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Interview mit Andrea und Friedrich Pink zu Trends in der Pharmaindustrie

01.01.1970

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P+F: Welche wesentlichen Trends beobachten Sie in der Pharmaindustrie und welche Anforderungen resultieren daraus für den Apparatebau?

Friedrich Pink: Der Trend geht eindeutig in Richtung einer immer reineren Produktion und getrennten Prozessen. Die Potenz der Wirkstoffe steigt, gleichzeitig sinken die Mengen. Hochreine Verfahrensschritte gewinnen damit an Bedeutung. Der Trend geht deshalb zu leicht reinigbaren Systemen und Anlagen, die den GMP- und FDA-Anforderungen gerecht werden, weil sich damit das Risiko von Kreuzkontaminationen am besten reduzieren lässt.

P+F: Bedeutet das das Aus der Multi Purpose-Anlagen?

Andrea Pink: Nein, nicht zwangsläufig. Das ist sicherlich vor allem eine Frage dessen, welche Systeme überhaupt auf dem Markt verfügbar sind und zum anderen, welches Produktportfolio der Betreiber herstellt. Er würde sicher eher eine Mehrproduktanlage nutzen wollen, wenn er völlig sicher wäre, dass es zu keinen Kreuzkontaminationen kommen kann.

P+F: Einzelne Anlagenbauer betreiben inzwischen eigene Technikas und GMP-Räume, um die Betreiber bei der Qualifizierung zu unterstützen. Wird das bald auch von Apparatebauern verlangt?

Friedrich Pink: Das muss man differenziert betrachten. Für Anlagenbauer oder Komplett-Reinraumausstatter macht das sicher Sinn. Von einem Komponentenlieferanten dessen Einzelkomponente sowieso in eine Gesamtanlage integriert werden muss – wie in unserem Fall die Trocknungstechnik – wird dies noch nicht gefordert.

P+F: Hat sich das Geschäft demnach gewandelt?

Andrea Pink: Das kommt ganz auf den Kunden an. Die Ingenieurgesellschaften werden mehr und mehr eingebunden, da viele Pharmazeuten keine eigenen Planungsstäbe mehr beschäftigen. Doch manche Kunden bestehen auf bestimmte Komponentenlieferanten, andere überlassen die Entscheidung den externen Planungsbüros und wollen einfach die schlüsselfertige Anlage haben.

P+F: Welche Rolle spielt das Preisargument in den von Ihnen bearbeiteten Märkten?

Friedrich Pink: Das ist natürlich ein Faktor, aber noch wichtiger ist die Qualität der produzierten Stoffe – und diese erfordert eine ausgefeilte Technik. Unsere Philosophie heißt: Nur qualitativ hochwertige Systeme anbieten. Und diese muss sich über den Preis tragen. Wenn wir etwas Neues auf den Markt bringen, dann kann das kein „me too“ sein, sondern muss dies ein Alleinstellungsmerkmal haben.
Andrea Pink: Wir sind Systemlieferant und bieten kundenspezifische Lösungen an und wir wollen flexibel genug sein, um auf individuelle Wünsche eingehen zu können.[AS]

„Das Investitionsklima hat sichgebessert und wir erwarten von der Achema weitere Impulse“
Friedrich + Andrea Pink, Pink Thermosysteme

Heftausgabe: Mai-Juni 2006
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Scheuermann
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