Markt

Merck im 2. Quartal: Umsatz um 1,9 % gewachsen

15.08.2014 Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern hat im 2. Quartal 2014 eine Umsatzsteigerung - bedingt durch die Übernahme von AZ Electronic Materials - in Höhe von 1,9 % auf 2,8 Mrd. Euro erzielt. Das organische Wachstum der Umsatzerlöse betrug 3,4 %; die akquisitionsbedingte Umsatzsteigerung betrug 3,0 %, der jedoch negative Wechselkurseffekte in Höhe von -4,5 % gegenüberstanden.

Anzeige
Merck im 2. Quartal: Umsatz um 1,9 % gewachsen

In Europa konnte Merck die schwächere Nachfrage nach Bion und Nasivin im 2. Quartal durch den starken Absatz des Nahrungsergänzungsmittels Femibion sowie lokaler Marken in Deutschland und Frankreich ausgleichen (Bild: Merck)

Das Ergebnis (Ebitda) vor Sondereinflüssen stieg trotz deutlich gesunkener Lizenz- und Provisionserlöse auf 846 Mio. Euro, was einer Ebitda-Marge vor Sondereinflüssen von 30,3 % (Q2 2013: 30,1 %) entspricht. Das Konzernergebnis lag im 2. Quartal 2014 bei 303 Mio. Euro (Q2 2013: 316 Mio. Euro). Akquisitionsbedingte Sondereinflüsse, gesunkene Lizenz- und Provisionserlöse sowie negative Wechselkurseffekte zeichneten für den Rückgang verantwortlich.

„Wir hatten ein solides zweites Quartal“, sagte Karl-Ludwig Kley, Vorsitzender der Geschäftsleitung. „Dafür ist in erster Linie unser gesundes operatives Geschäft verantwortlich. Vor allem in den Emerging Markets konnten wir für alle Sparten gute Geschäfte verzeichnen. Die verstärkte Ausrichtung von Merck auf diese attraktiven Regionen trägt erkennbar Früchte. Auch die abgeschlossene AZ-Übernahme wirkt sich positiv auf den Konzernumsatz und das Ebitda vor Sondereinflüssen aus.“

Blick in die Geschäftsbereiche
Die biopharmazeutische Sparte Merck Serono erzielte im 2. Quartal ein organisches Wachstum der Umsatzerlöse von 3,0 %, zu dem fast alle Therapiegebiete beitrugen. Aufgrund negativer Wechselkurseffekte in Höhe von -4,4 % sanken die Umsätze der Sparte insgesamt leicht um -1,4 % auf 1,4 Mrd. Euro. Das Medikament Rebif (gegen Multiple Sklerose) verzeichnete durch die schwieriger werdende Wettbewerbssituation im 2. Quartal einen organischen Rückgang von 2,8 %; unter Berücksichtigung negativer Wechselkurseffekte von -4,2 % fiel der Umsatz insgesamt um 7,0 % auf 464 Mio. Euro. Die organischen Umsatzerlöse des Krebsmedikaments Erbitux stiegen indes im 2. Quartal stark um 11,3 %; unter Berücksichtigung negativer Wechselkurseffekte in Höhe von -4,9 % ergab sich ein Anstieg der Umsätze um 6,5 % auf 229 Mio. Euro. Besonders erfolgreich entwickelten sich im 2. Quartal 2014 die Medikamente der Thyroid-Familie (gegen Schilddrüsenerkrankungen) sowie Gonal-f (zur Behandlung von Unfruchtbarkeit). Die Lizenz- und Provisionserlöse von Merck Serono gingen im 2. Quartal deutlich um 30,8 % auf 64 Mio. Euro zurück.

Die Sparte Consumer Health erzielte im 2. Quartal ein kräftiges organisches Umsatzwachstum von 8,5 %, prozentual das stärkste aller vier Sparten. Gegenläufige negative Wechselkurseffekte in Höhe von -5,2 % führten letztlich zu einem Umsatzanstieg um 3,3% auf 185 Mio. Euro. Das organische Wachstum der Umsatzerlöse wurde hauptsächlich durch die profitablen strategischen Marken Neurobion, Floratil und Femibion sowie durch die lokalen Marken in Deutschland getrieben.

Merck Millipore, das Geschäft mit Analysentechnik und Reagentien für die Life-Science-Forschung und Produktion, hat im 2. Quartal ein gutes organisches Umsatzwachstum von 4,0 % erzielt. Dem organischen Anstieg standen allerdings negative Wechselkursveränderungen in Höhe von -4,2 % gegenüber. Dabei trugen alle Geschäftseinheiten zum organischen Wachstum bei. Die Geschäftseinheit Process Solutions, die unter anderem Produkte für den Einsatz in der Arzneimittelherstellung anbietet, erzielte mit 8,3 % das stärkste organische Umsatzwachstum innerhalb von Merck Millipore und profitierte dabei von der gestiegenen Nachfrage der Pharmaindustrie nach Produkten für die Herstellung biologischer Arzneimittel, insbesondere nach Filtrationssystemen und Einweg-Lösungen. Lab Solutions verzeichnete ein leichtes organisches Umsatzwachstum von 0,4 %. Die Geschäftseinheit Bioscience verzeichnete einen moderaten organischen Umsatzanstieg von 2,0 %.

Die Umsatzerlöse der Sparte Performance Materials, die das gesamte Spezialchemikaliengeschäft von Merck umfasst, stiegen im 2. Quartal um 17,3 % auf 506 Mio. Euro. Diese positive Entwicklung war maßgeblich von der Übernahme von AZ Electronic Materials getrieben, die zu einer Umsatzsteigerung der Sparte von 20,5 % beziehungsweise führte. Zum organischen Wachstum von 1,8 % trugen die bestehenden Einheiten Liquid Crystals, Pigments & Cosmetics und Advanced Technologies bei.

Prognose für das Gesamtjahr 2014 bestätigt
Aufgrund der Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2014 bestätigt der Konzern seine Prognose für das Gesamtjahr 2014 und erwartet weiterhin ein leichtes organisches Umsatzwachstum, welches durch die bereits genannten negativen Wechselkurseffekte aufgezehrt wird.

Weblink zum Thema
Die ausführlichere Pressemitteilung des Unternehmens zum Bilanz des 2. Quartal 2014 lesen Sie auf der Internetseite von Merck oder direkt hier.

(dw)

Anzeige
Loader-Icon