebenso unterliegt der Transport von Wasser, das für den menschlichen Gebrauch bestimmt ist, den strengen Richtlinien der Trinkwasserverordnung.

Als Bauteil bei den heutigen Trinkwasser-Installationen haben Schläuche und Schlauchleitungen eine große Bedeutung. Denn sie werden immer dann eingesetzt, wenn sich eine Festinstallation für unbestimmte Zeit nicht lohnt oder technisch nicht machbar ist. Darüber hinaus sind Wasserschläuche für die Reinigung von Maschinen- und Anlageneinheiten unverzichtbar. Aus diesem Grund beschäftigt sich ein nicht geringer Teil der Trinkwasserverordnung mit dem Schlauchmaterial. So ist genau festgehalten, welche Werkstoffe für die Neueinrichtung und Instandhaltung sowie den Betrieb von Anlagen zur Verteilung von Wasser benutzt werden dürfen. Diese dürfen nach §17, Abs.1 die menschliche Gesundheit weder unmittelbar oder mittelbar mindern noch den Geruch oder den Geschmack des Wassers verändern. Darüber hinaus dürfen sie in Kontakt mit Wasser Stoffe nicht in höheren Konzentrationen abgeben als nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik unvermeidbar ist.

Schlauchmaterial muss den Regeln der Technik entsprechen

Eine dieser anerkannten technischen Regeln für den Transport von Wasser ist die DIN 2000. Sie beinhaltet die Leitlinien für die zentrale Trinkwasserversorgung und legt fest, dass für die Anlagenteile, die mit dem Wasser in Berührung kommen, nur solche Bau- und Werkstoffe, Anstrichstoffe, Dichtungen usw. zu verwenden sind, die auf die Beschaffenheit des Trinkwassers keinen nachteiligen Einfluss haben. Darüber hinaus müssen das DVGW-Arbeitsblatt W270 und die KTW-Leitlinie des Umweltbundesamtes (UBA) berücksichtigt werden. Die Abkürzung KTW steht für Kunststoffe im Kontakt mit Trinkwasser. Mit der KTW-Leitlinie Kategorie A – früher Rohre – gelten für Schlauchleitungen die strengsten Hygiene-Anforderungen.

Bei den Prüfungen gemäß der KTW-Leitlinie Kategorie A werden Schlauchleitungen für den zeitweiligen Transport von Trinkwasser und Armaturen in sensorischen Untersuchungen auf Geruchs- genauso wie Geschmacksveränderungen begutachtet. Bei der Prüfung des Materials nach dem DVGW-Arbeitsblatt W270 werden die Werkstoffe und Produkte, die im Trinkwasserbereich verwendet werden, auf mikrobielle Unbedenklichkeit untersucht. Darüber hinaus wird ermittelt, ob es durch die Werkstoffe bei längerem Kontakt mit Trinkwasser zu einer Vermehrung von Mikroorganismen kommt. Erfolgten die Prüfungen nach diesem Arbeitsblatt bei Schläuchen aus Verbundwerkstoffen früher an Plattenmustern, müssen diese jetzt am fertigen Produkt erfolgen.

Unterschiedliche Prüfgrundlagen für unterschiedliche Einsatzbedingungen

Die genauen hygienischen und mechanischen Anforderungen und Prüfungen für die druckfesten flexiblen Schlauchleitungen für Trinkwasser-Installationen sind in der DVGW-Prüfgrundlage W543 niedergelegt. Die Prüfgrundlagen für Schlauchleitungen im temporären und mobilen Einsatz sind in den DVGW-Prüfgrundlagen VP549 (Schläuche) und VP550 (Armaturen) festgeschrieben. Die unterschiedlichen Prüfgrundlagen resultieren aus den unterschiedlichen Einsatzbedingungen der Schläuche. Schlauchleitungen für den zeitweiligen Transport von Trinkwasser werden häufig auch im Freien eingesetzt – zum Beispiel auf Volksfesten. Hier können sie von Fahrzeugen überfahren werden und sind Sonneneinstrahlung oder großen Temperaturschwankungen ausgesetzt.

Dementsprechend müssen die Schläuche für den mobilen Einsatz nach DVGW-Prüfgrundlagen VP549 beständig sein gegenüber Kälte und Druck sowie gegenüber den im DVGW-Arbeitsblatt W291 aufgelisteten Reinigungs- und Desinfektionsmitteln. Denn würde die Schlauchinnenschicht durch solche Mittel angegriffen, kann dies zu einer Migration von Mischungsbestandteilen und somit zu einer Beeinträchtigung der Trinkwasserqualität führen. Darüber hinaus ist gefordert, dass Trinkwasserschläuche einen Temperaturbereich von -20 bis 65°C aushalten müssen – wenngleich die VP549 den Begriff Trinkwasser als Kaltwasser definiert.

Nicht jeder Schlauch ist einTrinkwasserschlauch

Nur solche Wasserschläuche, die im Auftrag des DVGW von zugelassenen Prüfstellen geprüft und wie der Aquapal mit einem entsprechenden Prüfzeichen gekennzeichnet sind, sind auch für den Transport von Trinkwasser zugelassen. Lebensmittelschläuche dagegen sind keine Trinkwasserschläuche. Denn die geltenden Vorschriften für Lebensmittel unterscheiden sich grundlegend von denen für Trinkwasser.

 

Heftausgabe: Februar-März 2009
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Stephan Renz , Technischer Berater

Über den Autor

Stephan Renz , Technischer Berater

Stephan Renz , Technischer Berater

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