Anlagenerweiterung für optimierte Warenflüsse

In effizienten Bahnen

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23.08.2017 Es ist einer der wenigen Handelsbereiche, die von dem Entwicklungstreiber E-Commerce bisher kaum betroffen sind: Die Getränkeindustrie. Gleichwohl müssen die Hersteller auf Megatrends wie etwa Digitalisierung reagieren.

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Entscheider-Facts für Betreiber

  • Mit einem Hochregallager als Erweiterungsbau sowie neu konzipierten Materialflüssen nebst entsprechender Fördertechnikausstattung, Modernisierung, Erweiterung und Anbindung einer vorhandenen Elektrohängebahn hat ein Getränkehersteller seinen Standort auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. Und das bei laufendem Betrieb.
  • Damit konnte der Betreiber die Kapazitäten sowie die Effizienz seiner Anlage deutlich steigern. Dabei unterstützt ihn eine Logistiksoftware, die sämtliche Prozesse im Lager steuert und optimiert.
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Zwischen dem Lagerkomplex und der Produktion ermöglicht eine Elektrohängebahn automatisierte, interne Transporte.

Es gilt einerseits, den Informationsfluss in der Supply Chain durchgängig zu gestalten und allen Beteiligten die für sie relevanten Daten – möglichst in Echtzeit – zur Verfügung zu stellen. Um die Flexibilität und Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern, müssen andererseits alle Optimierungspotenziale zwischen Herstellung und Konsum wirtschaftlich und technisch bestmöglich erschlossen werden. Denn neben der eigentlichen Produktherstellung hat insbesondere der interne Warenfluss eine signifikante Auswirkung auf die Rentabilität der Unternehmen. Ausreichende Kapazitäten decken die Verfügbarkeit für einen saisonal äußerst volatilen Absatzmarkt. Beim Warehousing selbst ermöglicht Automation für schnelle Prozesse und eine transparente Auftragsfertigung. Beide Anforderungen hat Vitaqua jetzt in Breuna erfüllt.

Turn-key-Konzept überzeugt

2007 hatte das Unternehmen auf dem 24 Hektar großen Grundstück die Produktion und Lagerung von Mineralwasser, Limonaden und Obstschorlen aufgenommen. Bis 2010 erweiterte der Betreiber die Anlage kontinuierlich räumlich und steigerte die Produktion. Zwischen dem Lagerkomplex und der Produktion ermöglicht eine Elek-trohängebahn (EHB) automatisierte, interne Transporte. Das angebundene automatisierte Bestandslager bietet in seinen 18 Gassen gut 51.000 Paletten-Stellplätze für das einfachtiefe Lagern von Fertigprodukten, Roh- und Betriebsstoffen. Mit steigender Nachfrage und dem weiteren Aufbau der Pro-duktionslinien erreichte die Bestandsimmobilie jedoch ihre Grenzen. „Da wir das Sortiment in Breuna vergrößert hatten, benötigten wir 50 % mehr Lagerkapazität und optimierte Warenflüsse“, erklärt Vitaqua-Werksleiter und -Prokurist Ronald Göring. „Die Erweiterung der Anlage um ein neues Hochregallager (HRL) inklusive Umbau der Bestandstechnik waren daher schnell beschlossene Sache.“ Den Projektzuschlag erhielt nach einer Ausschreibung SSI Schäfer. „Das vorgelegte Realisierungskonzept überzeugte durch eine exakt auf unseren Bedarf zugeschnittene Lösung mit hervorragenden Erweiterungsmöglichkeiten und einer Nutzung der vorhandenen Produktions-EHB sowie optimaler Softwareanbindung“, begründet Göring die Entscheidung von damals. „Zudem bot SSI Schäfer als Generalunternehmer die gesamte Projektrealisierung vom Bau eines Vorgebäudes und des HRL inklusive Bodenplatte über die Automationskomponenten bis hin zur IT aus einer Hand.“ Keine neun Monate nach Auftragsvergabe übergab das Unternehmen die schlüsselfertige Anlage – obwohl das Projekt bei laufendem Betrieb realisiert wurde.

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An Übergabeplätzen übernimmt die Elektrohängebahn die ausgelagerten Paletten.

Hohes Lager, niedriger Verbrauch

An sechs Produktionslinien füllt der Anwender in Breuna die Mischgetränke und verschiedene Mineralwassersorten in Halb- und Eineinhalb-Liter-PET-Flaschen ab. Die Produkte liefert er dann an nahezu alle großen Discounter und Lebensmittelketten Deutschlands. Mit dem Erweiterungsprojekt wollte der Hersteller neben der Kapazitätserweiterung auch die Materialströme der Bedarfsmaterialien und Fertigprodukte trennen. Rund 26.500 Stellplätze für eine doppeltiefe Lagerung bietet das neue, fast 40 m hohe und vollautomatisierte HRL. In seinen fünf Gassen ermöglichen Regalbediengeräte (RBG) der jüngsten Exyz-Generation mit ihren doppeltiefen Teleskopgabeln für eine Umschlagsleistung von insgesamt bis zu 200 Ein- und 400 Auslagerungen pro Stunde. „Wir haben mit dem neuen HRL neben einer gesteigerten Umschlagsleistung insbesondere den Aspekt der Energieeffizienz fokussiert. Diese hat sich durch den geringen Verbrauch und das Energierückgewinnungskonzept der RBG deutlich verbessert“, erläutert Göring. Durch verschiedene Konstruktionsmerkmale sparen die RBG allein beim Hub gegenüber herkömmlichen Geräten bis zu 25 % des Energieverbrauchs ein. In diesem 40 m hohen Lager summieren sich die Vorteile etwa durch die reduzierten Anfahrmaße der Exyz schnell auf mehrere Kubikmeter zusätzlich nutzbarer Regalfläche beziehungsweise deutlich verringerte Betriebs- wie Baukosten.

Heftausgabe: August 2017
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Über den Autor

Michael Hoffmann, Division Manager Sales, SSI Schäfer
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