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Höchste Sicherheitsmaßstäbe für die Abwassersterilisation

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10.03.2008 In vielen Produktions- und Forschungs-einrichtungen fallen täglich infektiöse bzw. gentechnisch belastete Abwässer an. Diese (Prozess-)Abwässermüssen sicher und dokumentiert behandelt werden, um Gefährdungen von Personen und der Umweltausschließen zu können.

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In der Europäischen Norm EN 12461 „Biotechnikverfahren in Großmaßstab und Produktion – Leitfaden zur Handhabung, Inaktivierung von Abfall“ werden verschiedene Verfahren zur Behandlung von Abfällen evaluiert. Für flüssige sowie für feste Abfälle wird die Hitzebehandlung empfohlen. Es gilt, dass die Freisetzung lebensfähiger Mikroorganismen der Sicherheitsstufe 2 minimiert werden soll. Von der Sicherheitsstufe 3 ab muss die Freisetzung jeglicher lebensfähiger Mikroorganismen sicher verhindert werden.

Kontinuierliche Sterilisationhat Vorteile

Prinzipiell sind zwei Behandlungsverfahren denkbar: die Chargensterilisation und die kontinuierliche Sterilisation. Die kontinuierliche Sterilisation bringt deutliche Vorteile auf der Kosten- und Praktikabilitätsseite. Die Medister-Abwassersterilisationsgeräte arbeiten kontinuierlich im Durchflussverfahren. Dabei werden die anfallenden Flüssigkeiten in einem Arbeitstank gesammelt. Ist dort ein vordefiniertes Füllniveau erreicht, beginnt das Sterilisationsgerät Medister560, vollautomatisch die Flüssigkeiten abzuarbeiten. Zur Füllstandmessung dienen zwei im Auslauf des Arbeitstanks eingebaute Messgeräte. Als zusätzliche Sicherheitseinrichtung ist eine unabhängig arbeitende Niveausonde installiert. Um Sedimentationen im Arbeitstank zu verhindern, wird die Flüssigkeit mit einer Pumpe umgewälzt.

Bis die Sterilisationstemperatur erreicht ist, arbeitet das Gerät im Bypass- und anschließend im Durchlaufbetrieb. Die Flüssigkeit wird dabei zunächst durch einen Wärmeübertrager geleitet und anschließend im Erhitzer auf Sterilisationstemperatur gebracht. Die zertifizierte Programmversion arbeitet mit einer Haltezeit von 2min und einer Temperatur von 140°C. Die Haltezeit wird einerseits durch das vorgegebene Volumen der Halteschlange und andererseits durch die gewählte Durchflussmenge bestimmt. Die Temperaturmessung am Ende des Erhitzens erfolgt schließlich mit zwei voneinander unabhängigen Sensoren.
Nach der Sterilisation wird die nunmehr sterile Flüssigkeit im Wärmeübertrager abgekühlt und in den Kanal abgelassen. Eine speziell überwachte Ventilkombination stellt sicher, dass kein kontaminiertes Abwasser an die Umwelt abgegeben wird.

Höchstes Augenmerk auf Sicherheit

Bei der Anlagenkonzeption wurde höchstes Augenmerk auf die Sicherheit gelegt. Daher sind alle sicherheitsrelevanten Sensoren redundant ausgeführt. Die Steuerung stellt einen vollautomatisch überwachten Betrieb sicher. Der speziell konstruierte Wärmeübertrager bringt besondere Sicherheitsvorzüge: Durch vollständigen Verzicht auf Schweißverbindungen sowie eine durchgängige Rohrtrennung zwischen Rein- und Unreinseite kann eine Rückkontamination des sterilisierten Abwassers vollkommen ausgeschlossen werden. Gleichzeitig erfolgt eine Rückgewinnung der eingesetzten Primärenergie von maximal 85%. Das Gerät und der Tank werden auf einer Auffangwanne platziert, die mit einem Feuchtigkeitssensor ausgestattet ist, um Flüssigkeitsaustritte sofort erkennen zu können. Als zweite Sicherheitsstufe kann bei Bedarf noch ein Sammeltank zur Kontrolle des sterilisierten Abwassers vorgesehen werden.

Das Abwassersterilisationsgerät verfügt über ein vollautomatisches Reinigungsprogramm, wobei das System mit basischen und sauren Reinigungslösungen frei von Verschmutzungen und Ablagerungen gehalten wird. Zusätzlich steht die abschnittsweise Dekontamination der Anlagenkomponenten mit Dampf zur Verfügung.
Die Bedienung des Abwassersterilisationsgeräts erfolgt über ein berührungssensitives Display, das auch Auskunft über den jeweiligen Betriebszustand gibt. Auf Wunsch ist es möglich, ein zweites Bedien-Terminal außerhalb des Risikobereichs vorzusehen. Ein elektronischer Bildschirmschreiber dokumentiert den Temperatur- und Druckverlauf während der gesamten Sterilisation. Die Messdaten werden elektronisch gespeichert und können einfach auf einen PC übertragen werden.
Das Gerät Medister 560–100 ist auf einen Durchsatz von 100l/h ausgelegt, der Standard-Arbeitstank fasst 640l. Höhere Durchsatzleistungen, etwa 1000l/h, und andere Tankgrößen werden individuell realisiert. Das Abwassersterilisationsgerät ist ein Druckgerät niedrigster Klasse und erfordert für den Betrieb keine Kesselwärterprüfung. Gleichzeitig sind periodische Überprüfungen durch externe Überwachungseinrichtungen nicht nötig.
Das Durchfluss-Sterilisationsverfahren besitzt das Wirkungsspektrum A,B,C,D. Keime der Resistenzstufen I bis VI werden abgetötet (Referenzkeim: Bacillus stearothermophilus; Keimreduktionsrate >8log10-Stufen).

Der Einsatz von qualitativ hochwertigen Komponenten in Verbindung mit einem durchdachten Anlagendesign bietet maximale Arbeits- und Betriebssicherheit. Somit können Stehzeiten bestmöglich verhindert werden.

Die kontinuierliche Sterilisation bringt deutliche Vorteile auf der Kosten- und Praktikabilitätsseite
Die Abwassersterilisationsgeräte der Baureihe Medister arbeiten kontinuierlich im Durchflussverfahren

Heftausgabe: März 2008
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Roland Katschnig , Leiter Vertrieb & Marketing Meteka

Über den Autor

Roland Katschnig , Leiter Vertrieb & Marketing Meteka

Roland Katschnig , Leiter Vertrieb & Marketing Meteka

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