Wibobarrier High Containment

konflikt aufgehoben

06.11.2007

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Vor allem Arbeitsabläufe in nicht geschlossenen Systemen, wie Umfüllen, Abfüllen und Verwiegen und Probenzug bei einer geforderten Produktexposition <1µg/m³, verlangen nach neuen und wirksamen High-Containment-Lösungen. Bei der Projektierung und der Planung solcher Arbeitsplätze kommt es nicht selten zu einem Interessenskonflikt der beteiligten Bereiche. Während Sicherheitsverantwortliche vorzugsweise zu einem geschlossenen System – einem Isolator – tendieren, wird aus Anwendersicht eine freie, flexible Zugänglichkeit bevorzugt.

Isolatoren sind nicht immerökonomisch

Isolatoren, die die höchste Sicherheitsstufe in Bezug auf Personen- und Produktschutz gewährleisten, lassen sich infolge ihrer beschränkten Eingriffsmöglichkeiten und Aktionsradien in den Produktbereich – und bei steigenden Flexibilitätsanforderungen der Produktionsprozesse – nicht immer ökonomisch einsetzen. Die Reinigung eines solchen Systems sowie die Umstellung bei Produktwechsel sind mit hohem Aufwand verbunden. Häufig sind auch die Ansprüche an das Rückhaltevermögen des Arbeitsplatzes nicht so hoch, dass die beträchtlichen Investitionskosten einer solchen Anlage gerechtfertigt wären.

Bei der Entwicklung der Wibobarrier Open Containment Systems (OCS) wurde Priorität auf die Einhaltung von Produktexposition/OEL sowie Reinluftqualität gemäß DIN EN ISO 14644-1 bei einem Höchstmaß an freier Zugänglichkeit, Flexibilität und Ergonomie gesetzt. Das System arbeitet nach einem Drei-Zonen-Prinzip. Im vorderen Haubenbereich bauen integrierte Düsen einen stabilen Reinluft-Trennschleier mit Ejektorwirkung zwischen Produkt und Mitarbeiter auf. Im Produktbereich frei werdende Partikel werden von dem Barrier-Schleier wie von einem Magneten angezogen und direkt vor die frontseitige Ansaugöffnung der Schadstoffabsaugung gefördert, so dass Mitarbeiter und Raum vor eventuellen Produktemissionen geschützt werden und eine diffuse Zone ausgeschlossen wird.

Flexibilität und Ergonomie stehen im Vordergrund

Über den Laminator im Haubenbereich wird H14-gefilterte Reinluft mit einer unidirektionalen Strömung und einer Strömungsgeschwindigkeit von 0,17 bis 0,45m/s – abhängig vom Produkt und der Aufgabenstellung einstellbar – in den Arbeitsbereich geleitet, so dass hier eine Reinraumzone entsteht. Partikel, die von der Person durch das Eingreifen in den Arbeitsbereich frei werden, erfasst der Barrier-Schleier ebenfalls und führt sie direkt der Frontabsaugung zu; daher können diese das Produkt nicht kontaminieren. Als Folge der geringen Strömungsgeschwindigkeiten kann ein Produktabtrag weitestgehend ausgeschlossen werden.

Durch dieses Luftführungssystem ergeben sich trotz geringer Strömungsgeschwindigkeiten robuste Rückhaltevermögen, angelehnt an die EN 14175-3, bei einer freien Frontöffnung von rund 1000mm Höhe. Als Spritz- und/oder Verschleppungsschutz kann eine horizontal leicht zu verschiebende Frontscheibe mit auch Handschuheingriffen eingesetzt werden.
Durch die Weiterentwicklung des Wibobarrier zum Wibobarrier Closed Containment System ist ein multifunktionaler und flexibler Arbeitsplatz zum Umfüllen, Verwiegen und Probenzug von high potent pharmazeutischen Stoffen und APIs entstanden.
Der Wibobarrier Typ CCS (Closed Containment System) ist ist mit horizontal verschiebbaren Schutzscheiben oder Flügeltüren, beides in ergonomisch geformter bzw. montierter Ausführung, ausgestattet. Die Arbeiten mit und am Produkt erfolgen durch Handschuheingriffe. Durch die Frontscheibe, der physikalischen Barriere zwischen Mitarbeiter, Raum und Produktbereich, können Produktexpositionen von <1µg/m³ erreicht werden. Bei der Verarbeitung von weniger gefährlichen Substanzen und zur Ein- und Ausbringung von Produkten werden die Frontscheibensegmente einfach und schnell horizontal verschoben bzw. geöffnet. Auf diese Weise kann der Barrier frei zugänglich genutzt werden.

Beide Systeme können als autarke Anlagen im Umluftbetrieb unabhängig von der vorhandenen Lüftung betrieben werden. Alternativ werden sie an das Abluftsystem angeschlossen.

Heftausgabe: November 2007

Über den Autor

Bernd Weber , Betriebsleiter, Weiss GWE
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