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Interview mit Dr. Volker Autze, Geschäftsführer von CPC

01.01.1970

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P+F:Herr Dr. Autze, welche aktuellen Trends beobachten Sie in der Mikroreaktionstechnologie?

Autze: Die Mikroreaktionstechnologie wächst immer stärker raus dem Labor in die Produktion. Die Zeit dafür ist reif. Wir beobachten, dass auch die Pharmaindustrie zunehmend Interesse an der Mikroreaktionstechnologie hat, was wir in unserem Anlagendesign – zum Beispiel durch die Integration der Inline-Analytik – berücksichtigen.


P+F: Worin unterscheiden sich Ihre Mikroreaktoren prinzipiell von denen anderer Anbieter?

Autze: Ein Reaktor muss unserer Ansicht nach zwei Sachen können: mischen und temperieren. Bei unseren Reaktoren ist das Wärmeträgermedium nur 200 µm von der Mischzone entfernt, so dass wir die Reaktion sehr genau kontrollieren können. Außerdem haben wir die Reaktoren so ausgelegt, dass sie durch Diffusion mischen. Dazu arbeiten wir mit Multilamination, das heißt, wir erzeugen schmale Schichten der Reaktionspartner, deren Abstand zueinander in der Größenordnung 30 µm liegt, wobei die Strukturen mindesten 200 µm weit sind. Dieser Aufbau macht unsere Reaktoren relativ suspensionstolerant, wichtiger sind aber die kleinen Druckverluste. Wird über Scherkräfte gemischt, resultieren große Druckverluste mit der Folge, dass für eine hohe Durchsatzleistung hohe Drücke von etwa 100 bar benötigt werden. Wir arbeiten dagegen mit Drücken von 5 bis 6bar maximal.

P+F:Welche Produktinnovationen warten in Ihrer F&E-Pipeline auf die Markteinführung?

Autze: Nachdem wir die Produktionsanlage in Leuna in Betrieb genommen haben, sammeln wir jetzt Feedback ein, um den Prozess der Verbesserungen in Gang zu halten. Deshalb konzentrieren wir uns bei der Entwicklung neuer Produkte derzeit auf den Laborbereich. So werden wir zum Beispiel unsere Produktlinie Cytos-M erweitern, um auch Ansätze kleiner 20 mg herzustellen und die Synthese später problemlos auf den Produktionsmaßstab übertragen zu können. Der nächste Schritt ist, dass wir uns noch einmal das Marktsegment Produktion anschauen, um Lösungen für die nicht ganz so hochwertschöpfende Chemie zu entwickeln. Was Multi-Purpose-Anlagen betrifft, haben wir derzeit die Nase vorn, wir dürfen uns aber natürlich nicht ausruhen.

P+F:Mit welchen Themen befassen sich Ihre Entwickler konkret?

Autze: Wir widmen uns dem Thema der Kontakte, in erster Linie des Systems Gas/Flüssig, der Suspensionen und unmischbarer Flüssig/Flüssig-Systeme. Außerdem werden die Werkstoffe einen Schwerpunkt bilden. Wir bieten derzeit Edelstahl und Hastelloy an und decken damit 95 % der Anforderungen ab. Die restlichen 5 % benötigen Sondermaterialien, zum Beispiel Titan. Hier hören wir uns um, was der Markt benötigt.

„Ein Ziel ist es, auch Lösungen für die nicht ganz so hochwertschöpfende Chemie zu entwickeln.“
Dr. Volker Autze, CPC

Heftausgabe: September 2006
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Lind
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