Zukäufe und Kooperation

Merck erweitert Krebsforschung

12.01.2017 Der Darmstädter Pharmakonzern Merck übernimmt vier Forschungs- und Entwicklungsprogramme der US-Biotechfirma Vertex. Der Konzern baut damit seine Krebsforschung aus. Hinzu kommt ein Kooperationsvertrag mit dem Krebsforschungsinstitut Anderson Cancer Center.

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DNA-Reparatur und Immunonkologie sind die Forschungsfelder, die Merck mit seinen jüngsten Zukäufen stärken will. (Bild: Gernot Krautberger – Fotolia)

Gegenstand der Vereinbarung mit dem Unternehmen Vertex aus Boston ist die weltweite Entwicklung und Vermarktung von vier vielversprechenden Forschungs- und Entwicklungsprogrammen mit neuartigen Ansätzen bei der Krebstherapie. Merck erwirbt zwei klinische Programme zum Therapieansatz der DNA-Schäden und Reparatur sowie zwei weitere neuartige präklinische Forschungsprogramme. Vertex erhält 230 Mio $ Vorauszahlung sowie Lizenzgebühren auf zukünftige Produktumsätze. „Mit diesem strategischen Portfoliokauf stärken wir unsere Onkologie-Pipeline in zwei attraktiven Gebieten, in denen wir bereits erhebliche Kompetenz haben, DNA-Schäden und Reparatur sowie Immunonkologie“, sagte Belen Garijo, Leiterin des Unternehmensbereichs Healthcare und Mitglied der Geschäftsleitung von Merck (hier die Mitteilung des Unternehmens).

Ziel der Kooperation mit dem Anderson Cancer Center der University of Texas ist die schnellere Entwicklung von Prüfsubstanzen für Krebstherapien bei den vier Tumorarten Brust- und Darmkrebs, sowie Glioblastom und Leukämie. EMD Serono, das biopharmazeutische Geschäft von Merck in den USA und Kanada, erhält dabei Zugang zur Forschungsplattform Apollo (Adaptive Patient-Oriented Longitudinal Learning and Optimization) des Forschungsinstituts. Damit erfolgt eine standardisierte Langzeiterfassung von Daten zur Krankengeschichte von Patienten und von Gewebeproben, die dem besseren Verständnis der biologischen Hintergründe von Krebserkrankungen dienen und die Bereitstellung von Therapien für Patienten beschleunigen sollen. Im Rahmen der Kooperation sollen sowohl Biomarker-fokussierte präklinische Untersuchungen als auch klinische Studien zu bestimmten Tumorarten durchgeführt werden. Ziel ist es, Biomarker für Ansprechen und Therapieresistenzen zu identifizieren und ein besseres Verständnis der Tumorbiologie zu erlangen. „Diese Zusammenarbeit ist ein weiteres Beispiel für unser Engagement, für Krebspatienten Entscheidendes zu bewirken. Dazu wollen wir unsere Immunonkologie-Pipeline beschleunigt vorantreiben“, sagte Garijo (hier die Mitteilung des Unternehmens).

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