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Olivenöl-Pressrückstände als Antioxidantien-Quelle nutzen

20.02.2014 Das EU-Projekt „Phenolive“ soll dafür sorgen, dass die Rückstände aus der Olivenöl-Pressung nicht mehr länger bloß im Müll landen. Sie enthalten unter anderem Polyphenole mit antioxidativer Wirkung, die in der Pharma-, Kosmetik- oder auch Nahrungsmittelindustrie weiterverwendet werden können.

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Mit gepulsten elektromagnetischen Feldern will das EU-Projekt die Extraktion von Polyphenolen aus dem Oliventrester deutlich steigern und dann kommerziell vermarkten (Bild: Phenolive)

8 Mio. t Trester bleiben in Europa jedes Jahr bei der Olivenöl-Pressung übrig. Von der Verwertung dieser Masse könnte die europäische Wirtschaft stark profitieren. Die Pressrückstände enthalten etwa 2 bis 8 g Polyphenole pro kg. Insbesondere Hydroxytyrosol, Tyrosol und Oleuropein könnten daraus extrahiert warden; diese Polyphenole sind für ihre antioxidative Wirkung bekannt.

Mit gepulsten elektromagnetischen Feldern soll die Extraktion der Polyphenole aus dem Oliventrester deutlich gesteigert werden. Der Markt für Polyphenole in der EU hatte 2011 ein Volumen von 2.250 t im Wert von 120 Mio. Euro. Dieser Markt könnte nach Schätzungen neuerer Studien auf 290 Mio. Euro in 2016 wachsen.

Das Projekt Phenolive läuft noch bis 2016. Beteiligt sind neben der TU Wien die Firmen Laboratoire Phenobio, Repotec, Hakki Usta, Effitech und Mora Industrial. Dazu kommt noch der Technologie-Consulter Ateknea Solutions und der Technologietransfer-Berater Amarante Process. Die EU fördert Phenolive im Rahmen des Förderprogramms FP7.

Was nach der Olivenölpressung und der Polyphenol-Gewinnung immer noch übrig bleibt, kann dann zur Energiegewinnung genutzt werden – und in diesem Teil des Projektes spielt das Institut für Verfahrenstechnik der TU Wien die entscheidende Rolle. Das Team rund um Prof. Hermann Hofbauer hat ein Vergasungsverfahren entwickelt, das an Versuchsanlagen der Universität, aber auch in den Großanlagen in Oberwart und Güssing mit großem Erfolg erprobt und weiterverbessert wurde.

Im Lauf der Jahre konnte das Team der TU Wien einige wichtige Patente anmelden. „Die nächste Generation der Dual-Fluid-Vergasung ermöglicht die Nutzung alternativer Festbrennstoffe. Dazu gehören unter anderem biogene Reststoffe aus der Olivenölindustrie. Mit der neuen Generation der Vergasungstechnologie erwarten wir einerseits eine verbesserte Prozesseffizienz und andererseits auch eine bessere Gasqualität“, erklären Johannes Schmid und Stefan Müller, Mitarbeiter des Forschungsbereichs von Prof. Hofbauer. Durch eine bessere Gasqualität werden auch weiterführende Synthesen möglich, etwa die Produktion von Treibstoffen.

Weblink zum Thema
Weitere Informationen über das EU-Projekt Phenolive finden Sie auf der Internetseite des Projektes oder direkt hier.

(dw)

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