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IGF-Projekt will Pharma-Mittelständler innovativer machen

19.02.2013 Ein Vorhaben der vorwettbewerblichen Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) soll mittelständische Arzneimittelhersteller befähigen, individuelle Innovationsstrategien systematisch zu definieren und in wirksame Zielsysteme für ihre Innovationsprojekte zu überführen. Das IGF-Projekt wird in der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen koordniert.

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Ein Projekt der AiF soll mittelständische Arzneimittelhersteller dabei unterstützen, zielgerichtet die Stärken des eigenen Know Hows zu nutzen in marktfähige Produkte umzusetzen (Bild: Daniel Fuhr-Fotolia)

Die Arzneimittelbranche ist gekennzeichnet durch einen langen und komplexen Innovationsprozess. Ständig wachsende regulatorische Anforderungen, steigender Kostendruck und hohe Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen verknüpft mit einem großen Risiko der Marktfähigkeit machen die Entwicklung und Zulassung von Medikamenten zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für Pharmaunternehmen. Insbesondere mittelständische Arzneimittelhersteller stehen dabei vor der Herausforderung, ihre eigenen Innovationstätigkeiten und -ressourcen gezielt zu fokussieren. Bei dieser Aufgabe will das IGF-Vorhaben, das von der Forschungsvereinigung der Arzneimittel-Hersteller (FAH) im Innovationsnetzwerk der AiF koordiniert wird, die mittelständischen Pharmaunternehmen unterstützen.

Dies wollen Wissenschaftler vom Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen durch eine anwendungsnahe und branchenspezifische Methodik erreichen, mit der Unternehmer ihre Innovationsstrategie und darauf aufbauend die Zielsysteme ihrer Innovationsprojekte transparent und belastbar definieren und intern kommunizieren können. In der ersten Phase des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderten Projekts sollte eine Methode entwickelt werden, die es Unternehmen der Arzneimittelbranche ermöglicht, entsprechend ihrer Kernkompetenzen die eigene und unternehmensspezifische Innovationsstrategie abzuleiten.

„Dazu wurde eine Fragebogenstudie zum Thema strategische Erfolgspositionen entwickelt und an 75 mittelständische Unternehmen verschickt. Die 32 teilnehmenden Pharmazieunternehmen wurden anhand ihrer Antworten verschiedenen Unternehmenstypen zugeordnet, die sich unter anderem durch den Innovationsgrad, das Kooperationsverhalten, den Kompetenzbereich sowie die verkaufsspezifische Ausrichtung charakterisieren lassen. Durch die Auswertung der Studienergebnisse konnten wir Rückschlüsse auf die strategischen Erfolgspositionen von Arzneimittelunternehmen ableiten“ erläutert Dr. Jens Arnoscht vom WZL.

Im zweiten Teil des Projektes wollen die Wissenschaftler darauf aufbauend Portfolios erarbeiten, mit deren Hilfe diejenigen Innovationsprojekte identifiziert, gesteuert und überwacht werden können, die der eigenen Innovationsstrategie entsprechen. In der dritten und letzten Phase des Projektes wird eine Methodik zur Identifikation und strategiekonformen Beherrschung von Zielkonflikten in Innovationsprojekten entwickelt, da bisherige Untersuchungen zeigen, dass ein wesentlicher Verschwendungsanteil bei der Durchführung von FuE-Projekten in unklaren Zieldefinitionen und wechselnden Zielpriorisierungen zu finden ist.

„Eine klare Positionierung und Zuteilung von FuE-Ressourcen im Unternehmen mit strategisch klaren und einfach nachverfolgbaren Innovationszielen ist für mittelständische Arzneimittelhersteller überlebenswichtig“, erklärt Dr. Stefan Wissel, Vorstandsmitglied der FAH.“Das aktuelle IGF-Projekt – kurz Inno-Ziel genannt – wird mittelständischen Unternehmen Instrumente an die Hand geben, in diesem Prozess die richtigen Entscheidungen zu treffen.“

(dw)

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