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21.02.2014 Schlauchleitungen sorgen für Flexibilität: Überall dort, wo Betreiber flexible konstruktive oder zeitlich befristete Verbindungen für das sichere Durchleiten von Flüssigkeiten, Gasen oder festen Stoffen benötigen, sind sie unverzichtbar.

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Entscheider-Facts für Betreiber

  • Durch das ungeeignete und unsachgemäße Einbinden der Armaturen kann es zu Hygieneproblemen im Betrieb kommen.
  • Befinden sich in einem Schlauchsystem Toträume, entstehen Schmutznester, die beim Reinigen unter Umständen nicht ausreichend zu spülen und desinfizieren sind.
  • Um dies auszuschließen, sind für das Befestigen von Lebensmittelschläuchen nur Press- oder Schalenfassungen sowie einvulkanisierte Schlaucharmaturen zulässig.

Schlauchleitungen, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, müssen so beschaffen sein, dass von ihnen keine nachteilige Beeinflussung des Mediums ausgeht. Das gilt sowohl für den Schlauch als auch für die Armatur, die gemeinsam eine funktionsfähige Schlauchleitung bilden. Durch das ungeeignete und unsachgemäße Einbinden der Armaturen kann es jedoch zu Hygieneproblemen kommen. Insbesondere falsch montierte Armaturen an Schlauchleitungen führen zu Schmutznestern, die selbst nach ihrem Lokalisieren nur schwer zu reinigen sind. Aufgrund der chemischen Reinigungsprozesse gehen die Fachleute der BG Chemie davon aus, dass Lebensmittelschläuche zumindest zeitweise das gleiche Gefährdungspotenzial aufweisen wie Chemieschläuche. Daher sind die Sicherheitsregeln des Merkblatts T002 der BG Chemie „Schlauchleitungen – sicherer Einsatz“ auch in der Lebensmittelindustrie anzuwenden.

Fachgerechtes Armieren
Das Merkblatt T002 verlangt zum einen das fachgerechte Einbinden der Armaturen in die Schläuche. Daher darf nur eine interne oder externe Schlauchfachwerkstatt dies vornehmen. Externe Schlauchfachwerkstätten sind spezialisierte Technische Händler oder die Hersteller selbst. Zum anderen sind Schlauchbefestigungen mittels Schlauchschelle, Spannband, Schlauchbinder oder Montagedraht nicht zulässig. Aus gutem Grund: Wird eine derart konfektionierte Schlauchleitung am Schlauchende stark gebogen, kann sich der Schlauch teilweise vom Schlauchnippel abheben. Dabei entsteht ein Totraum, in dem sich Medium absetzen kann. Schmutznester sind die Folge, die beim Reinigen unter Umständen nicht ausreichend zu spülen und desinfizieren sind. Um dieses Hygienerisiko auszuschließen, sind für das Befestigen von Lebensmittelschläuchen nur Press- oder Schalenfassungen sowie – in Ausnahmefällen – einvulkanisierte Schlaucharmaturen zulässig. Als besonders hygienisch gelten verpresste Armaturen. Bei guten Armaturen-Systemen ist die Presshülse länger als der Schlauchstutzen, so kann beim Biegen kein Totraum entstehen. Press- und Schalenarmaturen ermöglichen zudem ein hohes Maß an Arbeitssicherheit. Da bei ihnen die Festigkeit der Verbindung zwischen Schlauch und Armatur höher ist als der Berstdruck des Schlauches, ist ein Ausreißen der Armatur ausgeschlossen. Und in Verbindung mit einer extrudierten Innenschicht fördern sie Medien turbulenzfrei.

