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Pfizer übernimmt Allergan – 160 Mrd. Dollar-Deal hat auch Steuergründe

25.11.2015 Es ist die bislang größte Übernahme in der Pharmaindustrie: Für 160 Milliarden US-Dollar übernimmt Pfizer den irischen Botox-Hersteller Allergan (Jahresumsatz 16 Mrd. USD). Die beiden Unternehmen haben sich am Montag auf eine Fusion per Aktientausch geeinigt. 

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Pfizer wird den Botox-Hersteller Allergan für 160 Milliarden US-Dollar übernehmen (Bild: April Cat-Fotolia)

Mit einem Gesamtumsatz von zirka 64 Milliarden US-Dollar wird Pfizer damit wieder zum größten Pharmaunternehmen der Welt und stößt den Schweizer Pharmazeuten Novartis vom Pharma-Thron. Neben der Portfolio-Erweiterung spielen nach Einschätzungen von Experten vor allem steuerliche Gründe bei der Übernahme eine Rolle: Mit der Übernahme will Pfizer seinen Firmensitz von den USA an die Adresse von Allergan (Dublin) verlagern. In Irland zahlt das Unternehmen künftig fast zehn Prozent weinger Steuern als in den USA – für Pfizer eine Einsparung von rund einer Milliarde Dollar. Die Opterative Führung soll aber in New York verbleiben.

Bereits im vergangenen Jahr wollte Pfizer mit dem Versuch der Übernahme von Astrazeneca seinen Unternehmenssitz aus Steuergründen nach Großbritannien verlagern. In den USA wurden jüngst neue Vorschriften erlassen, um die Steuervermeidung durch grenzübergreifende Fusionen zu erschweren. Dass diese im Fall Pfizer/Allergan allerdings greifen werden wird von Rechtsexperten bezweifelt. 

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Eine Pharma+Food-Analyse zur Übernahmewelle in der Pharmaindustrie (Okt. 2014) finden Sie hier.

(as)

 

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