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Neue Frost & Sullivan-Analyse: Der Markt für die biopharmazeutische Herstellung von Wirkstoffen

02.01.2004 Mit biotechnologisch hergestellten Medikamenten wurden nach einer neuen Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan im Jahr 2002 weltweit 41,3 Mrd. US-Dollar umgesetzt. Unbestrittener Marktführer sind dabei die USA, auf die ein Anteil von jeweils über 70% am Gesamtumsatz und an Forschungs- und Entwicklungsausgaben entfällt. Mit 8,3 Mrd. US-Dollar Umsatz (20%) und Ausgaben von fast 5

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Mit biotechnologisch hergestellten Medikamenten wurden nach einer neuen Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan im Jahr 2002 weltweit 41,3 Mrd. US-Dollar umgesetzt. Unbestrittener Marktführer sind dabei die USA, auf die ein Anteil von jeweils über 70% am Gesamtumsatz und an Forschungs- und Entwicklungsausgaben entfällt. Mit 8,3 Mrd. US-Dollar Umsatz (20%) und Ausgaben von fast 5 Mrd. US-Dollar für Forschung und Entwicklung (22%) folgt Europa auf dem zweiten Platz.


Europa ist traditionell stark im Bereich Forschung und Entwicklung, verfügt über fortgeschrittene technologische Fähigkeiten und beherbergt weltweit die meisten Biotechnologieunternehmen. Die weitere dynamische Entwicklung ist allerdings durch ernsthafte Finanzierungsprobleme und Kapazitätsengpässe gefährdet. Nachhaltiges Wachstum in der Region ist nach Dr. Raju Adhikari, Research Analyst bei Frost & Sullivan nur möglich, wenn die Wettbewerber diesen Herausforderungen wirksam begegnen.


Die zweite kritische Herausforderung für die Branche insgesamt ist die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage bei den Fertigungskapazitäten. Dr. Adhikari führt dazu aus: „Kurzfristig bedeutet der zu erwartende Kapazitätsengpass zwar, dass die Unternehmen erstklassige Preise für ihre Leistungen erzielen können. Langfristig könnte sich das aber völlig verändern, wenn sich durch neue Fertigungsstandorte und Kapazitätsausbau schwierigere Marktbedingungen für die Hersteller entwickeln.“ Immerhin sollen die Fertigungskapazitäten von 2 Mio.l im Jahr 2003 auf über 3 Mio.l im Jahr 2006 ausgebaut werden.


Insbesondere die zahlreichen biopharmazeutischen Wirkstoffe, die sich in der klinischen Erprobung befinden, dürften eine beträchtliche Kapazitätsnachfrage entstehen lassen und dadurch einen weiteren Kapazitätsausbau motivieren. Laufende Versuche mit Schlüsselmedikamenten für Krebs, AIDS, Diabetes und Herzerkrankungen sollen die Nachfrage zusätzlich stimulieren. Die zunehmende Verbreitung der genannten Krankheiten und die wachsende Zahl alter Menschen dürften auch weiter zu einer steigenden Kapazitätsnachfrage beitragen.


Allerdings könnten eine gesteigerte Prozessausbeute und neue Expressionssysteme für die großtechnische Herstellung von Wirkstoffen das Kapazitätsangebot dramatisch verändern. So hat beispielsweise die transgene Technologie das Potenzial, große Produktionskapazitäten zu viel niedrigeren Kosten zu liefern als gegenwärtige Expressionssysteme. Insofern gilt: „Wenn das Kapazitätsangebot die Nachfrage übersteigt, hätte das entscheidende Auswirkungen auf die gesamte Branche und würde die Bedeutung der Fertigungsfunktion schwächen. Dann wäre mit einer Reduzierung der Preise für die Vertragsfertigung zu rechnen, was zulasten der Gewinnmargen der Vertragshersteller gehen würde. Vorteilhaft wären die Überkapazitäten dagegen unter dem Gesichtspunkt einer besseren Verfügbarkeit der Produkte und eines leichteren Zugangs zu Kapazitäten für Forschungs- und Entwicklungsfirmen,“ schließt Adhikari. Der Titel der Analyse lautet „Biopharmaceuticals Industry Analysis – Quantification of Supply and Demand of Manufacturing Capacities“, Report B181)

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