Vorsorge statt Nachsorge

Infrastruktur unterstützt Wachstumsstrategie bei Pari

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10.03.2008 Eine flexible und effiziente IT-Infrastruktur trägt zum Geschäftserfolg bei. Dies gilt ganz besonders für mittelständische Unternehmen, deren Wettbewerbsvorsprung und Marktführerschaft oft aufProdukttechnik und Produktqualität beruhen. Der Medizintechnik- und Pharmahersteller Pari, dessen Name fast schon als Synonym für Inhalationssysteme gilt, verfolgt den Weg der IT-Konsolidierung konsequent. Gewachsene Strukturen wurden rationalisiert, um neuen Geschäftsbedingungen gerecht zu werden.

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Das Unternehmen in Familienbesitz entstand vor über 100 Jahren als handwerklicher Betrieb. Heute ist Pari mit Hauptsitz in Starnberg und mehr als 400 Mitarbeitern ein weltweit anerkannter Spezialist in der Atemwegstherapie. Inhalationsprodukte wie Pari Boy setzen internationale Standards in der Aerosoltechnologie. Das Unternehmen produziert an vier Standorten in Deutschland, den USA und Mexiko und hat Niederlassungen in Europa, Amerika und Asien. Ein weltweites Netz an Handelspartnern ergänzt die Vertriebsstruktur und trägt dazu bei, dass Pari-Produkte in mehr als 70 Ländern erhältlich sind.

Neue Produkte wie eFflow rapid, aber auch die erfolgreiche Tochter Pari Pharma, deren pharmazeutische Entwicklungen die Pari-Produkte zu Gesamtlösungen erweitern, bestimmen den Wachstumskurs des Unternehmens. Das Ziel der Firmenkonsolidierung führte 2005 zur Gründung einer Holding, unter deren Dach die bislang parallel geführten Pari-Firmen eingegliedert wurden. Für die IT-Infrastruktur bedeutete dies die Optimierung der gewachsenen Struktur aus zahlreichen Applikationsservern, lokalem Storage und Tape Backup an mehreren Standorten unter Berücksichtigung von Regulierungsvorschriften. Medizintechnik- und Pharmahersteller wie Pari unterliegen bei der Datenhaltung und der Datenarchivierung zahlreichen Regularien wie der Qualitätssicherung nach GMP, den US-Vorschriften der FDA sowie den deutschen und EU-Richtlinien.

Weg zu mehr Einfachheit

Zahlreiche Einzelsysteme, Dateninseln und die zunehmende Komplexität der IT-Umgebung fördern die Komplexität von Management und Compliance. Den Weg zu mehr Einfachheit hat EDV-Leiter Helmut Huber mit der Konsolidierung von Daten und Storage eingeschlagen: „Unsere Ziele lauteten Skaleneffekte in der Datenhaltung, Erhöhung der Datenverfügbarkeit und langfristige Datensicherheit. Die einzig Erfolg versprechende Lösung war für uns die Einführung von Storage Area Networks.“

Unified Storage und Datenmanagement-Software, für die sich Pari entschieden hat, verfügen über hoch ausfallsichere Systemarchitektur und entsprachen der Philosophie des Drug & Device-Anbieters am Besten. Zudem versprach das System einen hohen Mehrwert: Sämtliche Firmendaten von Exchange über File Service bis SAP lassen sich auf derselben Plattform konsolidieren, online per Snapshot sichern und bei Bedarf auf Worm-Volumes revisionssicher ablegen. Die Daten der Firmenverwaltung in Starnberg und der Entwicklung in München wurden auf Netapp-FAS270-Systemen konsolidiert. Ein FAS2020-System löste Direct-Attached Storage am Produktionsstandort im oberbayerischen Weilheim ab. Neben CIFS für den NAS-Modus sind die Systeme mit Fibre Channel oder iSCSI für den SAN-Betrieb oder einer Kombination aus beidem konfiguriert.
Mit Einführung von Netapp Storage veränderte sich auch die Datensicherung. Statt lokalem Tape Backup sind online Snapshots vor Ort die Norm, ergänzt durch ein zentrales Backup-Szenario in der Starnberger Zentrale. Huber kombiniert bewusst dezentrale Datenhaltung mit zentraler Datensicherheit. Mit der Backup-Software Snapvault werden die Daten nach der Deltamethode über WAN auf eine FAS270 als dediziertes Backup-System übertragen. So ist es einfacher, die Standorte autark zu halten und dennoch einen allgemein gültigen Standard für Sicherheit und Compliance durchzusetzen. Darüber hinaus erübrigt sich der Aufwand für lokale Bandspeicher und deren Management. Das System hat sich bewährt: „Während der herkömmlichen Datensicherung auf Band kam es bei Pari München immer wieder zu Störungen des Produktionsablaufs. Heute läuft das Backup mithilfe der Snapshot Technologie reibungslos“, so Helmut Huber.

