Markt

Intelligente Etiketten überwachen Temperatur und Sauerstoffgehalt

02.05.2014 Das ttz Bremerhaven hat in dem Projekt „IQ-Freshlabel“ zwei intelligente Etiketten entwickelt, die die Einhaltung der Temperatur tiefgefrorener Lebensmittel darstellen (Zeit-Temperatur-Indikator) und den Sauerstoffgehalt in gekühlten, in Schutzatmosphäre verpackten Lebensmitteln anzeigen. Die Etiketten sind jetzt technisch marktreif.

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Mit einem Farbsystem auf dem Etikett (Smart Label) können Hersteller, Logistiker, Händler und Verkäufer die Einhaltung der Kühlvorschriften ersehen beziehungsweise überwachen und so die Einhaltung der Kühlung in der Lieferkette bzw. beim Transport (und natürlich auch der weiteren Lagerung) einschätzen. Das im 7. Rahmenprogramm der EU geförderte Projekt IQ-Frehlabel lief über dreieinhalb Jahre (August 2010 bis Januar 2014) und vereinte 17 Projektpartner aus 9 verschiedenen Ländern.

„Smart Labels für tiefgekühlte Fischprodukte sind in einer griechischen Kühlkette geprüft und bereit, auf dem Markt eingeführt zu werden. Technisch steht der Überwachung der optimalen Lagertemperatur entlang der Kühlkette und damit dem Schutz des Verbrauchers vor verdorbenen Lebensmitteln nichts mehr im Wege“ sagt Marie Shrestha, Projektleiterin beim unabhängigen Forschungsinstitut ttz Bremerhaven. Denn die Erhöhung der Temperatur führt zu einer erheblichen Verschlechterung der Qualität tiefgefrorener Lebensmittel, auch wenn die Temperatur unter 0 °C bleibt.

Etikett mit Sauerstoff-Detektion für MAP-Verpackungen
Leckagen in gekühlten, unter modifizierter Atmosphäre verpackten Geflügelprodukten führen dazu, dass sich die Gasatmosphäre ändert und damit die Haltbarkeit eines Produktes verringert wird. Bei einer Leckage mit 0,2 mm Durchmesser verringert sich die Haltbarkeit beispielsweise um 26 %. IQ-Freshlabel entwickelte ein neues, günstiges und zerstörungsfreies Sauerstoff-Detektionssystem mit Lumineszenz-Technologie, um Leckagen im MAP-verpackten (Modified Atmosphere Packaging) Waren zu erkennen und über mögliche Folgen des vorzeitigen Verderbs von Lebensmitteln zu informieren (Erfassungsbereich von 0 bis 30% O2).

Umfragen bei Anwendern und Verbrauchern
Die sozio-ökonomischen Auswirkungen der Integration dieser Smart-Labels in verschiedenen Nahrungsketten wurden in Finnland, Deutschland, Südfrankreich und Griechenland untersucht. Lebensmittelhersteller, Einzelhändler und Verbraucher sehen einen Nutzen bei der Einführung intelligenter Etiketten. Die Verbraucher sind der Ansicht, dass Produkte mit Zeit-Temperatur-Indikatoren (TTI) von höherer Qualität sind als Produkte ohne diesen Indikator und sind bereit, 20 Cent mehr für TTIs zu zahlen (n = 2.525 befragte Verbraucher). Teilnehmende Lebensmittel-, Verpackungs-und Verbraucherverbände lobten den Einfluss von Smart Labels auf Abfallreduzierung, Lebensmittelqualität und -sicherheit in den europäischen Lieferketten in Griechenland, Finnland, Norwegen, Frankreich, Rumänien und Polen. Die Verbraucher sind der Meinung, dass TTIs ihnen helfen, Nahrungsmittel in angemessener Weise zu behandeln (n = 2.525).

Weblinks zum Thema
Zur englischsprachigen Internetseite des EU-Projektes IQ-Freshlabel gelangen Sie hier. Eine Projektbeschreibung für IQ-Freshlabel in deutscher Sprache finden Sie auf der Internetseite des ttz Bremerhaven oder direkt hier.

(dw)

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