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Merck erhöht nach drittem Quartal Ergebnisprognose für 2013

22.11.2013 Merck, Darmstadt, hat im 3. Quartal 2013 mit 2,659 Mrd. Euro gegenüber dem Vorjahresquartal mit 2,722 Mrd. bedingt durch gegenläufige Währungseffekte leicht rückläufige Umsatzerlöse erzielt. Das organische Wachstum der Umsatzerlöse beträgt 4,7 %. Beim Ebitda vor Sondereinflüssen wurde der bislang beste Quartalswert erzielt.

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Merck erhöht nach drittem Quartal Ergebnisprognose für 2013

Die Umsatzerlöse des Krebsmedikamnetes Erbitux verzeichneten im 3. Quartal 2013 ein organisches Wachstum von 8,2 %; durch negativen Währungseffekte ergibt sich allerdings ein leichter Rückgang der Umsätze um 0,8 % auf 223 Mio. Euro (Bild. Merck)

Das Ebitda vor Sondereinflüssen stieg mit 10 % gegenüber dem Vorjahr auf 831 Mio. Euro trotz stark negativer Währungseffekte deutlich an, so dass die Jahresprognose des Pharma-, Chemie- und Life-Science-Unternehmens auf etwa 3,2 Mrd. Euro bis 3,25 Mrd. Euro angehoben werden konnte. Grund hierfür war die beschleunigte Umsetzung der Effizienzsteigerungsmaßnahmen im Rahmen des Transformationsprogramms „Fit für 2018″.

„Das erneut starke Ergebnis beweist einmal mehr, dass wir mit dem Umbau unseres Unternehmens auf Kurs sind. Merck ist bereits jetzt stärker und profitabler als zu Beginn unseres Veränderungsprozesses vor einigen Jahren“, so der Vorsitzende der Geschäftsleitung, Karl-Ludwig Kley, in Darmstadt. „Nun gilt es, die deutlich leistungsfähigere Plattform dazu zu nutzen, unser Geschäft in den kommenden Jahren nachhaltig profitabel weiterzuentwickeln.“

Die Gesamterlöse gingen aufgrund negativer Währungseffekte im Vergleich zum Vorjahresquartal leicht um 3,1 % auf 2,752 Mrd. Euro zurück. Bei den Umsatzerlösen, also den Gesamterlösen abzüglich der Lizenz- und Provisionserlöse, beschleunigte sich das organische Wachstum im 3. Quartal 2013 zwar auf 4,7 %. Durch gegenläufige Währungseffekte in Höhe von 7,1 % gaben die Umsatzerlöse jedoch leicht auf 2,659 Mrd, Euro nach.

Wachstumstreiber Emerging Markets
Zum organischen Wachstum im 3. Quartal hat vor allem das dynamische Geschäft in den Emerging Markets beigetragen, also in Lateinamerika und Asien (ohne Japan). Dort lag das organische Umsatzplus bei 11 %. Die in den vergangenen Jahren verstärkte geschäftliche und strategische Ausrichtung der Merck-Gruppe auf diese Wachstumsregionen trägt erkennbar Früchte. Die Emerging Markets entwickelten sich im 3. Quartal erstmals zur Region mit dem höchsten prozentualen Anteil an den Konzernumsätzen: Mit 37 % lagen sie knapp vor Europa (36 %), wo die Entwicklung wie in den anderen Weltregionen deutlich verhaltener verlief. Von den 4 Sparten der Merck-Gruppe verzeichneten drei – Merck Serono, Consumer Health und Merck Millipore – auch im 3. Quartal ein erfreuliches organisches Umsatzwachstum. Lediglich bei Performance Materials gingen die Umsätze organisch leicht zurück, blieben aber auf einem hohen Niveau.

Die berichteten Umsätze sämtlicher Sparten und Regionen waren in noch deutlich stärkerem Maße als in den Vorquartalen von negativen Wechselkurseffekten beeinträchtigt. Vor allem die Kursentwicklung des japanischen Yen, des US-Dollar sowie lateinamerikanischer Währungen waren dafür verantwortlich.