Storage-Konsolidierung undServer-Virtualisierung mit VMware

Neben schnellem Backup und Restore, Revisionssicherheit und hoher Ausfallsicherheit hatte Helmut Huber noch ein weiteres Kriterium für die Storage-Auswahl: VMware-Support. Diese Fähigkeit war zwingend, da die Applikationsserver mittels Virtualisierung deutlich reduziert werden sollten. Für den VMware-Technologiepartner ein einfaches Kriterium – die Lösungen sind bestens aufeinander abgestimmt. Die virtuellen Server der Standorte München, Starnberg und Weilheim sind auf dem Storage vor Ort abgelegt, werden von dort gestartet und mit Ressourcen versorgt. Hinsichtlich virtueller Server und Storage sind alle drei Standorte gleich ausgestattet. Ausfallsicherheit erhält damit noch eine weitere Dimension: Sollte beispielsweise die Hauptverwaltung in Starnberg komplett ausfallen, ließen sich die Firmenfunktionen über die Standortvernetzung auch von einem anderen Ort starten. Die Kommunikation zwischen VMware und Storage läuft abhängig vom Standort über iSCSI oder Fibre Channel.

Die Konsolidierung führte letztendlich zu massiven Einsparungen bei der Server-Hardware: Bei den herkömmlichen Applikationsservern konnte Pari 75% einsparen: Zirka 70 Server wurden außer Betrieb genommen oder aber erst gar nicht beschafft. Positive Nebenwirkung: Das Rechenzentrum, das bei Raumauslastung und Klimatechnik bereits an der Obergrenze arbeitete, wurde um fast 50% entlastet. Durch die Storage- und Server Konsolidierung ließ sich darüber hinaus der Ausbau des Rechenzentrums vermeiden. Auch konnte die Strom- und Klimaversorgung um etwa 30% gedrosselt werden.

Flexibilität und Sicherheit

Storage steht bei Pari für weit mehr als nur Datenspeicherung. „Das Ziel der IT ist die Bewältigung und Unterstützung des Firmenwachstums. Wir investieren für die Zukunft. Und das heißt, wir benötigen hoch zuverlässige, flexible und sichere Lösungen“, sagt Helmut Huber. „Beim Storage haben wir vergleichsweise klein angefangen, wissen aber, dass wir ohne Bruch in den Daten jederzeit auf ein größeres Modell wechseln können. Das ist extrem wichtig, da wir im Gesundheitsmarkt zahlreichen Konformitätsanforderungen und Regularien unterliegen.“ Revisionssicher gespeicherte Dokumente, die nach zehn oder zwanzig Jahren wieder abgerufen werden müssen, sind auf Festplatte auch dann noch unverändert vorhanden, selbst wenn der Applikationsserver bis dahin ganz anders aussieht. Aber auch mittelfristige Ziele, wie beispielsweise ein mögliches SAP-Insourcing, lassen sich mit Netapp Storage schnell umsetzen. Huber hatte SAP auf Oracle als generelle Datenstruktur an allen Pari-Standorten weltweit in der Rekordzeit von nur vierzehn Monaten eingeführt und zugleich outgesourct, um mehr Zeit für die Infrastrukturgestaltung zu gewinnen. Für Systemerweiterungen reicht ein Tausch des Storage-Controllers: Das gewohnte Look & Feel bleibt ebenso komplett erhalten wie die Management-Tools.

Helmut Huber schätzt die Möglichkeiten dieser Technologie: „Genau wie unsere Produkte ist sie innovativ und vor allem schnell wirksam. Ein Beispiel ist die Snapshot Technik, die in Sekunden einen bestimmten Stand festhält und genauso schnell wieder reproduziert. Die Snapvault-Software hat die Einführung der zentralen Datensicherung stark beschleunigt. Da sich auch Daten von anderen Systemen sichern lassen, konnten wir die Daten der Produktion in Weilheim bereits vor Einführung der FAS2020 integrieren – ohne spätere Anpassungen.“ Die Einbindung der Standorte außerhalb Deutschlands ist bereits projektiert. Aktuell in der Evaluierung ist der Aufbau der Disaster Recovery-Prozesse. Hierfür steht die Software mit einer Reihe von Optionen für Spiegelung und Replizierung zur Verfügung, so dass das Unternehmen auch in diesem Punkt auf der sicheren Seite sein wird. Gute Aussichten für den weiteren Erfolg von Pari.

„Beim Storage können wir ohne Bruch in den Daten jederzeit auf ein größeres Modell wechseln“
Helmut Huber, EDV-Leiter bei Pari

Heftausgabe: März 2008
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Frauke Stautner,  freie Fachjournalistin

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Frauke Stautner, freie Fachjournalistin

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