Markt

Interview mit Martin Leitgeb, Geschäftsführer von Synthacon

01.01.1970

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P+F:Herr Leitgeb, Sie bieten die Synthese in Mikroreaktoren als Dienstleistung an. Welche Vorteile bietet die Technologie Ihren Kunden?

Leitgeb:Im Wesentlichen ist das ein Zeitfaktor. Sigma-Aldrich/Fluka, einer der Lead User unserer Mikroreaktionstechnologie, unterstreicht, dass ein Chemiker mit einer Mikroreaktionsanlage über 50% produktiver arbeiten kann als mit herkömmlicher Technik. Im Idealfall kommt hinzu, dass wir durch eine Erhöhung der Selektivität und der Ausbeute den Preis attraktiver gestalten können. Die Up-Scaling-Kosten entfallen gänzlich, da wir im Multi-Purpose-Betrieb direkt vom mg- in den Tonnenbereich übergehen können.

P+F: Welche Entwicklung erwarten Sie in diesem Marktsegment?

Leitgeb: Wir sehen einen sehr stark wachsenden Markt. Das Outsourcingvolumen liegt allein in der Pharmazie bei 20 Mrd. USD und wir gehen davon aus, dass zunächst mindestens 10% der Reaktionen mit Hilfe der heute verfügbaren Mikroreaktionstechnologie schneller, besser und damit kosteneffizienter durchgeführt werden können. Daneben entwickeln sich in anderen Branchen Riesenmärkte, wie aktuelle Anlagenprojekte in China und bei DSMin Linz zeigen. Durch größere Reaktoren und ein breiteres Werkstoffspektrum erweitern wir diesen Markt nochmals dramatisch und können die Mikroreaktionstechnologie zukünftig auch für Synthesen anbieten, die bislang noch nicht im Mikroreaktor funktioniert haben.

P+F:Wie bereiten Sie sich auf diese Herausforderung vor?

Leitgeb: Wir wollen deutlich wachsen und werden mit der bestehenden Anlage schnell an die Kapazitätsgrenze stoßen. Deshalb arbeiten wir mit Linde KCA bereits am Conceptual Design einer neuen Mikroreaktor-Betriebsstätte in Leuna. Unser Ziel sind zunächst 200Jato. Gleichzeitig wollen wir die Aufarbeitungsmöglichkeiten erweitern. Die Aufarbeitung ist im Rahmen des Multi-Purpose-Betriebs nicht in den kontinuierlichen Syntheseprozess integriert. Wir sammeln das Produkt nach der Synthese im Mikroreaktor und arbeiten es klassisch auf. Benötigt einProdukt spezielle Aufarbeitungstechniken, arbeiten wir derzeit mit Partnern zusammen.

„Das Outsourcing-Volumen liegt allein in der Pharmazie bei 20 Mrd. USD.“
Martin Leitgeb, Synthacon

Heftausgabe: September 2006
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Lind
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