Nadelöhr umgangen

Produktzuführung – kompakt und effizient gelöst

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20.09.2013 Wie kommt die Tablette am effizientesten in den Blister? Ganz einfach: hmh Maschinenhandel produziert Zuführsysteme für Blistermaschinen, die Medikamente verpacken.

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Entscheider-Facts für Betreiber

  • Das Zuführsystem Sypro Dual erhöht die Leistung von Blistermaschinen durch eine schnellere Produktzuführung um 10 bis 50 %.
  • Es kann für getaktete sowie für kontinuierliche Blisterlinien eingesetzt werden und zeichnet sich durch eine einfache Bedienung aus.
  • Mit einer kompakten Systemlösung gelang es, die Steuerung in die Maschine zu integrieren, wodurch ein externer Schaltschrank überflüssig wurde.

Die speziell entwickelte Lösung kann auf nahezu allen marktüblichen Blisterverpackungslinien eingesetzt werden. Das System wird als Zusatz auf die Blisterverpackungsmaschine aufgesetzt und führt ihr die Kapseln oder Tabletten zu. Mit dieser Maschinen-Kombination lassen sich die im Handel erhältlichen Pharma-Durchdrückpackungen zuverlässig und im Schnelltempo füllen.

Nadelöhr der Blisterlinie
Was die Konsumenten nicht wissen: Egal, ob sie ihre Gesundheit Johnson&Johnson, Novartis, Roche, Pfizer, Wyeth, Boehringer Ingelheim oder einem anderen Pharmakonzern anvertrauen – es ist sehr wahrscheinlich, dass auch hmh aus Hünenberg im Schweizer Kanton Zug mit von der Partie ist. Daniel Hiddink, Inhaber und Geschäftsführer des Maschinenherstellers mit rund 20 Angestellten, erklärt: „Eigentlich haben wir zwei Absatzkanäle: Etwa die Hälfte unserer Zuführsysteme wird von Blistermaschinenherstellern direkt auf ihren eigenen Neumaschinen gebaut, die andere Hälfte bestellt die Pharmaindustrie selbst bei uns, um bestehende Maschinen effizienter zu machen.“ Oft könnte man die Maschine schneller laufen lassen, wenn die Zuführung mithalten würde – Deshalb wurde für dieses Nadelöhr in der Bliesterline eine hocheffiziente Lösung entwickelt. Das Zuführsystem bewirkt üblicherweise eine 10- bis 50-%ige Leistungssteigerung. Es kann für getaktete sowie für kontinuierliche Blisterlinien eingesetzt werden und zeichnet sich durch eine einfache Bedienung aus.

Universelles Zuführsystem als Kernkompetenz
Auf dem Markt gibt es unterschiedliche Arten von Zuführsystemen, doch die konventionellen Maschinen füllen die Blister in der Regel nicht schnell genug ab. Beim Universalzuführer werden die Tabletten auf einer Folie mithilfe von Bürsten transportiert. Beim Kanalzufügen drehen sich die Tabletten in einem runden, flachen Filter im Kreis und fallen anschließend in den Kanal. Es gibt auch eine Version, bei der eine Walze mit den Produkten gefüllt wird und diese dann in die Blister entleert. Das Zuführsystem Sypro Dual ist im Gegensatz zu den meisten anderen Systemen universell, es können mit ihm fast alle auf dem Markt erhältlichen Produkte abgefüllt werden. „Das ist eben unsere Kernkompetenz“, sagt Hiddink. Bei Sypro Dual handelt es sich um ein besonderes Nischenprodukt im Blisterbereich. „Viele Maschinenbaufirmen, die mit Folien arbeiten, verzichteten bewusst auf das Herstellen eines eigenen Zuführsystems, da es viel Know-how benötigt“, erklärt Hiddink.

Ein weiterer Vorteil des Systems ist, dass sich alle Folientypen verarbeiten lassen. Bei anderen Zuführsystemen ist oft die Geschwindigkeit limitiert oder das Abfüllen gar nicht möglich. Das Sypro-Dual-Zuführsystem kann Formate für Abzugslängen bis zu 500 mm tragen. Die Eintauchtiefe der Vereinzelungsstifte, die auf die Produkte wirken, kann individuell eingestellt und positioniert werden. Die Tabletten werden schonend in die Zuführröhrchen gefahren. Selbstverständlich erfüllt die Produktzuführung alle FDA-Regularien. Die meisten Maschinen mit dieser Zuführung stehen in einem Reinraum mit Überdruck, kontrollierter Temperatur und kontrollierter Feuchtigkeit.