Ergebnissprung und deutlich verringerte Nettoverschuldung
Die Ebitda-Marge stieg auf 31,2 % und übertraf damit erneut die Marke von 30 % (Q3 2012: 27,7 %). Beim operativen Ergebnis (EBIT) verzeichnete die Merck-Gruppe im 3. Quartal 2013 einen Anstieg um 51 % auf 482 Mio. Euro (Q3 2012: 318 Mio. Euro) und damit ebenfalls eine neue Bestmarke. Das den Anteilseignern von Merck zustehende Konzernergebnis stieg im 3. Quartal mit einem Sprung auf 340 Mio. Euro (Q3 2012: 185 Mio. Euro).

Sparte Merck Serono
Merck Serono, die biopharmazeutische Sparte von Merck, hat im 3. Quartal ihre erfolgreiche Geschäftsentwicklung fortgesetzt. Zugleich wurde die Neuausrichtung der Produkt-Pipeline vorangetrieben und damit die Basis für künftiges Wachstum weiter verbessert. Im 3. Quartal belief sich das organische Wachstum der Gesamterlöse auf 3,4 %. Unter Berücksichtigung negativer Wechselkurseffekte in Höhe von 6,7 % sanken die Gesamterlöse im Vergleich zum Vorjahresquartal um 3,4 % auf 1, 568 Mrd. Euro. Die Umsatzerlöse gingen trotz eines soliden organischen Wachstums von 5,2 % wechselkursbedingt leicht um 1,8 % auf 1,483 Mrd. Euro zurück.

Zum organischen Wachstum trug neben den Medikamenten in den Therapiegebieten General Medicine, Fruchtbarkeit und Endokrinologie auch Erbitux als Therapie gegen Krebserkrankungen bei. Die Umsatzerlöse von Erbitux verzeichneten im 3. Quartal 2013 ein erfreuliches organisches Wachstum von 8,2 %. Zusammen mit negativen Währungseffekten von 8,9 % ergab sich insgesamt ein leichter Rückgang der Umsätze um 0,8 % auf 223 Mio. Euro. Die weltweiten Umsatzerlöse von Rebif, des umsatzstärkstem Einzelproduktes von Merck zur Behandlung rezidivierender Formen der Multiplen Sklerose, sanken im 3. Quartal 2013 organisch um 3,4 %. Grund dafür war insbesondere der verschärfte Wettbewerb in Nordamerika, dessen Auswirkungen durch Preiserhöhungen nicht vollständig kompensiert werden konnten. Unter Berücksichtigung negativer Währungseffekte reduzierte sich der Umsatz um 7,9 % auf 460 Mio.. Euro.

Das Ebitda vor Sondereinflüssen der Sparte Merck Serono stieg um 7,7 % auf 501 Mio.. Euro, beziehungsweise auf 33,8 % des Umsatzes (Q3 2012: 466 Mio.. Euro bzw. 30,8 %). Diese starke Verbesserung der Marge um 3 Prozentpunkte, die trotz signifikanter Wechselkursbelastungen und des Wegfalls der Avonex-Lizenzerlöse in Höhe von rund 30 Mio.. Euro erzielt wurde, verdeutlicht das gute operative Management und die verbesserte Kostenstruktur der Sparte.

Sparte Consumer Health
In der Sparte Consumer Health, in der Herstellung und Vertrieb nicht verschreibungspflichtiger Medikamente angesiedelt sind, zahlt sich die erfolgte Restrukturierung mit einer deutlichen Reduzierung der Produktpalette und einer Fokussierung auf vielversprechende Märkte immer mehr aus. Die Umsatzerlöse der Sparte stiegen im 3. Quartal 2013 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 7,0 % auf 131 Mio. Euro. Einem kräftigen organischen Wachstum von 15 % standen dabei gegenläufige Wechselkursveränderungen von 7,6 % gegenüber. Die starken organischen Zuwächse wurden in allen Regionen erzielt, wobei insbesondere Europa und die Emerging Markets ausschlaggebend waren. Im dritten Quartal verzeichneten 6 der 8 strategischen Marken (Bion, Nasivin, Femibion, Cebion, Sangobion und Kytta) zweistellige Wachstumsraten.

