Markt

Potenzial ausnutzen

13.09.2007 Etikettendruck und Kennzeichnung direkt im Produktionsprozess Passgenaue Warenkennzeichnung mit automatischen Druckspendesystemen, aussagekräftigen Markenetiketten und einer skalierbaren Software für das Printing-on-demand-Verfahren eröffnet deutliche Zeit- und Kosteneinsparungen.

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Logistik-Konzepte, Produktions- oder Lagerstrategien können immer nur so effizient und wirtschaftlich sein, wie es die eingesetzten Ident-Lösungen zulassen. Für wirtschaftliche Warenflüsse ist leistungsstarke Ident-Technik in jedem Fall unverzichtbar. Doch auch intelligenteste Ident-Lösungen nutzen nur wenig, wenn die Produktkennzeichnung mit der Produktionsgeschwindigkeit nicht Schritt halten kann.

Prozesse deutlich vereinfacht

Auch die Lebensmittelindustrie setzt daher immer öfter auf Automation ihrer Kennzeichnungsprozesse. Die Nachfrage im Bereich automatischer Etikettiersysteme liegt ungeachtet der gesamtwirtschaftlichen Situation in den vergangenen Jahren ungebrochen auf einem hohen Niveau. Gesucht werden flexible Lösungen, die den Anwendern auch langfristig hohe Einspar- und Rationalisierungspotenziale eröffnen. Je nach Branche lassen sich oft bereits mit wenigen aufeinander abgestimmten Geräten und Systemen Einsparungen zwischen 20 und 50% erzielen und Bestandsführung, Informations- oder Warenflüsse deutlich vereinfachen.

Ein Norderstedter Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren auf Etikettenlösungen und Kennzeichnungstechnik spezialisiert. Mit Markenprodukten wie Etiketten aus der Eigenproduktion, zukunftsorientierten Technologien von marktführenden Herstellern und auf Basis von Referenzprojekten werden Konzepte und branchenübergreifende Lösungen sowohl für Industrieunternehmen wie Merck, Ondal, Frischli Milchwerke, Bacardi oder Hardenberg genauso wie auch für mittelständische Anwender, wie etwa den westfälischen Fleischwaren-Hersteller Grotloh oder den Bremer Großküchenbetrieb Menke, generiert. Insbesondere in der Food- und Pharmaindustrie sind Anwender gezwungen, aufgrund häufig wechselnder Vorgaben des Gesetzgebers oder geänderter Inhaltsstoffe flexible Kennzeichnungslösungen einzusetzen. Ein bewährtes Verfahren hierbei ist Printing-on-demand. Beim Printing-on-demand übernehmen Anwender selbst das Bedrucken und – mit einer entsprechenden Software wie beispielsweise dem Etikettenmanagementsystem 2600 – die Gestaltung ihrer Etiketten selbst. Auf diese Weise lassen sich nicht nur wechselnde Haltbarkeitsdaten, sondern selbst ausgefallene Kundenwünsche, etwa der Aufdruck spezieller, je nach Auftraggeber unterschiedlicher Barcodes oder gesonderte Hersteller- und Produktangaben, bereits in geringsten Auflagen „on-demand“, realisieren.

Printing-on-demand in Produktionsablauf integrieren

Aktuelle Funktionsumfänge der skalierbaren Software reichen darüber hinaus weit über herkömmliche Etiketten-Druckgestaltung hinaus. Autark eingesetzt oder angebunden an vorhandene Warenwirtschafts- oder ERP-Systeme ermöglicht die Software ohne zusätzliche EDV unter anderem eine Chargenrückverfolgung nach EU-Richtlinie 178/2002, die Ansteuerung von Druckern direkt aus SAP oder, als so genannte Weblabel-Anwendung, den dezentralen Druck in unternehmensinternen oder weltweiten Netzwerken.