Platzsparende Lösung
Die neue Lösung, die 2012 realisiert wurde, bringt die Geräte des Herstellers einen weiteren Schritt voran. Daniel Hiddink: „Unsere bisherigen Geräte benötigten einen externen Schaltschrank. Es war eine mehr als zwölf Jahre alte Technologie im Einsatz, deren Lebenszyklus nach einer Ablösung rief. Deshalb haben wir aktiv nach einem Ersatz gesucht und mehrere Angebote geprüft.“ Laut Hiddink war der Schaltschrank und seine riesige Verdrahtung für Anwender immer störend; man musste jedes Mal nach Möglichkeiten suchen, um den Schrank und die Kabel zu verstecken. Sigmatek hat ein kompaktes System angeboten – eine reine Servolösung mit Endstufe. Da diese sehr klein gebaut ist, kann man die Steuerung in das Zuführsystem integrieren. Die leistungsstarke Kompakt-CPU sowie die I/O-Module kommen aus der C-Dias-Baureihe, die sich einfach und flexibel mit 2-kanaligen sicheren Ein- und Ausgängen nach SIL3-Performance Level e erweitern lässt.

Die Zeiten der langen Kabel und des externen Schaltschrankes sind somit passé. Mit der platzsparenden Lösung wurde auch der Verdrahtungsaufwand um ein Viertel reduziert. Dadurch wird für den Bau der Maschine wesentlich weniger Zeit benötigt; dies führt zu Kos-teneinsparungen.

Effizientes Antriebssystem
Die Automatisierungslösung ist laut Hiddink auf die Bedürfnisse seines Unternehmens zugeschnitten und stimme so exakt, dass hmh bei einer Eigenentwicklung so ziemlich genau auf dasselbe Ergebnis gekommen wäre, denn – und das sei ihm sehr wichtig – gedacht wird auch an die Zukunft: Durch die zur Anwendung kommende Servotechnologie bietet sich die Option, die Maschine weiterzuentwickeln. Ausschlaggebend war auch, dass acht Achsen untergebracht werden konnten. Für die Antriebsregelung sämtlicher Motoren bzw. die synchronen Bewegungsabläufe ist das kompakte und modulare Servosystem Dias-Drive 100 zuständig. Pro Baugruppe sind bis zu acht Servoachsen möglich, und das bei einem Bauraum von nur 300 x 155 x 152 mm. Zur Auswahl stehen zwei verschiedene Versorgungsmodule sowie Achsmodule für einen oder zwei Servo-Antriebe in einem Leistungsbereich bis zu 3 kVA. Servo-, Linear-, Torque- und Asynchronmotoren können angesteuert werden, und alle gängigen Feedback-Systeme sind möglich. Safe Torque off (STO) und Safe Stop 1 (SS1) sind im Standard bereits integriert.

Ein 10″-Farb-Touchscreen-Monitor gestaltet die Bedienung komfortabel. Ein großer Effizienzsprung im Engineering gelang mit dem Umstieg auf die objektorientierte Entwicklungsumgebung Lasal. Mit dem All-in-one-Tool lassen sich neben der eigentlichen Steuerungsprogrammierung auch Visualisierungs-, Motion Control-, Safety- sowie Service- und Fernwartungs-Aufgaben effizient und komfortabel realisieren. „Die Bedienung ist nun viel komfortabler. Nach dem ersten Einrichten eines Werkzeuges werden alle Parameter in eine Datenbank geschrieben. Sie können bei einem Werkzeugwechsel jederzeit ohne erneutes Einrichten wieder aufgerufen werden“, zeigt sich Daniel Hiddink zufrieden.

Vorteil durch kompakte Komplettlösung
Die ersten Anwender haben die neue Zuführungslösung bereits erhalten. Die Reaktionen sind ausschließlich positiv. Es wird geschätzt, dass sich die Maschine nun als ein einheitlicher Block ohne störende Zusatzdrähte präsentiert. Das zufriedene Feedback seiner Kunden freut natürlich auch Daniel Hiddink: „Der Servomotor ist der mit Abstand variabelste und vielseitigste Motor.“ Er sieht einen Vorteil natürlich auch darin, dass nur noch eine Motorenfamilie und eine Motorgröße verwendet wird. Dadurch sind weniger Lager- und Ersatzteile nötig. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass der Energiebedarf im Vergleich zur alten Lösung sinkt. Da nun alles kompakt und der Lärmpegel tiefer ist, freut sich auch der Bediener der Blistermaschine. Durch die Kompaktheit wurde auch seine Sicherheit größer. „Die Kompaktheit in der Komplettlösung ist für uns ein Riesenvorteil“, fasst Hiddink zusammen.

Berechnungen machen deutlich, dass sich die Servolösung auch bei einem Preisvergleich nicht verstecken muss: Die verschiedenen Verbesserungen bringen beim Einkauf der Komponenten – ohne mechanische Teile – eine Kosteneinsparung um mindestens ein Drittel. Das bedeutet, dass das Unternehmen im Export konkurrenzfähig anbieten kann.

 

 

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Heftausgabe: September 2013
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Über den Autor

Ingrid Traintinger, Marketing Kommunikation Sigmatek
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