Wachsames Auge

Kontrolle von Pharmaverpackungen mit kamerabasierten Codelesern

Pharma
Food
Kosmetik
Chemie
Planer
Betreiber
Einkäufer
Manager

17.09.2014 Nichts bleibt ungeprüft! Identifizieren und Lokalisieren, Codes und Klarschrift auf Lesbarkeit, Vollständigkeit und Übereinstimmung prüfen sowie eine lückenlose Rückverfolgbarkeit gewährleisten – die Codelesung im Umfeld von pharmazeutischen Verpackungslinien muss vielfältige Aufgabenstellungen meistern, damit Arzneimittel sicher in den Verkehr gebracht werden können.

Anzeige

Entscheider-Facts Für Betreiber

  • Die Codeleserreihe Lector 620 umfasst verschiedene Varianten, die unterschiedliche Automatisierungsanforderungen bedienen. Hohe Leisutngsfähigkeit in besonders anspruchsvollen Applikationen bieten die Codeleser der Produktfamilie Lector 650.
  • Sie vereinen zahlreiche Merkmale, die sie für komplexe Anwesenheits-, Vollständigkeits- und Lesbarkeitsprüfungen geeignet machen, bei denen mehrere Codes gleichzeitig erkannt bzw. gelesen werden müssen.
  • Beide Codeleser-Familien bieten gute Konnektivität.

Die Codeleser der Produktfamilien Lector 620 und Lector 650 bewähren sich in Track & Trace-Applikationen und in der End-of-line-Verpackungsprüfung.

Von der Primärverpackung zum Beispiel von Pillen bis zur Palette mit versandfertigen Pharmaprodukten reichen die Applikationen, die mit den kamerabasierten Codelesern gelöst werden können. Die Produktfamilie Lector 620 umfasst hierzu verschiedene Varianten, die unterschiedliche Automatisierungsanforderungen bedienen. Hohe Leistungsfähigkeit in besonders anspruchsvollen Applikationen bieten die Codeleser der Produktfamilie Lector 650. Sie vereinen zahlreiche Merkmale, die sie für komplexe Anwesenheits-, Vollständigkeits- und Lesbarkeitsprüfungen prädestinieren, bei denen mehrere Codes gleichzeitig erkannt bzw. gelesen werden müssen. Beide Codeleser-Familien bieten idealerweise beste Konnektivität: Ethernet (TCP/IP), Ethercat, Ethernet/IP, Profibus, Profinet, CAN-Bus, RS 232, digitale E/As, USB – alle relevanten Datenschnittstellen sind inklusive Funktionsblöcken in das jeweilige Gerät integriert oder können über entsprechende Feldbus-Gateways, beispielsweise das CDF600-2 (Connection Device Fieldbus), abgebildet werden. Auf diese Weise steht einer applikations-, steuerungs- und validierungsgerechten Integration in Verpackungslinien nichts mehr im Weg.

Die Lösung für das Track & Trace bei der Primär- und Sekundärverpackung
Ein Einsatzbeispiel von Codelesern in der Primärverpackung ist die Überprüfung, ob der Pharmacode auf einer Arzneimittelverpackung identisch mit dem auf dem Beipackzettel ist. Das Modell Lector 620 in der Ausführung Professional ist hierfür geeignet, weil er sich auf einfache Weise auf diese Aufgabe einstellen lässt. Der Codeleser deckt mehr als 80 % aller gängigen Codeleseapplikationen ab und bewährt sich dadurch als universelle Lösung zur schnellen Umsetzung unterschiedlichster Aufgabenstellungen.

Besonders vorteilhaft hierbei ist, dass das Codelesen auch auf unterschiedlich farbigen Verpackungen sehr zuverlässig funktioniert, da der Lector 620 das Lesefeld mit verschiedenfarbigen LEDs ausleuchtet. Über die Version Professional hinaus umfasst die Produktfamilie weitere Codeleser für verschiedene Aufgabenstellungen: ECO als kostengünstige Variante für Basisapplikationen beispielsweise mit bis 1 m/s Transportgeschwindigkeit und gut gedruckten Codes, High Speed für Hochgeschwindigkeitsanwendungen bis zu 6 m/s und das Modell DPM Plus als optimale Lösung für direkt aufgebrachte Kennzeichnungen. In vielen Fällen folgt auf die Verpackung von Pharmaprodukten in Schachteln eine Serialisierung, d. h. die Kennzeichnung mit einem nur einmalig vergebenen Data Matrix Code und einer eindeutigen Buchstaben- und/oder Zahlenkombination. Diese oftmals per Inkjet-Drucker aufgebrachte Kennzeichnung wird in der Regel auf Lesbarkeit, Richtigkeit und Vollständigkeit gegengeprüft, um ein lückenloses Track & Trace ohne Doubletten zu gewährleisten. Für diese Applikation steht das Modell OCR für das Lesen gedruckter Klarschrift, zum Beispiel von Seriennummern, bei gleichzeitiger Identifikation aller gängigen 1D- und 2D-Codes, etwa Data Matrix, zur Verfügung. Mit dem Codeleser ist es möglich, Klarschriftzeichen und -zahlen zu erfassen – sowohl im Stillstand als auch in Bewegung bei Geschwindigkeiten bis 4,0 m/s. Darüber hinaus sorgen intelligente Decodieralgorithmen auch bei einer kritischen Druckqualität für sehr zuverlässige Leseergebnisse.

