Marktvorteil Outsourcing

Lohnhersteller liefern Pharmaproduktion State-of-the-Art

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17.02.2010 Die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young sehen in ihrem diesjährigen Business Risk Report für die Pharmaindustrie nach wie vor den Kostendruck als eine der bestimmenden Herausforderungen. Die „Post-Blockbuster-Ära“ verlangt nach neuen Geschäftsmodellen und Marktstrategien. Das lässt Outsourcing und Lieferantenintegration weiter an Bedeutung gewinnen. Schon längst findet die Weiterentwicklung der Produktionsmöglichkeiten auch bei Lohnherstellern statt.

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Die effizient funktionierenden Lieferketten in der Automobilindustrie legen den Vorteil einer segmentierten Supply Chain offen: Jedes Glied beziehungsweise jedes Unternehmen der Kette liefert seine Kernkompetenz, die es konzentriert ausbauen kann. Die so gewonnene Flexibilität wirkt sich auf den gesamten Prozess aus.

Als 100%ige Tochter von Bayer
 Healthcare tritt die GP Grenzach Produktions GmbH als Lohnhersteller im Pharma- und Healthcaremarkt auf. Kontinuierlich baut das Unternehmen seine Kompetenzen in den Bereichen Salben, Spritzen, Verpackungen und Services aus. „Servicelevel, Operational Excellence und Flexibilität sind Vorteile, die einen Lohnhersteller ausmachen und die daher die Leitlinie „we care for your products“ darstellen“, beschreibt Business Development Manager Mathias Felber den Entwicklungsrahmen für Pharmadienstleister wie GP.

Technischen Standard gesetzt

Dass hierbei auch die technische Entwicklung aktiv weitergetrieben wird, zeigt die Salbenproduktion bei GP. Im Frühjahr 2010 startet der Lohnhersteller sein Zentrum für sterile Salben. Auf 1?200?m2 werden hier Rohstoffe bemustert und ausgewogen, sterile Salben gemischt und abgefüllt, das ganze mit einer Jahreskapazität von bis zu 25 Mio. Tuben. Die Zuführung der Tuben einschließlich der Öffnung der Tubentrays erfolgt vollautomatisiert ohne Anwesenheit von Bedienpersonal im Reinraum. „Unseres Wissens ist das für sterile Salben in Europa bislang einzigartig. Wir haben auf jeden Fall einen technischen Standard gesetzt“, sagt Dr. Jörg Schirmer, bei GP Bereichsleiter für Salbenherstellung und Verpackung.

Der Schritt, ein separates Zentrum allein für die Herstellung steriler Salben einzurichten, war die konsequente Umsetzung der hohen Anforderungen des Annex I der Good Manufacturing Practice Regularien für Sterilprodukte. Es entstand ein komplett neuer Produktionsbereich mit einem State-of-the-Art-Zonenkonzept, das die Vorgaben für Reinräume gemäß cGMP-Vorgaben umsetzt. Die neue Produktionsanlage, direkt verbunden mit einer ebenfalls neuen Hochleistungsfüllmaschine, ermöglicht eine vollautomatisierte Sterilproduktion und aseptische Abfüllung bei hohem Produktionstakt und höchstem Qualitätsniveau. Möglich war dies aufgrund der Erfahrung des Lohnherstellers auf diesem Gebiet, wie Schirmer es beschreibt: „Die Salbenproduktion ist eine Kernkompetenz von uns. Wir greifen hier auf jahrelange Erfahrung zurück, die uns eine Expertise für Produktion, Anforderungen und Markt verschafft hat.“

Perfekte Performance Pflicht

GP ist für die Produktion aller halbfesten Formen der Bepanthen-Produktserie verantwortlich. Im sterilen Bereich fertigt das Grenzacher Unternehmen die Bepanthen Augen- und Nasensalbe, das sterile Salbenprodukt mit der europaweit größten Auflage. „Insgesamt sind bei uns 30 Formulierungen für sterile wie nicht sterile Salben, Gels und Cremes etabliert“, sagt Schirmer. Dabei sei für das Salbenzentrum auch eine Produktion gemäß FDA-Richtlinien angedacht.

Der OTC- wie auch der Pharmamarkt verfügen über noch viel Potenzial. Hersteller werden zunehmend auf die Kompetenzen von Dienstleistern zurückgreifen. „Märkte wie Produkte werden immer komplexer. Da braucht es Flexibilität, um kurzfristig auf Veränderungen reagieren zu können“, fasst Mathias Felber von GP zusammen und bestätigt auch die Ergebnisse des aktuellen Ernst-&-Young-Reports. „Nur wer dem Auftraggeber eine perfekte Performance bietet, bleibt international konkurrenzfähig. Das versuchen wir Lohnhersteller für uns und damit auch für unsere Kunden ständig zu realisieren.“

Entscheider-Facts
Für Anwender
Die „Post-Blockbuster-Ära“ verlangt nach neuen Geschäftsmodellen und Marktstrategien.
Servicelevel, Operational Excellence und Flexibilität sind Vorteile, die einen Lohnhersteller ausmachen.
Dass hierbei auch die technische Entwicklung aktiv weitergetrieben wird, zeigt die Salbenproduktion bei GP.
Der Schritt, ein separates Zentrum allein für die Herstellung steriler Salben einzurichten, war die konsequente Umsetzung der hohen Anforderungen des Annex I der Good Manufacturing Practice Regularien für Sterilprodukte.

Heftausgabe: Februar 2010
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Christiane Hilsmann, freie Fachjournalistin

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Christiane Hilsmann, freie Fachjournalistin
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