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Kennzeichnung von Kosmetikprodukten

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12.06.2012 Kosmetikprodukte unterliegen bestimmten Richtlinien bei der Herstellung. Hierzu gehört auch die konsequente Kennzeichnung mit Herstellungsdatum, Chargennummer und internen Produktionsinformationen. Für die zuverlässige Rückverfolgbarkeit der Produkte werden in die Produktionsanlagen entsprechende Kennzeichnungssysteme integriert. Die Kennzeichnungsqualität ist hier ein wesentliches Kriterium für die Auswahl dieser Systeme.

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Entscheider-Facts Für Anwender


  • Die Kennzeichnung von Kosmetikprodukten soll dauerhaft, qualitativ hochwertig, gut lesbar und trotzdem unauffällig sein.
  • Die Vorteile der Kennzeichnung mit Lasern wie hohe Schreibgeschwindigkeiten, flexible Kennzeichnungsinhalte, Grafikfähigkeit, dauerhafte Kennzeichnung, gute Kennzeichnungsqualität, keine Betriebsmittel und sehr geringer Wartungsaufwand, rechtfertigten die höheren Investitionskosten gegenüber anderen Technologien.
  • Mit Smartlase-Laserkodierern lassen sich Texte, Barcodes und variable Daten in unterschiedlichen Ausrichtungen und verschiedenen Sprachen drucken.
  • Die Dot-Matrix-Technologie ermöglicht kontrastreiche Drucke und einen Druckdurchsatz von bis zu 650 Einheiten/min. Das System kann Produkte sowohl in Bewegung als auch im Stillstand kennzeichnen.
  • Eine effiziente und steuerbare Verwendung der verfügbaren Energie reduziert nicht nur die Kosten, sondern hat auch positive Auswirkungen auf die Leistung.

Faber-Castell ist weltweit einer der größten Hersteller von Qualitäts-Produkten für das Schreiben und Zeichnen. Die internationale Unternehmensgruppe wurde 1761 als Bleistift-Fabrik in Stein bei Nürnberg gegründet. Damit ist es heute eine der ältesten Industriegesellschaften in der Welt und wird von Graf Anton Wolfgang von Faber-Castell in der 8. Generation seiner Familie geführt. Faber-Castell beschäftigt weltweit rund 7.000 Mitarbeiter an 14 Produktionsstandorten und 23 Verkaufsorganisationen. 1978 übertrug die Gesellschaft ihr umfassendes Know-how auch auf die Produktion von kosmetischen Stiften und ist seitdem ein wichtiger Partner für die Kosmetik-Industrie. In Deutschland arbeiten etwa 940 Mitarbeiter in den Werken in Stein und Geroldsgrün. In Geroldsgrün ist die komplette Herstellung der Kunststoff-Spritzgussteile untergebracht. Hier werden die meisten Kunststoffteile für alle Kosmetikstifte gefertigt. Auch die mechanische Entwicklung der Produkte ist in Geroldsgrün angesiedelt. Faber-Castell Cosmetics hat keine eigene Kosmetikserie, aber fast alle großen Kosmetikhersteller sind Kunden für die Kosmetikprodukte aus Stein und Geroldsgrün.

Vom Stempel zum Laser

Um der vom Gesetzgeber vorgegebenen Kennzeichnungspflicht und den Kennzeichnungswünschen der Kunden nachzukommen, wurden die Kosmetikstifte bei Faber-Castell Cosmetics früher mit kalten Stempeln und später durch Räderwerke mit vier oder fünf Stellen gekennzeichnet. Umstellungen der Kennzeichnungsinhalte waren sehr aufwendig und teuer. Als vor Jahren die Anforderungen der Kunden bezüglich Kennzeichnungsqualität und -inhalt immer höher wurden, war eine Modernisierung der Kennzeichnungstechnik unumgänglich. Verschiedene Technologien standen zur Diskussion, allen voran Tintenstrahldruck und Laser. Die Kennzeichnung sollte dauerhaft, qualitativ hochwertig, gut lesbar und trotzdem relativ unauffällig sein. Der Kennzeichnungsinhalt besteht vorwiegend aus Buchstaben und Zahlen, die ein- oder zweizeilig am Umfang der nur zwischen 11 und 22 mm dicken Stifte angebracht werden. Darüber hinaus müssen unterschiedliche Materialen verarbeitet werden: vorwiegend Polypropylen, aber auch Polyester und Acrylbutadienstyrol.