Einfaches Einlernen von Schriften – auch bei laufender Anlage

Zusätzlich zur Leseperformance überzeugt das Modell OCR in Verpackungsanlagen durch seine einfache Inbetriebnahme und seine Vielseitigkeit. Das Einlernen unterschiedlicher Schrifttypen und Schriftdarstellungen erfolgt im Teach-Modus, unterstützt durch eine bedienfreundliche Assistenz-Funktion. Da der Codeleser zudem über einen integrierten Webserver verfügt, ist für das Einlernen bzw. Trainieren von Zeichen und Zahlen keine spezielle Software erforderlich. Da das Einlernen auch bei laufender Maschine erfolgen kann, bleibt die volle Verfügbarkeit der Verpackungslinie gewahrt. Neben dem Lesen von Mindesthaltbarkeitsdaten und Chargennummern auf Lebensmittel- und Pharmaverpackungen bei gleichzeitiger Identifikation von Data Matrix Codes zählt die Zuführkontrolle von Verpackungen und Zuschnitten in Verpackungsmaschinen zu den weiteren Einsatzgebieten des Lector 620 OCR.

Bündellesung leicht gemacht

Nachdem die einzelnen Verpackungen serialisiert und geprüft wurden, erfolgt in einem weiteren Verpackungsschritt die Zusammenfassung der Einheiten zu Bündeln. Bei korrektem Prozessablauf muss jedes Bündel systembedingt vorgegebene Verpackungen in einer definierten Anzahl enthalten, zum Beispiel zwölf Packungen eines Medikamentes, die fortlaufend nummeriert sind. Der Codeleser Lector 650 wurde speziell konzipiert für Applikationen mit wechselnden Objekthöhen und Leseabständen, großen Sichtbereichen, beliebig ausgerichteten Codes und hohen Transportgeschwindigkeiten. So bietet das Modell Flex eine kosteneffiziente Lösung für mittlere Veränderungen der Objekthöhe. Die Produktvariante Dynamic Focus ist in der Lage, sich in Sekundenbruchteilen durch Verstellen der Fokuslage an den jeweiligen Leseabstand anzupassen und somit größere Variationen der Objekthöhe zu tolerieren. Eine leistungsstarke LED-Beleuchtung für das Lesefeld ist in den Codeleser integriert. Besonders für die Bündellesung wichtige Merkmale des Lector 650 sind die integrierte, hochauflösende 4-Megapixel-Bildaufnehmer und die großzügig dimensionierten „Weitwinkel“- Lesefelder. Beides zusammen ermöglicht es, einen oder – wie bei der Bündellesung – mehrere Barcodes mit einer Strichstärke von 0,35 mm in einem Lesefeld von fast 500 mm x 500 mm sicher zu identifizieren. Die Kennzeichnung darf dabei an jeder beliebigen Position im Sichtfeld der Kamera und in jeder Verdrehlage erscheinen. Leistungsfähige Decodieralgorithmen sorgen dabei dafür, dass auch Codes mit schwachen Kontrasten oder zerstörten Teilbereichen sicher erfasst und ausgewertet werden können. Da der Bildaufnehmer mit einer Aufnahmerate von 40 Hz arbeitet, ist der Codeleser auch für Maschinengeschwindigkeiten bis 4 m/s geeignet und bietet damit genügend Leistungsreserven für End-of-line-Applikationen in Verpackungsmaschinen. Hierzu zählt beispielsweise auch das Verpacken einzelner oder gebündelter Verpackungen in Versandkartons, bei dem alle Packungsetiketten auf einmal identifiziert und gezählt werden.

Umfangreiche Diagnoseoptionen für bestmögliche Verfügbarkeit
Bei der Bündellesung erfasst der Codeleser alle Codes im Lesefeld mit einer einzigen Aufnahme und prüft, ob das Bündel vollständig ist und die richtigen Seriennummern enthält. Während des laufenden Betriebs der Verpackungsmaschine wird der Anwender dabei durch intelligente Analysemöglichkeiten unterstützt, die ein Höchstmaß an Verfügbarkeit gewährleisten. Eine davon ist das Speichern und Auswerten von Bildern eines Bündels oder Kartoninhalts oder nur von No-reads. Mögliche Ursachen für Leseprobleme können so sofort identifiziert und behoben werden. Hierzu können mithilfe der Softwareplattform diese Bilder interpretiert sowie für das Erstellen von Statistiken und das Erkennen von Trends genutzt werden. Zusätzlich bietet die integrierte  Micro SD-Speicherkarte die Möglichkeit, Bilder wie auch Parametersicherungskopien zu speichern. Dieses Cloning gewährleistet im Falle des Austauschs eines Codelesers, dass alle betriebsrelevanten Einstellungen einschließlich der Fokuslage direkt in das neue Gerät geschrieben werden und die Dauer des Anlagenstillstands dadurch auf ein Minimum reduziert wird.

Track & Trace bis auf die Palette

Die kamerabasierten Codeleser der beider Produktfamilien gewährleisten ein lückenloses Track & Trace jeder einzelnen Verpackungseinheit bis in den Versandkarton hinein. Im weiteren Prozess der Zusammenführung auf Paletten bewähren sich CLV630-Barcodescanner, die sowohl alle palettierten Kartons als auch das Kennzeichnen der Palette selbst identifizieren und so auch eine Rückverfolgung versendeter Produkte ermöglichen.

 

Hier geht‘s zur Homwepage des Anbieters

 

Heftausgabe: September 2014
Anzeige

Über den Autor

Patrick Braun und Steffen Nübling, Produktmanager 2D Vision in der Division Identification & Measuring Sick
Loader-Icon