Der Pieks gegen Aids?

Neuer Ansatz für Impfung gegen HIV

10.03.2015 Impfungen sind gerade wieder Gegenstand reger Diskussion: Während diese Zeilen entstehen, sind viele Büroräume Deutschlands von der Grippewelle leergespült, da sich die diesjährige Grippe-Impfung aufgrund einer Mutation des Virus als weitgehend unwirksam erweist.

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Neuer Ansatz für Impfung gegen HIV

Bild: ©fotoliaxrender – fotolia.com

Und nach dem tragischen, weil eigentlich so einfach vermeidbaren Tod eines Kleinkindes an den Masern, diskutieren Ärztekammer und Politik über die Möglichkeit einer Impfpflicht für alle Bundesbürger. Fast wäre dabei eine weitere Forschungs-Meldung untergegangen, die es in sich hat: Wissenschaftler des Scripps Research Instituts (TSRI) arbeiten gerade an nicht weniger als einer Impfung gegen das HI-Virus. Die ersten Versuche klingen auf jeden Fall vielversprechend; denn der sich in der Entwicklung befindliche Stoff ist laut Studien in der Lage, jeden HIV-1-, HIV-2- sowie SIV- (Simianes Immundefizienz-Virus; er gilt als Ursprung des HI-Virus) Erreger, der zuvor vom Menschen oder auch Resusaffen isoliert wurde, zu blockieren.

Proteine statt Antikörper
„Anders als Antikörper, die nicht in der Lage sind große Teile des HIV-1-Erregers zu neutralisieren, erwies sich unser Protein bei allen Erreger-Tests als effektiv“, kommentiert Prof. Michael Farzan, Leiter des Projekts, den Stand seiner Forschungen. Dabei setzen Farzan und sein Team bei einem Co-Rezeptor namens CCR5 an. Dieser beinhaltet ungewöhnliche Modifikationen an Stellen, die für das Anbinden des HI-Virus verantwortlich sind. Hierauf basierende Proteine sind es, die Infektionen künftig verhindern sollen. Daneben setzt das Team aber auch auf den bereits bekannten Mechanismus eines „delivery vehicle“. Ein ins Muskelgewebe gespritztes künstlich erzeugter Adeno-assoziierter Virus verwandelt Zellen, wie auch jeder andere Virus, in regelrechte Fabriken, die dann eigenständig und über Jahre hinaus genügend schützendes Protein erzeugen könnten.

Hier gelangen Sie zur Seite des Instituts.

Heftausgabe: März 2015
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Über den Autor

Philip Bittermann, Redaktion Pharma+Food
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