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Merck übernimmt Sigma-Aldrich für rund 13 Mrd. Euro

22.09.2014 Das Pharma- und Chemieunternehmen Merck, Darmstadt, hat mit dem US-amerikanischen Chemikalienhersteller Sigma-Aldrich dessen Übernahme für rund 13,1 Mrd. Euro in bar vereinbart. Die Akquisition stärkt vor allem Mercks Life-Science-Geschäft mit der Sparte Merck Millipore.

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Rakesh Sachdev (l.), Vorsitzender des Vorstands von Sigma-Aldrich, und Karl-Ludwig Kley (r.), Vorsitzender der Geschäftsleitung von Merck (Bild: Merck)

Sigma-Aldrich zählt über 9.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2013 einen Umsatz von 2,7 Mrd. US-Dollar (etwa 2,1 Mrd. Euro). Das Unternehmen produziert und vertreibt über 230.000 Chemikalien, Biochemikalien sowie andere essentielle Produkte für Forschung, Entwicklung, Analytik sowie für industrielle und kommerzielle Märkte. Auf Basis der Finanzkennzahlen von Merck für das Geschäftsjahr 2013 würde sich der Gesamtumsatz des zusammengeführten Life-Science-Geschäfts beider Unternehmen damit um 79 % auf 4,7 Mrd. Euro erhöhen. Der Konzernumsatz von Merck würde um rund 19 % steigen.

Merck wird alle ausstehenden Anteile an Sigma-Aldrich für 140 US-Dollar je Aktie in bar erwerben. Der vereinbarte Preis entspricht einem Aufschlag von 37 % auf den durchschnittlichen Schlusskurs des vorhergehenden Monats. Die Unternehmensleitung von Sigma-Aldrich hat der Transaktion bereits zugestimmt. Den Aktionären von Sigma-Aldrich soll die Vereinbarung zum Zusammenschluss auf einer außerordentlichen Aktionärsversammlung zur Zustimmung vorgelegt werden. Merck rechnet mit jährlichen Synergien von rund 260 Mio. Euro, die innerhalb von drei Jahren nach Vollzug der Transaktion voll realisiert werden sollen. Merck will die beiden Unternehmen miteinander verschmelzen.

„Diese Transaktion markiert einen Meilenstein in unserem Transformationsprogramm, das darauf abzielt, unsere drei Geschäfte in den nächsten Jahren zu starken Wachstumsplattformen auszubauen“, sagte Karl-Ludwig Kley, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Merck. Die beiden Unternehmen, die nach Einschätzung von Kley „perfekt zueinander passen“, können den Kunden in Forschung und Wissenschaft, Pharma- und Biopharmaherstellung, Diagnostik und Testlabors ein sehr viel breiteres Produktangebot anbieten. „Durch die Zusammenführung sichern wir uns stabiles Wachstum und Profitabilität in unserem Life-Science-Geschäft …“. Rakesh Sachdev, Vorsitzender des Vorstands von Sigma-Aldrich, begrüßte die Übernahme: „Das gemeinsame Unternehmen bietet seinen Kunden bedeutende Vorteile, beispielsweise ein breiteres, komplementäres Produkt- und Dienstleistungsangebot, mehr Möglichkeiten, in bahnbrechende Innovationen zu investieren, einen noch besseren Kundenservice sowie eine führende E-Commerce- und Vertriebsplattform in der Industrie.“

Das gemeinsame Unternehmen wird über eine effizientere Lieferkette mit mehr als 300.000 Produkten verfügen. Im Geschäftsfeld Life-Science-Forschung (Laboratory & Academia) werden die beiden Unternehmen zusammen ein komplementäres Produktangebot von Laborchemikalien und -reagenzien anbieten können. In der Bio-/Pharmaproduktion wird Sigma-Aldrich das bestehende Produkt- und Dienstleistungsangebot von Merck Millipore entlang der gesamten Wertschöpfungskette in der Medikamentenentwicklung und -herstellung ergänzen.

Merck will nach Abschluss der Transaktion sowohl in St. Louis als auch in Billerica eine signifikante Präsenz beibehalten. Ähnliches gilt auch für andere bedeutende Standorte von Merck Millipore wie Darmstadt und Molsheim.

(dw)

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