Normgerechte Armaturen
Die Schlaucharmaturensysteme von Contitech erfüllen alle entsprechenden Vorschriften und Normen, die für eine professionelle und sichere Armierung gelten. Die Pressarmatur Pagufix 3000 entspricht nicht nur den Anforderungen der T002 für den sicheren Einsatz von Schlauchleitungen, sondern ermöglicht dem Anwender ein hohes Maß an Hygiene und Sicherheit. Der Hersteller fertigt die Armatur nicht nur nach den in Deutschland geltenden DIN-Normen, sondern auf Anfrage auch mit Gewindearten gemäß der schwedischen (SMS 1145), dänischen (DS 722) und britischen Norm (BS 4825).

Auf den Betrieb zugeschnitten
Serienmäßig aus dem Werkstoff 1.4301 hergestellt, sind die Armaturensysteme auch in anderen Werkstoffen und diversen Sonderausführungen erhältlich, wodurch sie sich den jeweiligen betrieblichen Erfordernissen gut anpassen lassen. Ist beispielsweise eine Biegung erforderlich, haben die Armaturen im 90o- oder 45°-Bogen den Vorteil, dass nicht der Schlauch gebogen werden muss, sondern die Biegung bereits in der Armatur angelegt ist. Das erhöht die Lebensdauer eines Schlauches, da starke mechanische Beanspruchungen wie das Biegen den Alterungsprozess eines Schlauches beschleunigen. Die Ausführung mit offenem Schweißende ermöglicht es dem Anwender, unternehmensspezifische Gewindeanschlüsse selbst anzuschweißen. Gummischutzringe schützen die Armaturen vor Beschädigungen. Gemeinsam mit dem Fluoropal Food + Drink bildet die Pressarmatur eine hygienisch sichere und zuverlässige Schlauchleitung. Den Schlauch hat der Hersteller sowohl für den Einsatz in der Lebensmittel- und Getränkeherstellung als auch in der pharmazeutischen und kosmetischen Industrie entwickelt. Die weiße, glatte und porenfreie Innenschicht des robusten Vielzweckschlauches besteht aus Fluorkunststoff und ist besonders geeignet für das Durchleiten von fett- und ölhaltigen Medien. Geruchs- und geschmacksneutral entspricht die Innenschicht den Richtlinien der FDA. Durch eine textile Druckeinlage ist der Schlauch knickfest. Dazu ist das Material Ozon- und Witterungsbeständig. Der Schlauch ist resistent gegenüber allen üblichen Reinigungs- sowie Desinfektionsmitteln und nahezu allen Chemikalien. Auch können ihn Temperaturen bis 125 °C, kurzzeitig auch bis 150 °C, nicht beschädigen. Zudem ist der Schlauch beständig gegenüber Standdesinfektionen über das Wochenende. Damit trägt der Schlauch den gestiegenen Ansprüchen der Anwender an die Hygienesicherheit Rechnung.

Wirtschaftlichkeit und Rentabilität
Qualitätsunterschiede und damit die Langlebigkeit von Schläuchen sind auf den ersten Blick meist nicht zu erkennen. Aber werden Schlauchleitungen zu festen Terminen wiederkehrend geprüft und dies auch entsprechend dokumentiert, stellt sich in der Regel bald heraus, welches Material anfänglich zwar teuer wirkte, dann aber durch seine Lebensdauer, Zuverlässigkeit und Sicherheit immer preiswerter wurde. Bei der Entscheidung für Schlauch und Armaturensystem sollte deshalb nicht nur der Anschaffungspreis den Ausschlag geben. Betreiber sollten mit dem Total Cost of Ownership-Verfahren ebenfalls die möglichen Folgekosten durch mangelnde Hygiene, Produktionsausfall sowie fehlende Arbeitssicherheit berücksichtigen.

 

 

Weitere Beiträge mit Schwerpunkt Hygienedesign finden Sie hier.

Das Merkblatt T 002 können Sie hier downloaden.

Einen Link zum Unternehmen finden Sie hier.

Heftausgabe: Februar 2014
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Über den Autor

Hubert Butterwegge, Vertriebsleiter des Produktmarktsegments Industrieschläuche bei Contitech
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