Hoher Preisdruck

Novartis stellt Generika-Geschäft auf den Prüfstand

15.12.2017 Der Pharmakonzern Novartis zieht Konsequenzen aus dem harten Preiskampf auf dem Generika-Markt: In den USA will das Unternehmen seine Generika-Sparte möglicherweise einstellen oder verkaufen.

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Auch Novartis im Visier der Strafverfolgung

Der Generika-Markt ist stark umkämpft.  Novartis überlegt, in den USA aus dem Geschäft auszusteigen. (Bild: avarand – Fotolia)

„Als Reaktion auf den hohen Preisdruck optimieren wir derzeit unser US-Portfolio”, zitiert das Handelsblatt einen Novartis-Mitarbeiter. Da der Konzern sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren wolle, gehöre dazu gegebenenfalls auch der Verkauf oder die Einstellung von Produkten jenseits der Kernkompetenzen sowie „die Konzentration der Investitionen auf strategische Bereiche, die das Wachstum vorantreiben und den Zugang verbessern werden.“

Bereits im November 2017 hatte der Pharmakonzern Insidern zufolge Optionen für das Dermatologie-Geschäft seiner Generika-Sparte Sandoz geprüft. Ein eventueller Verkauf könnte bis zu 1,5 Mrd. CHF (knapp 1,3 Mrd. Euro) in die Kassen von Novartis spülen. Details über die Zukunft der Sparte nannte der Konzern bislang jedoch noch nicht.

Der Konkurrenzkampf auf dem Generika-Markt betrifft auch andere Unternehmen: Ratiopharm-Mutterkonzern Teva kürzte zuletzt drastisch Arbeitsplätze wegen schwindender Umsätze, Anteilseigner Allergan will einen großen Teil seiner fallenden Teva-Aktien verkaufen. Dem Pharmakonzern Roche machen auf den Markt drängende Nachahmer-Produkte seiner Medikamente aufgrund auslaufender Patente zu schaffen. Der Gesundheitskonzern Fresenius hat dagegen seine Aktivitäten im Generika-Geschäft mit Zukäufen ausgebaut.

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