Aufgrund dieser Randbedingungen fiel die Wahl auf die Lasertechnologie. Die Vorteile der Kennzeichnung mit Lasern wie hohe Schreibgeschwindigkeiten, flexible Kennzeichnungsinhalte, Grafikfähigkeit, dauerhafte Kennzeichnung, gute Kennzeichnungsqualität, keine Betriebsmittel und sehr geringer Wartungsaufwand rechtfertigten dabei die höheren Investitionskosten gegenüber anderen Technologien. Bei der Suche nach einem zuverlässigen Geschäftspartner kontaktierte man auch das Unternehmen Markem-Imaje. Letztlich überzeugten das Preis/Leistungverhältnis und die Bedienfreundlichkeit der Kennzeichnungsgeräte die Verantwortlichen bei Faber-Castell Cosmetics. Seither arbeiten die CO2-Laser SmartLase 110i an mehreren Produktionslinien und kennzeichnen die unterschiedlichsten Kosmetikstifte. Die notwendigen Absauganlagen für die Laser wurden ebenfalls von Markem-Imaje geliefert. Diese verhindern, dass die Laserlinsen verschmutzen und dadurch die Kennzeichnungsqualität beeinträchtigt wird.

Einfache Installation und gute Kennzeichnungsqualität

Das Modell Smartlase 110i zeichnet sich durch die einfache Installation und die Fähigkeit schwankende Liniengeschwindigkeiten und Produktverarbeitungsprobleme zu bewältigen aus. Mit Smartlase-Laserkodierern lassen sich Texte, Barcodes und variable Daten in unterschiedlichen Ausrichtungen und verschiedenen Sprachen drucken. Die Dot-Matrix-Technologie ermöglicht kontrastreiche Drucke und einen Druckdurchsatz von bis zu 650 Einheiten/min. Verschiedene Druckauflösungen und die Möglichkeit der Kennzeichnung einer breiten Palette an Materialien machen die Smartlase-Lasersysteme zu einem äußerst flexiblen Instrument. Hinzu kommt, dass das System Produkte sowohl in der Bewegung als auch im Stillstand kennzeichnen kann.

Das Laserstrahl-Management verlängert die Einsatzdauer des Smartlase auf das Dreifache herkömmlicher Laser. Die Installation entlang beliebiger Produktionslinien ist ohne größere Modifikationen vorhandener Abläufe möglich. Da das Kodieren mancher Produkte weniger Energieaufwand erfordert, gestatten Smartlase-Kodierer dem Benutzer die Energiemenge, die an die Oberfläche abgegeben wird, zu steuern. Eine effiziente und steuerbare Verwendung der verfügbaren Energie reduziert nicht nur die Kosten, sondern hat auch positive Auswirkungen auf die Leistung. Die ergonomische Handheld-Bedieneinheit mit intuitiver, Icon-basierter Benutzeroberfläche und die benutzerfreundliche Programmierung reduzieren die Einarbeitungszeiten und vermeiden Bedienfehler.

Abfüllstation bestimmt das Tempo

Die Kennzeichnung der Kosmetikstifte ist im Produktionsablauf in der Regel einer der letzten Schritte. Mit 50 Kennzeichnungen/min liegen die Geschwindigkeiten bei Faber-Castell Cosmetics im unteren Bereich. Erst wenn die Stifte befüllt und mit Verschlusskappen versehen sind, werden sie im hinteren Bereich des Schaftes gekennzeichnet. Nach der Kennzeichnung werden die Stifte geprüft und in einer Kiste für die Kommissionierung bereitgestellt.

Die Lasersysteme bei Faber-Castell Cosmetics arbeiten in den Anlagen als Stand-alone-Geräte. Mit der Software Colos könnten die einzelnen Systeme auch miteinander vernetzt werden. Die Software integriert und verwaltet eine ganze Reihe von Geräten, überwacht und steuert alle Komponenten der Kennzeichnungssysteme und erfasst Produktionsdaten. Die Software hilft, die Produktdatenintegrität zu wahren und den Kennzeichnungsvorgang zu optimieren. Colos kann problemlos über eine ODBC-Schnittstelle an die Datenbank eines Unternehmens angebunden werden und ermöglicht den gesicherten Anlauf von Fertigungschargen für jede einzelne Fertigungslinie und beugt durch Menschen verursachten Fehlern vor.

Die Smartlase-Systeme arbeiten nun schon einige Jahre zur vollsten Zufriedenheit von Faber-Castell Cosmetics. Auch mit dem Kunden-
service ist man sehr zufrieden.

Heftausgabe: Juni 2012

Über den Autor

Christa Weil, freie Fachjournalistin
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