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Indien lehnt Patentschutz für Wirkstoff der 1.000-Dollar-Pille ab

20.01.2015 Das indische Patentamt in Mumbai hat es abgelehnt, den Wirkstoff des Hepatitis-C-Mittels Sovaldi (Sofosbuvir) zu patentieren. In der Begründung vom Donnerstag heißt es, dass Sofosbuvir im Vergleich zu bereits bekannten Molekülen nicht innovativ genug ist. Damit können auch indische Generikahersteller das Arzneimittel herstellen, das wegen der Hochpreis-Politik des Herstellers Gilead in der Kritik steht.

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Indien lehnt Patentschutz für Wirkstoff der 1.000-Dollar-Pille ab

In Indien haben es Originalpräparate-Hersteller schwer, ihre Patentrechte anerkannt zu bekommen (Bild: Wikipedia – Commons)

Gilead wollte das Medikament für sieben indische Arzneimittelhersteller lizensieren, um generische Alternativen herzustellen. Die Entscheidung des indischen Patentamts öffnet nun auch weiteren Generika-Herstellern die Möglichkeit, das Medikament herzustellen und in Indien zu verkaufen.

Der hohe Preis für Sovaldi in Kombination mit der vergleichsweise großen Anzahl betroffener Patienten lässt Vertreter der Gesundheitssysteme weltweit große Belastungen befürchten. Am vergangenen Samstag waren in Deutschland Verhandlungen zwischen Gilead und deutschen Krankenkassen gescheitert, weil der Pharmakonzern 700 Euro pro Tablette fordert.

Hier finden Sie weitere Pharma+Food-Berichte zur 1.000-Dollar-Pille von Gilead.

Hier finden Sie einen Bericht der Businessweek zur Patententscheidung. Den Wortlaut zur Ablehnung finden Sie hier.

Hier berichtet der Spiegel über den Vorgang.

(as)

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