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Mehr Umsatz durch neue Produkte: Merck steckt hohe Ziele

14.10.2016 Viel erreicht und noch viel vor: Der Darmstädter Pharmakonzern Merck hat seine Investoren über den Fortschritt der Unternehmensziele bis 2018 informiert. Allein die Pharmapipeline soll bis 2022 Umsätze von 2 Mrd. Euro hervorbringen.

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„Wir wollen für unsere Wissenschaftler ein Arbeitsumfeld schaffen, das Wachstum und berufliche Weiterentwicklung fördert – also einen Ort, an dem wissbegierige Menschen wachsen und gedeihen können.“ Offensichtlich funktioniert dieses von Merck-Geschäftsführer Kai Beckmann vorgegebene Ziel, denn als bester Deutscher im Ranking verbessern sich die Darmstädter von Platz 17 auf Platz 11. (Bild: Merck)

Merck hat hohe Ziele bis 2018, und darüber hinaus. (Bild: Merck)

Zu diesem Umsatzziel will der Konzern jedes Jahr ein neues Medikament oder eine neue Indikation zur Zulassung bringen. Ein Medikament befindet sich seit 2016 in der Prüfung zur Zulassung, einen weiteren Zulassungsantrag bereitet das Unternehmen noch für dieses Jahr vor. Seit Oktober 2015 erreichten 20 Projekte die nächste Phase der klinischen Medikamenten-Entwicklung oder stehen kurz davor. Merck konzentriert sich bei der Erforschung neuer Medikamente auf die drei Therapiegebiete Immunologie, Immunonkologie und Onkologie. Offenbar mit Erfolg: Der Unternehmensbereich Healthcare verzeichnet organisches Wachstum über die letzten 20 Quartale. „Wir sind überzeugt, dass wir unsere für 2018 gesteckten Ziele erreichen“, sagte Stefan Oschmann, CEO und Vorsitzender der Geschäftsleitung von Merck. „Wir haben unsere Pharma-Pipeline fokussiert und kontinuierlich weiterentwickelt.“

Auch die Integration des übernommenen Konzerns Sigma-Aldrich verläuft besser als nach Plan: „Wir werden die ursprünglich geplanten Synergien sogar toppen, da zusätzliche Umsatzsynergien hinzukommen“, so Oschmann. Das Unternehmen erwartet, die Synergieziele aus der Übernahme um 20 Mio. Euro zu übertreffen. Aufgrund der hohen Nachfrage aus der biopharmazeutischen Industrie wuchs der Merck-Unternehmensbereich Life Science schneller als der Markt.

Große Zukäufe im Volumen von über 500 Mio € schließt Merck weiterhin aus. „Wie nach den großen Akquisitionen der Vergangenheit arbeiten wir auch nach dem Zukauf von Sigma-Aldrich an einer raschen und durchgreifenden Entschuldung des Konzerns und wollen bis 2018 wieder einen Verschuldungsgrad von unter 2 erreicht haben“, sagte Finanzvorstand Marcus Kuhnert. „Dann sind auch wieder größere Akquisitionen denkbar.“ Merck hat seit 2002 Zu- und Verkäufe im Volumen von rund 38 Mrd. Euro getätigt.

„Auch zukünftig an der Spitze des wissenschaftlichen und technologischen Fortschritts“

Außerdem will das Unternehmen seine Position im Bereich der Displaymaterialien nachhaltig stärken. In den margenstärkstes Unternehmensbereich Performance Materials flossen darum weitere Investitionen, unter anderem für eine 30 Mio. Euro teure OLED-Produktionsanlage in Darmstadt. Im Laufe des Jahres 2017 plant Merck die Markteinführung der Flüssigkristallgeneration SA-VA für große TV-Geräte. Im August hat Merck zudem eine Kooperation mit der britischen Nanoco bekannt gegeben, einem führenden Hersteller von Quantenmaterialien. Das Flüssigkristall-Know-how des Konzerns soll künftig auch in andere Bereiche als ins Displaygeschäft fließen. Im Automobilbereich sollen Flüssigkristalle unter anderem in Form von Smart Antennas mit einem sehr hohem Datendurchsatz zum Einsatz kommen.

Zudem richteten CEO Stefan Oschmann und Finanzvorstand Marcus Kuhnert den Blick über das Jahr 2018, das 350-jährige Firmenjubiläum, hinaus.  „Mit unseren drei starken und profitablen Geschäften wollen wir auch zukünftig an der Spitze des wissenschaftlichen und technologischen Fortschritts stehen“, sagte Oschmann mit Blick auf die kommenden Jahre. Bis 2022 will Merck mit neuen Produkten Umsätze im Volumen von rund 4 Mrd. Euro erzielen.

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