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pH-neutrales Derouging – eine sichere und schnelle Lösung

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28.10.2011 Auch Oberflächen aus Edelstahl stehen einem Alterungsprozess gegenüber. Die Beeinträchtigung der schützenden Passivschicht führt zu einem rostroten Belag, dem so genannten Rouging. Eine Alternative zu aggessiven Reinigungslösungen ist ein neues Konzept auf Basis eines pH-neutralen Derougings.

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Entscheider-Facts Für Anwender

  • Ein neuartiges Konzept auf Basis einer pH-neutralen Derouging-Lösung entfernt schnell und wirksam Rouge.
  • Neu entwickelte und vollständig dokumentierte pH-neutrale Derouging-Produkte arbeiten ohne aggressive Chemikalien und versetzen selbst stark von Rouging betroffene Anlagenteile oder Behälter wieder in einen sehr guten
  • Zustand.
  • Berichte aus der Praxis zeigen die Wirksamkeit des neuartigen Derouging-
  • Systems.
  • Anwender schätzen den Umgang mit pH-neutralen Lösungen; dies betrifft auch die problemlose Entsorgung der gebrauchten Lösungen.

Rouging kann in Bezug auf das breit abgestützte Kriterium „visuell rein“ nicht akzeptiert werden. Besonders weil sich Rouge häufig in Anlagen zur Produktion von gereinigtem Wasser oder Reinstwasser sowie den Verteilsystemen und Vorratsbehältern bei Temperaturen ab 50 °C gerne ausbildet. Eine mögliche Freisetzung von Partikeln ist denkbar, weil sich Rouge im Anfangsstadium einfach mit einem fuselfreien Tuch abwischen lässt. Das Risiko einer Kontamination des Endproduktes mit Partikeln ist aus Sicht der Prozesssicherheit nicht vertretbar.

Herkömmliche Methoden mit
Nachteilen behaftet

Die regelmäßige Entfernung der Rougeschichten und eine anschließende Passivierung schaffen hier Abhilfe. Bis heute wurde dazu häufig mit stark sauren Reinigungslösungen gearbeitet. Ein neuartiges Konzept auf Basis einer pH-neutralen Derouging-Lösung entfernt schnell und wirksam Rouge. Diese Lösung bietet in Bezug auf die Materialverträglichkeit aber auch bezüglich Arbeitssicherheit sowie dem Entsorgen der gebrauchten Lösungen entscheidende Vorteile gegenüber den traditionellen Methoden.
Unter dem Begriff „rostfreier Edelstahl“ versteht man chemisch gesehen Legierungen auf Eisenbasis mit mindestens 11 % Chromanteil. Ein Angriff des Werkstoffes an der Atmosphäre wird dann durch Ausbilden einer oberflächlichen, hauchdünnen, chromoxidreichen Schutzschicht verhindert. Diese dünne Schutzschicht ist im Alltagseinsatz, vor allem in der pharmazeutischen Sterilproduktion oder in der biotechnologischen Herstellung, ständig vielen verschiedenen Einflüssen ausgesetzt. Die schützende Chromoxidschicht verarmt zunehmend und die sich mit der Zeit ausbildenden Eisenoxide färben die Oberfläche rostrot. Dieser Effekt wird nun auch visuell als Rouge wahrgenommen. Abhilfe war bisher nur mit stark sauren Reinigungsmitteln wie beispielsweise Phosphor-/Schwefelsäure-Mischungen mit einem Säuregehalt von teilweise > 30 % sowie mit aggressiven Zusätzen wie Komplexbildnern möglich. Vor der Entsorgung mussten die gebrauchten Lösungen vorgängig aufwendig neutralisiert werden.
Neu entwickelte und vollständig dokumentierte pH-neutrale Derouging-Produkte wie Deconex Derouge-Systemarbeiten ohne aggressive Chemikalien. Sie versetzen selbst stark von Rouging betroffene Anlagenteile oder Behälter wieder in einen sehr guten Zustand. Dabei erlauben die Produkte eine Anwendung im Flutverfahren wie auch durch CIP-Spritzverfahren oder durch Zirkulation in Leitungen.

Wirkungsvolle Beseitigung von Rouge
Berichte aus der Praxis zeigen die hohe Wirksamkeit des neuartigen Derouging-Systems. Wirksamkeit und einfache Handhabung wurde insbesondere bei der Behandlung von Wasser- und Dampfsystemen, Autoklaven, Gefriertrocknungsanlagen sowie Ansatz- und Produktionsbehältern nachgewiesen. Für Lagerbehälter oder Fermenter bietet sich sowohl das Tauch- wie auch das Sprühverfahren an, um reine Oberflächen zu erzielen.
Anwender schätzen den Umgang mit pH-neutralen Lösungen; dies betrifft auch die problemlose Entsorgung der gebrauchten Lösungen. Erhöhte Arbeitssicherheit und reduzierte Entsorgungskosten sind wichtige Vorteile gegenüber dem Einsatz von Säuren.
Je nach Behältergröße und Stärke des Rougings werden die Konzentrate mit 75 bis 85 °C heißem, demineralisiertem oder gereinigtem Wasser vermischt. Der Derougingvorgang dauert je nach Temperatur und Belagstärke zwischen 30 und 240 min. Die Reaktivität des Derouging-Systems lässt sich über einen Test periodisch überprüfen. Eine Neutralisation der gebrauchten Derouging-Lösungen ist nicht notwendig. Behälteroberflächen bzw. Rohrleitungen sollten nun noch mindestens 5 min lang mit fließendem kalten oder heißem Wasser nachgespült werden. Eine anschließende Passivierung wird empfohlen, um die Anlage schnell wieder in Betrieb zu nehmen. Aus Betreibersicht ist der Nachweis möglicher Rückstände aus dem Derouging- und Passivier-Prozess von großer Wichtigkeit. Hier ist entscheidend, dass die eingesetzten Produkte lückenlos dokumentiert sind und der Hersteller auch die Prozessführung unterstützen kann.

Heftausgabe: November 2011
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Dr. Lorenz Egli, Bereichsleiter  Life Sciences Borer Chemie

Über den Autor

Dr. Lorenz Egli, Bereichsleiter Life Sciences Borer Chemie
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