Markt

Pharma- und Biotech-Branche verzeichnet Trend zu M&A-Transaktionen

16.07.2009 Wenn ein Branchenriese den anderen schluckt ist dies mit einer Vielzahl von   Auswirkungen auf das jeweilige Unternehmen verbunden. Frost & Sullivan hat die unzähligen Fusionen und Übernahmen der Pharma- und Biotech-Branche in den letzten Jahren jetzt zum Anlass genommen, dieses Geschäftsmodell einmal genauer zu analysieren. Wo einer der Gründe für die diversen Mega-Deals unter

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Wenn ein Branchenriese den anderen schluckt ist dies mit einer Vielzahl von   Auswirkungen auf das jeweilige Unternehmen verbunden. Frost & Sullivan hat die unzähligen Fusionen und Übernahmen der Pharma- und Biotech-Branche in den letzten Jahren jetzt zum Anlass genommen, dieses Geschäftsmodell einmal genauer zu analysieren.

Wo einer der Gründe für die diversen Mega-Deals unter den Pharmariesen zu finden ist, steht für Frost & Sullivan fest: die allgemeine Wirtschaftskrise und die damit einhergehende Kreditknappheit. Doch das Beratungsunternehmen sieht die Konsolidierungen noch anderweitig begründet. Während der Wert der Branchenriesen gesunken ist, ist gleichzeitig der Druck auf sie gestiegen. Sie haben mit auslaufenden Patenten für Blockbuster-Medikamente, regulatorischen Hürden, dem Wettbewerb mit Generika-Herstellern, ineffizienter Ressourcennutzung oder austrocknenden Produktpipelines wegen zu geringer Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen zu kämpfen.

Daher sind nach Erkenntnissen von Frost & Sullivan solche Pharmafirmen für Übernahmen am attraktivsten, die aussichtsreiche Wirkstoffentwicklungspipelines und ein geringes Risiko für auslaufende Medikamente haben oder mit denen bereits Allianzen und Lizenzvereinbarungen bestehen. Allerdings, so führt das Beratungshaus an, haben solche M&A-Aktivitäten im Bezug auf die Forschungsaktivitäten keine entscheidenden Steigerungen zur Folge gehabt. Außerdem geht mit einer solchen Fusion meist auch die Ausgliederung von Nicht-Kernbereichen einher. Als Konsequenz für die Patienten führt Frost & Sullivan ihre Entmachtung und gleichzeitig die Stärkung des Pharmakartells.

Außerdem erkennt Frost & Sullivan noch einen weiteren Trend in der Pharmabranche: die Fokussierung auf das Thema Biotech. Jedoch, so gibt das Beratungsunternehmen an, wird die Branche ihr Interesse an Blockbuster-Medikamenten nicht verlieren, sondern vielmehr den Produktionsschwerpunkt in der Biotech-Sparte auf kleinmolekulare und biologische Blockbuster verlegen und dort vermehrt in die Forschung und Entwicklung zu investieren.

Abschließend zieht Frost & Sullivan als Fazit, dass große Pharmafirmen sich nicht primär auf Mega-Deals konzentrieren sollten, sondern ihren Fokus auf kleine und mittelständische Firmen legen sollten. Denn davon würde nach Ansicht des Beratungsunternehmens nicht nur die Biotech-Branche, sondern letztlich der gesamte Pharmamarkt profitieren.

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