Durch den Einsatz automatischer Etikettiersysteme lässt sich Printing-on-demand komfortabel überdies direkt in Produktionsabläufe integrieren. Auf dem Unternehmens-Host ist eine Matrix mit unterschiedlichen Druckmasken hinterlegt. Mit einer entsprechenden Zugangsberechtigung können die Masken aufgerufen und an die Druckmodule der Etikettiersysteme weitergeleitet werden. Der Datentransfer erfolgt über eine parallele Schnittstelle. Die Etikettiersysteme bereiten die Druckdaten auf und setzen sie dann in Inhaltsangaben auf den hinterlegten Etikettenmasken um. „Etikettendruck und Produktkennzeichnung verschmelzen zu einem Schritt“, urteilt der Werkstattleiter der Frischli Milchwerke in Rehburg-Loccum.
Bei der Produktkennzeichnung setzt der Lebensmittelproduzent nicht nur Hochleistungsetikettiersysteme für hohe Durchsätze ein. Bei der Produktion von Gebinden für Großverbraucher kommt in Rehburg auch ein Etikettiersystem SLX 926 mit integriertem Druckwerk sowie die Etikettenmanagementsoftware 2600 zum Einsatz. Etiketten in den Großformaten 140 x 130 und 150 x 110mm werden im Milchwerk am Ende der Produktionslinie mit aktuellen Inhaltsangaben bedruckt und anschließend direkt auf die in der Produktion befüllten 5-kg-Eimer aufgebracht. „Damit entfällt jetzt auch die Entsorgung überzähliger Etiketten, die bei der Kennzeichnung mit fertiggedruckten Etiketten stets anfiel. Das spart Zeit, Kapazitäten und Kosten“, so der Werkstattleiter.
Mit dem Angebot von RFID-Systemen hat der Hersteller von Kennzeichnungsgeräten RFID-Komponenten in den Markt eingeführt, mit denen sich die aktuellen Etikettendrucker sowie die jüngsten Modelle der Etikettiersysteme mit Druckereinheit problemlos nachrüsten lassen. Mit den neuen RFID-Schreibeinheiten werden die Etikettierer bei Bedarf zu hybriden Systemen, die parallel Anwendungen sowohl mit (Bar-)Code-gestützter Ident- als auch mit RFID-Technologie ermöglichen und auf diese Weise den sanften Ein- und Umstieg auf die neue Technologie bieten.
„Hohe Varianten-Flexibilität und keine unnötige Belegung von Lagerraum für unterschiedliche Etikettentypen“, erläutert Engelbert Klee, Leiter Service und Instandhaltung beim kosmetischen Produktionsbetrieb Ondal in Hünfeld bei Fulda, die Vorteile des Print-on-demand-Verfahrens. „Damit ist die Kennzeichnung kostengünstiger als mit vorproduzierten Etiketten – jedenfalls wenn die Systeme so sicher und zuverlässig arbeiten wie diese Etikettierer.“
Bei dem Unternehmen des Wella-Konzerns sind zwölf automatische Druckspendesysteme SLX 720 an das IT-Netzwerk des Produzenten angebunden und in die Produktionsprozesse integriert. Die Etikettiersysteme kommen zur Chargenkennzeichnung der produzierten Aerosole, wie Haarspray und Schaumfestiger, sowie von Care-Produkten, wie Shampoo, Gel und Conditioner, zum Einsatz.

Etiketten schnell und kostengünstig erstellt

Der Vorteil: In jeder gewünschten Auflage lassen sich die Informationsträger ohne langwierige Abstimmungen oder hohe Druckkosten schnell und kostengünstig erstellen. Auf diese Weise kommt Ondal für die verschiedenen bei Herstellung, Abfüllung, Verpackung und Versand erforderlichen Kennzeichnungsvarianten mit nur zwei unterschiedlich großen Blanko-Etiketten aus. Denkbar ist in diesem Fall aber auch das Bedrucken von vorgefertigten CI-konformen Schmuck- oder Typenschildetiketten, die dann um die Pflichttexte nach Vorgaben des Gesetzgebers oder Angaben über Inhaltsstoffe ergänzt werden.

Zur Kennzeichnung der weit mehr als 10000 unterschiedlichen Gerichte, die das Speisen-Zubereitungszentrum bei Menke in Bremen täglich verlassen, kommen drei automatische Etikettiersysteme SLX 924 mit Druckstation zum Einsatz. Ein kleiner, handelsüblicher Rechner ermöglicht Küchenleiter Friedrich Wirt den Zugriff auf das Firmennetzwerk, von wo die aktuellen Produktdaten importiert werden. Über eine parallele Schnittstelle erfolgt der Datentransfer an die Druckspendesysteme SLX 924. Die Etikettiersysteme bereiten dann die Druckdaten auf und setzen sie in Inhaltsangaben um.
Beim Durchlauf unter dem Spendekopf werden die Produkte per Sensorkontakt erfasst und der Etikettendruck ausgelöst. Mit einer Taktung von bis zu 400m/s platzieren die Systeme die individualisierten Inhaltslabel anschließend auf den jeweiligen Produkten. Auf diese Weise verschmelzen auch bei Menke Menü individueller Etikettendruck und schnelle, zuverlässige Produktkennzeichnung zu einem Arbeitsschritt – mit deutlichem Rationalisierungspotenzial. „Die Umstellung auf die automatischen Etikettiersysteme brachte eine Zeitersparnis von insgesamt sieben Stunden – das entspricht dem Einsatz von zwei Teilzeithilfskräften“, so Geschäftsführer Frank Menke. „Darüber hinaus konnten wir mit den individuell gestalteten Etiketten die Optik der Produktkennzeichnung erheblich verbessern.“

Automatisierung der Produktkennzeichnung – das zeigen die genannten Beispiele – kann erhebliche Einsparpotenziale erschließen. Wichtig ist allerdings der exakte Zuschnitt der Lösung. Je genauer die Lösungen an die Anwendung angepasst sind, desto schneller haben sich die Investitionen amortisiert.

Logistik-Konzepte, Produktions- oder Lagerstrategien sind immer nur so effizient, wie es die eingesetzten Ident-Lösungen zulassen
Beim Printing-on-demand übernimmt der Anwender selbstdas Bedrucken seiner Etiketten

Heftausgabe: September 2007
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Über den Autor

Katja Raczkowski , Marketing-Leitung Stielow Label & Logistik
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