Markt

Pharmaindustrie am Scheideweg zwischen Anstieg und Stagnation?

21.11.2012 Laut einer globalen Studie der Unternehmensberatung Pricewaterhousecoopers (PWC) könnte der globale pharmazeutische Markt bis 2020 auf einen Gesamtumsatz von annähernd 1,6 Bio. US-Dollar kommen. Allerdings könnten die Umsätze in Europa sinken, würden aber durch Wachstumsmärkte mehr als wett gemacht.

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Laut einer globalen Studie der Unternehmensberatung Pricewaterhousecoopers könnten die Pharma-Umsätze in Europa bis 2020 sinken, würden aber durch Wachstumsmärkte mehr als wett gemacht (Daniel Fuhr-Fotolia)

Dabei werden die Umsätze in Europa („Big 5″: Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Vereinigtes Königreich) zwar von 205 Mrd. auf 194 Mrd. US-Dollar sinken, aber: In den Wachstumsmärkten (etwa BRIC-Staaten, Teile Südamerikas und Osteuropas) werden sich demnach die Umsätze mehr als verdoppeln, von derzeit 205 Mrd. auf 499 Mrd. US-Dollar. Das ist das Ergebnis einer neuen PWC-Studie (From vision to decision, Pharma 2020). Demzufolge hat die Pharmaindustrie durchaus gute Gründe, optimistisch in die Zukunft zu blicken. Indes muss sie sich wegweisenden Entscheidungen und Herausforderungen stellen, die vor allem das Verhältnis zu den Kunden, den Bereich Forschung und Entwicklung sowie die mitunter eingefahrenen Geschäftsprozesse betreffen.

Gefordert ist die Industrie darüber hinaus in Anbetracht der fortlaufend steigenden Kosten. Weltweit wächst der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt, wie die Studie ermittelte. Insbesondere in den entwickelten Industriestaaten, wo die Pharma-Industrie traditionell ihre höchsten Erträge erwirtschaftet hat, steht ein Ausgabenanstieg auf 15,5 % im Jahr 2020 von 9,6 % im Jahr 1995 zu erwarten, so die Experten der Unternehmensberatung. „Diese Entwicklung muss die Industrie unbedingt umkehren. Das heißt, sie muss einen Mehrwert vor allem in Gestalt klarer Therapieerfolge für diese Preisentwicklung bieten können oder zeigen, dass sie in anderen Bereichen des Gesundheitswesens zu Kosteneinsparungen beitragen kann“, kommentiert Dr. Volker Fitzner, Partner im PWC-Bereich „Gesundheitswesen und Pharma“. Denn: Heute werden mehr als 85 % der Aufwendungen in den entwickelten Volkswirtschaften in Gesundheitsdienstleistungen investiert und weniger als 15 % in Medikamente.

Besondere Anstrengungen muss die Branche zudem im Bereich Forschung und Entwicklung unternehmen. So zeigt die Studie beispielsweise auf, dass der IT-Toptrend „Big Data“ durchaus das Potenzial hat, auch in dieser Industrie heilsame Kräfte zu entwickeln. „Mit der gewaltigen Menge an verfügbaren biologischen Daten und zeitgemäßen IT-Technologien wäre die Industrie längst in der Lage, ihre Forschung deutlich effizienter zu gestalten und zum Beispiel den Bereich personalisierte Medizin noch stärker voranzubringen“, so Fitzner. Ferner biete der technologische Fortschritt deutlich mehr Chancen hinsichtlich der Gesundheitsprävention.

(dw)

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