Sicher vom Anfang bis ans ende

Individuelle Komplettlösung in der Kennzeichnungstechnik

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03.11.2008 Breite Produktpalette, Export in alle Herren Ländern – das stellt hohe Anforderungen an die Kennzeichnungstechnik, besonders wenn kleine und mittlere Chargen schnell und kostengünstig bearbeitet werden sollen. Eine Komplettlösung, die nicht nur kennzeichnet, sondern auch kontrolliert und selektiert, überzeugte den Hersteller.

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Die KVP Pharma und Veterinär Produkte GmbH ist ein zentraler Fertigungs- und Logistik-Standort der Bayer HealthCare AG. Mit über 450 Mitarbeitern fertigt das Kieler Unternehmen etwa 50% aller von Bayer weltweit verkauften Tierarzneimittel in den unterschiedlichsten Anwendungsformen. Darüber hinaus positioniert sich die KVP am internationalen Lohnfertigermarkt – für Arzneimittel, Hygiene- und kosmetische Produkte für Mensch und Tier. Das Sortiment umfasst in erster Linie Tierarzneimittel in nahezu allen erdenklichen Anwendungsformen und Produkte für die Tierernährung und Tierpflege. Diese Produktvielfalt, die in 100 Länder der Welt exportiert wird, setzt eine besonders hohe Flexibilität der Anlagen, Maschinen und Technologien voraus. Bei der Verpackungskennzeichnung setzt KVP auf die intelligente Technologie.

Die Praxisanforderung

Um kleine und mittlere Auftragsgrößen schnell und kostengünstig bearbeiten zu können, sollten Faltschachteln in unterschiedlichen Größenvarianten auf einer komplexen Anlage außerhalb der Produktionslinie vereinzelt, gekennzeichnet, kontrolliert und gegebenenfalls auch selektiert werden. Nach Möglichkeit sollte ein Komplettanbieter die Lösung zu allen Aufgaben bieten. „Von zentraler Bedeutung für den Weiterverarbeitungsprozess und die gesamte Qualitätssicherung sind die Präzision und die Zuverlässigkeit des Tintenstrahldruckers: Die Codierungen auf den Schachteln müssen in der optischen Kontrolle einwandfrei erkennbar sein,“ so Christian Riediger, projektverantwortlicher Ingenieur, „sonst können auch die sensibelsten Kamerasysteme keine Ergebnisse liefern.“

Hier konnte die Continuous-Inkjet-Technologie überzeugen: Der Alphajet C druckte alle notwendigen Pharma- und Datamatrix-Codes in sehr guter Qualität. Mit verschiedenen, auch nicht auf den Drucker abgestimmten Inspektionssystemen, konnten die Codes in gleichbleibend guter Qualität gelesen und dadurch die geforderte Prozesssicherheit gewährleistet werden. „Eine weitere Herausforderung an die Flexibilität der Systemtechnik sind die Faltschachteln mit Automatikfaltböden, die in den unterschiedlichsten Größen verarbeitet werden müssen,“ ergänzt Christian Riediger. Auch hier konnte der Hersteller von Kennzeichnungsgeräten punkten. Bei einem Testlauf konnten die Schachteln auf der Vereinzelungsanlage UDA 150-S problemlos verarbeitet werden.

Die Komplettlösung

Als Generalunternehmer konzipierte der Hersteller für KVP eine Gesamtlösung. Basis dieser Lösung ist die Vereinzelungsanlage UDA 150-S in einer 600-er Version, bei der die Faltschachteln stufenlos verstellbar von 80x40mm bis 600x550mm vereinzelt werden können. Mit der Anlage werden Chargen von rund 1000 bis 20000 Schachteln gefahren. Die Behälter werden exakt positioniert und den verschiedenen Kennzeichnungssystemen zugeführt. Den Anfang bildet ein Tintenstrahldrucker Alphajet C mit zwei Druckköpfen, der die Faltschachteln sowohl in Laufrichtung als auch quer zur Laufrichtung kodiert und präzise bedruckt – hierfür wurde ein eigenes Achsensystem entwickelt. Der Drucker ist für die Verschlüsselung von Daten mit zweidimensionalen Data-Matrix-Codes besonders gut geeignet, da jeder Druckkopf eine vertikale Auflösung von 48 Punkten bietet, was bei Eindüsen-Inkjets eine Seltenheit ist.

Die Druckdaten, wie beispielsweise 2D-Code, GTIN-Nr., MHD und Lot-Nummer empfängt der Tintenstrahldrucker von einem Linienrechner und übermittelt diese Information an eine nachgeschaltete Kamera, mit der das Gerät in ständiger wechselseitiger Kommunikation steht. Das Kamera-System liest die gedruckten Daten und vergleicht sie mit den empfangenen auf Inhalt und Qualität. Bei Fehlern oder Abweichungen meldet das System eine Störung und gibt diese in Klartext am Linien-PC aus. Mit Hilfe eines eigens hierfür programmierten Handscanners an der Linie können die fehlerhaften Daten an den Linienrechner zurück gemeldet werden.

Die letzte Kontrolle

Als zusätzliches Sicherheits-Feature ist die Vereinzelungsanlage kurz vor dem Abstapelmodul mit einer Doppellagen- Kontrolle ausgerüstet, um zu verhindern, dass bei verkanteten oder verklebten Faltschachteln unbedruckte Exemplare in den Verpackungsprozess gelangen. Die Kontrolleinheit detektiert übereinanderliegende Faltschachteln und meldet dann umgehend eine Störung an das System. Auf diese Weise ist eine optimale Produktionssicherheit von Anfang bis zum Ende des Kennzeichnungsprozesses gewährleistet.

Mit der Implementierung dieser Technologie kann KVP Faltschachteln quasi just-in-time fertigen und dadurch erhebliche Kosten für Bevorratung und Planung einsparen. Darüber hinaus spart die KVP durch die Lösemittel-Rückgewinnung der Tintenstrahldrucker eine nicht erhebliche Menge Solvent, was nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht erfreulich ist, sondern auch die Emissionswerte an den Fertigungsplätzen gering hält.

„Unsere Aufgabe ist es, den internationalen Grundsätzen der guten Herstellungspraxis für Arzneimittel, den Anforderungen der Food and Drug Administration FDA und dem hohen Qualitätsstandard von Bayer HealthCare gerecht zu werden. Die auf unsere Bedürfnisse hin optimierte Systemlösung trägt ihren Teil dazu bei, dass wir unseren hohen Anspruch realisieren können,“ resümiert Christian Riediger.

Heftausgabe: November-Dezember 2008
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Iris Kluehspies , Manager Marketing, KBA Metronic

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Iris Kluehspies , Manager Marketing, KBA Metronic

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