Sparte Performance Materials
Auch im 3. Quartal 2013 setzte sich die positive Entwicklung der Sparte Performance Materials fort. Merck behauptete die Marktführerschaft bei Flüssigkristall-Mischungen für LC-Bildschirme sowie bei speziellen Effektpigmenten für dekorative Anwendungen erfolgreich. Die Umsatzerlöse der Sparte gingen im Vergleich zu dem sehr starken Vorjahresquartal organisch leicht um 1,8 % zurück, vor allem weil Kunden von Flüssigkristallmaterialen wie erwartet damit begonnen haben, Lagerbestände abzubauen. Unter Berücksichtigung negativer Wechselkurseffekte von 7,1 % sanken die Spartenumsätze um 8,9 % auf 406 Mio. Euro. In den ersten neun Monaten 2013 verzeichnete die Sparte Performance Materials ein organisches Umsatzwachstum von 4,3 %, das durch negative Währungseffekte von 4,2 % aufgezehrt wurde. Damit blieben die Umsatzerlöse mit 1,259 Mrd. Euro auf Vorjahresniveau.

Während in der Geschäftseinheit Liquid Crystals, die mehr als 70 % zu den Umsatzerlösen von Performance Materials beiträgt, die Verkaufsvolumina leicht zurückgingen, verzeichnete die Geschäftseinheit Pigments & Cosmetics ein organisches Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich. Haupttreiber dafür war die gestiegene Nachfrage nach dekorativen Pigmenten der Xirallic-Produktfamilie, die insbesondere in Automobillacken eingesetzt werden.

Das Ebitda vor Sondereinflüssen von Performance Materials blieb im 3. Quartal mit 197 Mio. Euro auf Vorjahreshöhe. Gemessen an der Ebitda-Marge vor Sondereinflüssen verbesserte sich die Profitabilität dennoch von 44,2 % im Vorjahreszeitraum auf nunmehr 48,4 %. Ausschlaggebend dafür waren vor allem Veränderungen im Produktmix bei der Geschäftseinheit Liquid Crystals sowie eine konsequente Umsetzung von Effizienzsteigerungsmaßnahmen in der Geschäftseinheit Pigments & Cosmetics.

Sparte Merck Millipore
Die Sparte Merck Millipore, die Laborgeräte, Reagenzien und Dienstleistungen für Life Science-Unternehmen anbietet, verzeichnete in einem weiter schwierigen Marktumfeld auch im 3. Quartal 2013 einen starken organischen Umsatzzuwachs von 5,9 %. Die Akquisition von Biochrom in Berlin, im vergangenen Jahr trug 0,7 % zum Wachstum bei. Aufgrund negativer Wechselkurseffekte von 7,2 % im 3. Quartal gingen die Umsatzerlöse der Sparte jedoch leicht um 0,6 % auf 639 Mio. Euro zurück.

Ein wichtiger Wachstumstreiber der Sparte war die Geschäftseinheit Process Solutions, die Produkte für den Einsatz in der Arzneimittelherstellung anbietet. Process Solutions profitierte von der weiterhin gesunden Nachfrage ihrer Kunden und konnte auf dieser Basis Preise und Absatzmengen steigern. In der Geschäftseinheit Lab Solutions, die ein breites Spektrum an Produkten für Forscher und wissenschaftliche Labore anbietet, war für das organische Wachstum neben Preissteigerungen auch die gestiegene Nachfrage nach Biomonitoring-Produkten, vor allem von Kunden der Pharmaindustrie, ausschlaggebend. Demgegenüber litt die Geschäftseinheit Bioscience, die hauptsächlich Produkte und Dienstleistungen für akademische und pharmazeutische Forschungslabors anbietet, unter den Kürzungen der Gesundheitsbudgets in den USA.

Merck Millipore erwirtschaftete im 3.Quartal ein Ebitda vor Sondereinflüssen von 157 Mio. Euro, ein Plus von 3,4 %. Dies entspricht einer Marge von 24,6 % gegenüber 23,7 % im Vorjahreszeitraum.

(dw)

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