Gelochter Genuss (fast) ohne Give-away

Käse und Brot exakt portioniert

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30.10.2014 Den Lebensmitteln in die Seele blicken: Um Gärlochkäse wie den populären Emmentaler in Portionen mit stets gleichem Gewicht zu schneiden, braucht es zunächst den tiefen Blick in sein Inneres. Denn erst wenn die Anatomie des  Milchprodukts durchleuchtet ist und die Positionen aller Löcher ausgemacht sind, kann das Schneidsystem das Messer im richtigen Abstand zum Portionieren ansetzen.

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Entscheider-Facts für Betreiber

  • Beim Schneiden von packfertigem Käse stehen Produzenten vor dem Problem, dass die Lochstrukturen innerhalb des Käseblocks inhomogen verteilt sind und es daher nur schwer möglich ist, gleichmäßig schwere Portionen zu schneiden.
  • Ein Dichtescanner kann diese Struktur erkennen und zusammen mit einer Waage die nötigen Schnittpunkte bestimmen, die für ein gleichmäßiges Ergebnis nötig sind. Gleichzeitig kann das System auf diese Weise Fremdkörper erkennen.

Flexibilität ist Trumpf
Alpenland Maschinenbau (Alpma) ist mit Scantechnologie vertraut. Als weltweiter Marktführer für Käsereitechnik startete das Unternehmen aus dem oberbayrischen Rott am Inn bereits 2008 das Entwicklungsprojekt Dichtescanner mit OCS Checkweighers, einem Unternehmen für Wäge- und Inspektionstechnik aus Kaiserslautern. „Bei der Auswahl des Partners für dieses Vorhaben waren uns Flexibilität und innovatives Denken besonders wichtig“, beschreibt Franz Glas, Bereichsleiter Schneide- und Verpackungstechnik bei Alpma, die Hauptkriterien, die seinerzeit den Ausschlag für die Zusammenarbeit gaben. Ergebnis war der für drei verschiedene Riegelvarianten bis maximal 1.250 mm Länge ausgelegte Dichtescanner DS 32. Dabei ermittelt das Modell nicht nur die Länge und das reine Dichteprofil des zu inspizierenden Produktes. Es kann zusätzlich vor dem Zerlegen des Käseriegels gegebenenfalls vorhandene metallische und (bei entsprechend hoher Dichte) nichtmetallische Fremdkörper aufspüren. Gehen bei dieser ersten ‚Fahndung‘ – die zweite erfolgt zum Verbraucherschutz bei der Endkontrolle – Verunreinigungen ins Netz, ist es möglich die betroffenen Käsestücke sofort nach dem Scannen vollautomatisch und zuverlässig aus dem Produktfluss auszuschleusen. Das verhindert eine Beschädigung am Messer des im weiteren Verlauf in den Verpackungsprozess eingebundenen Stückeschneiders und hieraus resultierende teure Stillstandszeiten der Maschine (und somit der ganzen Verpackungslinie).

Scannen, wiegen, schneiden
Beim Inspizieren gelangt der zu durchleuchtende Käseriegel zunächst über das Einlaufband in den Scanner, der bei geschlossenen Schotten die Länge ermittelt und die Verteilung der Käsemasse ermittelt. Hierbei ermöglichen die kontrastreichen Abbildungen der Hochleistungsröntgenkamera eine hohe Inspektionsgenauigkeit, wobei die zeilenweise ermittelte Gesamtabbildung des Riegels auch kleine Details zeigt. Nach dem Scanvorgang bestimmt eine Kontrollwage außerhalb des Dichtescanners das tatsächliche Gewicht des gesamten Käseriegels. In dem angrenzenden Alpma-Stückeschneider CUT 32 rechnet das System die im Röntgenscanner ermittelte Masseverteilung in tatsächliche Gewichtswerte um. Als Folge daraus kann die Anlage die genaue Schnittposition für das jeweils gewünschte Zielgewicht bestimmen und die Schnitte schließlich präzise setzen.

Schneidet nicht nur Käse
Was bei Käseriegeln funktioniert, ist auch bei der fixgewichtigen Verpackung von Brot erfolgreich im Einsatz: Ein bekannter nationaler Backwarenhersteller nutzt die Scannertechnologie um seine Verpackungsprozesse zu optimieren. Auch hier misst und scannt das System das Brot zunächst, ehe es das entstandene Dichteprofil mit dem ermittelten Gewicht abgleicht. Sind die Brotportionen daraufhin exakt zugeschnitten und verpackt, tritt bei der finalen Überprüfung ein weiteres Mal die Röntgentechnik in Aktion: Modell SCW 3000-C-C-CF, eine Kombination aus Kontrollwaage und Röntgenscanner, verwiegt und durchleuchtet die einzelnen Verpackungen in der Endkontrolle erneut, wobei neben der Fremdkörperkontrolle nun auch der korrekt angebrachte Clipverschluss jeder einzelnen Verpackung im Fokus steht. Das Durchleuchten der Lebensmittel im Verpackungsbereich stuft Dr. Michael Siegrist, bei OCS Checkweighers für Forschung und Entwicklung in der Sparte Inspektionstechnik zuständig, als gesundheitlich unbedenklich ein: „Der erzielte Wert ist um den Faktor 3.000 kleiner als der EU-Grenzwert, bei dessen Erreichen überhaupt erst von ‚Bestrahlung‘ gesprochen wird.“ Die Strahlung entspricht der Dosis, der ein Reisender während eines Interkontinentalflugs um den halben Erdball ausgesetzt ist. Für beide Unternehmen hat sich der Einsatz der Röntgentechnik gelohnt: „Unsere Kunden bestätigen uns eine Reduzierung beim Give-away von vormals 4 bis
6 Prozent auf ca. 0,5 Prozent bei gleichzeitig wesentlich besserer Gutgewichtsrate. Diese konnte von 70 bis
85 Prozent auf nahezu 100 Prozent gesteigert werden“, freut sich Bereichsleiter Glas.

 

 

Einen Link zum Unternehmen finden Sie hier.

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Heftausgabe: November 2014
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Über den Autor

Guido Schönfelder
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