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Parker-Prädifa erweitert tschechisches Werk um Reinraum-Fertigung

19.12.2013 Parker-Prädifa hat am tschechischen Standort Sadská eine Reinraumzelle in Betrieb genommen und damit seine Produktionskapazitäten für die Medizin- und Pharmaindustrie erweitert. Schwerpunkt ist die Fertigung von Teilen aus Elastomer- und Kunststoffkomponenten, die beispielsweise in der Pharma-Prozesstechnik eingesetzt werden.

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Parker-Prädifa hat im tschechischen Sadská eine moderne Reinraum-Fertigungszelle mit Spritzgießtechnik sowie Verbindungs- und Montagetechnik in Betrieb genommen (Bild: Parker Hannifin)

Die Produkte, die Tschechien gefertigt werden, werden an den deutschen Standorten Pleidelsheim und Bietigheim entwickelt. Die 130 m2 große GMP-konforme Reinraumzelle umfasst mehrere Reinräume der Klassen ISO 7 bis ISO 9 und ist so ausgelegt, dass sowohl ein weiterer Ausbau als auch der Anschluss kundenspezifischer Fertigungszellen problemlos möglich ist.

Fertigungstechnisches Herzstück der Zelle ist modernste Spritzgieß-Technik zur Verarbeitung unterschiedlichster Materialien in Reinraumklasse 8, unter anderem Silikone (LSR und HCR), TPE und andere Elastomere sowie 2K-Lösungen (beispielsweise Silikon/Kunststoff oder TPE/Kunststoff). Für die Fertigung hochpräziser, partikelfreier Formteile und Dichtungen steht ein neuer Mikro-Spritzgießautomat in Reinraumklasse 7 zur Verfügung, mit dem auch hochtransparente Flüssigsilikone verarbeitet werden können.

Speziell für sogenannte Single-Use-Systeme und alternativ zur herkömmlichen Verbindungstechnik mittels Kabelbindern wird die fortschrittliche Over-Moulding-Technologie eingesetzt. Sie dient vor allem dazu, Silikon- und TPE-Schläuche mit anderen Komponenten aus Kunststoff, beispielsweise aseptischen Steckverbindern, Filtern oder Transportbehältnissen, oder verschiedene Schläuche miteinander zu verbinden. Durch das im Vergleich zu Kabelbindern geringere Leckagerisiko eignet sich die Over-Moulding-Technologie besonders zur Konfektionierung von Produkten, die in kritischen Prozessbereichen eingesetzt werden.

Neben dem klassischen Bondieren beziehungsweise Verkleben erfolgt auch die Montage von Kunststoffkomponenten mittels Ultraschall-Schweißen in Reinraumklasse 7. PTFE- oder PES-Membranen lassen sich damit sicher und zuverlässig auf Kunststoffteilen fixieren. Wesentliche Vorteile dieses Verfahrens, das vor allem bei der Montage von Produkten genutzt wird, die im klinischen Bereich für Infusionstherapien eingesetzt werden, sind eine hohe Reproduzierbarkeit und der Nichteinsatz von Zusatzstoffen, wodurch die Produktreinheit erhöht wird.

Mit der neuen Reinraum-Fertigungszelle in Sadská kommt der Hersteller den steigenden Qualitätsanforderungen durch eine noch schnellere und bessere Unterstützung bei Systemlösungen nach. Zur Qualitätssicherung setzt das Unternehmen modernste Prüftechnik ein, die sowohl den hohen Sicherheitsanforderungen der Medizin- und Pharmaindustrie entspricht als auch wirtschaftlich ist. Zur Verpackung der im Reinraum gefertigten Produkte stehen verschiedene Optionen zur Wahl: vom einfachen PE-Beutel über PETG-Einzelblister mit Tyvekdeckel bis hin zu Tiefziehpalletten.

Der Parker-Prädifa-Standort Sadská ist bereits nach ISO/TS 16949 zertifiziert. Eine Zertifizierung nach ISO 13485:2012 ist für Anfang 2014 geplant. Parker-Prädifa gehört zur Engineered Materials Group der US-amerikanischen Parker Hannifin Corporation.

(dw)

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