Dekanterzentrifuge zur Herstellung von Apfelsaft

Positive Bilanz nach zehn Jahren Laufzeit

28.08.2017 Die Umstellung hat sich bewährt: Die Fruchtsaft-Kelterei ORO Obstverwertung in Rohrdorf hat bereits vor zehn Jahren ihre Bandpresse durch eine moderne Dekantierzentrifuge von Hiller ersetzt.

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Die Dekantierzentrifuge produziert Saft mit einem hohen Anteil an feinster Pulpe und damit besonders weichem Geschmack. (Bild: Hiller)

Die Zweiphasenzentrifuge des Typs DF54-402 trennt seither mit 3.500 Umdrehungen/min den Saft vom Trester. Initiator der Umstellung war Joachim Wiesböck, Geschäftsführer der 1958 gegründeten Genossenschaft, der in der effektiven Technik einen Grund für den nachhaltigen Erfolg der Kelterei sieht.

Mit der Dekantierzentrifuge lässt sich ohne Lufteintrag ein Apfeldirektsaft herstellen, in welchem weit mehr wertvolle Inhaltsstoffe erhalten bleiben, als mit der Vorgängertechnik möglich war. Durch den Einsatz moderner Dekantertechnik ist es möglich, nicht nur aus Frischobst, sondern auch aus Lagerobst ohne Zugabe von Enzymen und Antioxidationsmitteln einen Apfeldirektsaft in hoher Qualität herzustellen. Auch ist es möglich, das ganze Jahr über Früchte aus Obstlagern wirtschaftlich zu einem hochwertigen Produkt zu verarbeiten.

Der frisch gepresste Saft wird nach dem Prozess sofort weiterverarbeitet. Per Kurzzeiterhitzung wird er auf 90 °C erhitzt und in einer Heißhaltezone 90 s auf dieser Temperatur gehalten. Diese Zeit genügt zur Pasteurisierung. Anschließend erfolgt eine Rückkühlung auf Lagertemperatur und Einlagerung in großvolumige Tanks. Später wird dann die Abfüllung in Flaschen als Direktsaft, ohne Zugabe irgendwelcher Zusätze vorgenommen.

Inhaltsstoffe bleiben erhalten

Dadurch liefert der Dekantersaft ein Geschmackserlebnis, das in Verkostungen stets hervorragende Ergebnisse erzielt: Vor allem der naturtrübe Apfelsaft fällt durch seinen äußerst weichen und vollmundigen Geschmack auf. Es ist der größere Anteil an feinster Pulpe, der dieses Geschmacksempfinden hervorruft. Durch die Entsaftung mittels Dekanter und der anschließenden geschlossenen Rohsaftverarbeitung werden außerdem weniger Inhaltstoffe in Mitleidenschaft gezogen, und die gesundheitsfördernden Antioxidantien bleiben erhalten.

Die Saftausbeuten liegen, je nach Qualität der Rohware und Art der mechanischen Vorbehandlung, bei einer einstufigen Verfahrensweise ohne Enzymierung im Bereich 75-83 Gew.%. Der Trubgehalt des Saftes direkt nach dem Dekanter liegt unter 2,5 % (v/v). Diese Entsaftungstechnik erreicht eine ausreichende Trubstabilität, die verhindert, dass sich die feinen Teilchen im Tank oder später in der Flasche im Übermaß unappetitlich am Boden absetzen. Der Saft ist frei von ungelöster Stärke, die folglich auch nicht in einem separaten Verfahrensschritt mittels Separator zu entfernen ist.

Drinktec Halle A3 – 538

Heftausgabe: August 2017
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