Modulares Reinigungskonzept spart Betriebskosten ein

Intelligent Waschen

13.09.2006 Ob Forschungslabor oder Produktionsbetrieb: Zum Waschen und Desinfizieren von Geräten oder Behältern kommen Anlagen zum Einsatz, die alle Reinigungsschritte in einem Arbeitsgang automatisieren. Dabei variieren die Anforderungen an die Anlagen je nach Betriebsgröße, Arbeitsmedien und Art der Verunreinigungen. Zielsetzung bei der Neuentwicklung einer Reinigungsanlage war deshalb ein hohes Maß an Modularität, um mit einer Basistechnologie ein breites Anwendungsspektrum abzudecken.

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Stärkste Triebfeder für die Neuentwicklung eines Reinigungskonzeptes war der auch weiterhin zunehmende Kostendruck in der Pharmabranche. Der modulare Aufbau reduziert nicht nur die Fertigungskosten beim Reinigungsanlagenbauer und damit die Investitionskosten, die der Anwender zu tragen hat, sondern kann gleichzeitig die Betriebskosten senken. „Wir haben das Design so ausgelegt, dass Zusatzteile jederzeit einfach nachgerüstet werden können“, sagt Martin Scherrer, Area Product Manager beim Hersteller Getinge. Wichtig ist dies zum Beispiel dann, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern, Kapazitäten aufgestockt werden oder die Lohnherstellung kurze Umrüstzeiten fordert. Um die Anlage überall aufstellen zu können, wurde die Einbautiefe auf 150mm reduziert.

Vier Grundtypen mit unterschiedlicher Kammergröße werden bislang unter dem Namen GEW 9100 angeboten. Die kleinste Anlage hat eine Kammergröße von H 2000 x T 2000 x B 960 , die größte von H 2200 x T 2200 x B 1170mm. Jede Anlage besteht aus drei Einheiten: Das mittlere Kammermodul beinhaltet den Trockner, die Heizung, die Reinigungskomponenten und die Steuereinheit. Die beiden umgebenden Kammermodule sorgen für die jeweils gewünschte Länge der Reinigungsanlage. Sie enthalten die Verlängerung der internen Verrohrung, um im gesamten Kammerbereich eine konstant hohe Reinigungswirkung zu gewährleisten.

Fokus auf Prozesssicherheit

Im Vergleich zu herkömmlichen Kabinett-Waschanlagen wurden die Waschzykluszeiten verkürzt mit verbesserter Trocknung, schnellen Heizungssystemen und zwei verschiedenen Spülsystemen. Die oszillierenden Spülstangen mit Düsen sind Standard. Optional lassen sich die Beschickungswagen mit Spülflügeln an die interne Zirkulationspumpe automatisch ankoppeln. Auf diese Weise werden auch hartnäckige Verunreinigungen gelöst.

Nach dem Reinigungsprozess sorgen zwanzig Gebläseöffnungen in der Kammerwand bei niedrigem Energieverbrauch für eine schnelle Trocknung des Waschguts. Ein Luft-zu-Luft-Wärmeübertrager gewährleistet zudem eine effektive Energieeinsparung.
Als Steuerungseinheit kommt PACS 3000 zum Einsatz. „Wir verwenden gleiche Steuereinheiten auch in Autoklaven. Dies erleichtert dem Anwender die Bedienung“, so Scherrer. Zehn bis fünfzehn Standard-Reinigungsprogramme lassen sich abspeichern.
Zur Erhöhung der Prozesssicherheit zeigt das Steuerpanel mit den Farben grün, gelb und rot an, ob der Reinigungsprozess läuft, abgeschlossen ist oder ein Fehler vorliegt.[SZ]

„Modulares Design
der Anlage ermöglicht
hohe Flexibilität“
Martin Scherrer , Getinge Life Science

Heftausgabe: September 2006
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Zinckgraf
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