Markt

Merck kauft Millipore

02.03.2010 Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck übernimmt das amerikanische Life-Science-Unternehmen Millipore. Die beiden Unternehmen haben am Sonntag einen Vertrag unterzeichnet, nach dem Merck alle ausstehenden Aktien von Millipore (Volumen: rund  5,3 Mrd. €) übernehmen wird.

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zoom in Dr. Karl-Ludwig Kley ist Vorsitzender der Geschäftsleitung der Merck KGaA (Bild: Merck)

Durch den Zusammenschluss entsteht ein Life-Science-Unternehmen mit einem Umsatzvolumen von rund 2,1 Mrd €. Beide Unternehmen wollen dadurch ihre Stellung in den profitablen Wachstumsbereichen biotechnologische Forschung und Produktion verstärken. „Diese Übernahme ist sowohl für Aktionäre als auch für Kunden und Mitarbeiter beider Unternehmen äußerst attraktiv“, sagte Dr. Karl-Ludwig Kley, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Merck. „Merck und Millipore passen hervorragend zusammen und gemeinsam werden wir in der Lage sein, die gesamte Wertschöpfungskette für Pharma- und Biopharma-Kunden abzudecken. Durch das Angebot integrierter Lösungen, die über unser bestehendes Chemieportfolio hinausgehen, eröffnen sich uns ganz neue Wachstumsmöglichkeiten.“
Millipore verfügt über eine starke Position in den attraktiven Segmenten Bioresearch und Bioproduction. Das Angebot umfasst Produkte, Technologien und Serviceleistungen zur Verbesserung der Produktivität in Laboren sowie zur Entwicklung und Optimierung von Produktionsprozessen. Zu Millipores Kunden gehören vor allem Unternehmen der Pharma- und Biopharmazeutischen Industrie sowie Forschungseinrichtungen. Im Jahr 2009 erwirtschaftete Millipore mit rund 6.000 Mitarbeitern in über 30 Ländern einen Umsatz von 1,7 Mrd US-$.
Dr. Karl-Ludwig Kley sagte: „Indem wir Millipores Expertise in den Bereichen Bioscience und Bioprocess mit unserer Erfahrung im Geschäft mit Pharmakunden bündeln, können wir das enorme Potenzial unseres Chemiegeschäftes realisieren. Zusätzlich zu unserer eigenen Marke wird die bekannte Millipore-Marke zur Stärkung unseres gesamten Produktangebots beitragen.“

Die Akquisition folgt Mercks Strategie, sich auf hochprofitable Spezialprodukte mit attraktiven Wachstumsraten zu konzentrieren. Darüber hinaus führt sie zu einem ausgewogeneren Verhältnis zwischen Pharma und Chemie auf Konzernebene. Derzeit erwirtschaftet der Unternehmensbereich Chemie rund 25% der Gesamterlöse der Gruppe. Nach Abschluss der Transaktion wird das Chemiegeschäft durch das starke Liquid-Crystals- und das neue Life-Science-Geschäft 35% der Gesamterlöse in Höhe von 8,9 Mrd € (pro forma) erwirtschaften.

Um eine erfolgreiche Integration zu gewährleisten, wird Merck bei der Zusammenführung der beiden Geschäfte auf operativer Ebene nach dem Prinzip „best of both worlds“ vorgehen. Das Unternehmen strebt darüber hinaus an, das Millipore-Top-Management zu übernehmen und auf der starken Personalbasis des Unternehmens aufzubauen. Merck beabsichtigt, den Unternehmenssitz von Millipore in Billerica beizubehalten und mit Mercks Chemiehauptsitz in den USA zusammenzulegen. Merck geht davon aus, dass der Zusammenschluss innerhalb von drei Jahren nach Abschluss der Transaktion zu Kostensynergien in Höhe von jährlich rund 100 Mio US-$ (75 Mio €) führen wird.

 

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