Schneller, besser, sicherer

Projektlaufzeiten in der Pharmaindustrie enorm verkürzen

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13.03.2015 Der Weg von der Idee zum marktreifen Produkt ist oft weit. Design- und Machbarkeitsstudien, Planung und Projektierung, Inbetriebnahme - und in regulierten Industrien wie der Pharmaindustrie auch die Zulassung von Substanzen, Produkten und Anlagen.

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Entscheider-Facts für Planer und Betreiber

  • Anlagen wie die der Pharmaindustrie müssen immer schneller geplant und realisiert werden, damit sich Investitionen rechnen.
  • Wichtig für eine schnelle Projektumsetzung ist, dass sich die verschiedenen Tools und Systeme, die dabei eingesetzt werden, möglichst reibungslos „verstehen" und Informationen leicht austauschen können.
  • Die Standardisierung sorgt dafür, dass der elektronische Warenverkehr und die nahtlose Integration der Gerätedaten in alle Systeme möglich werden - und das herstellerübergreifend.

Die Liste der möglichen Stolpersteine ist lang. Wie wichtig eine kurze Projektlaufzeit ist, lässt sich gerade am Beispiel der Pharmaindustrie zeigen. Neue Wirkstoffe werden mit einem sehr großen finanziellen und personellen Aufwand erforscht und entwickelt. Das Unternehmen trägt dabei ein erhebliches Risiko: Nur wenige der vielen Vorschläge für neue Medikamente erhalten am Ende die Marktzulassung. Dann gilt es, möglichst schnell ein marktfähiges Medikament produzieren zu können, damit sich die hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung langfristig rechnen.

Ein wichtiger Teil der Projektlaufzeit kann durch Verkürzung der Planungs- und Projektierungszeit beeinflusst werden. Daher gibt es gerade aus der Pharmaindustrie viele Stimmen, die eine Vereinheitlichung von Projektabläufen und einen einfacheren Datenaustausch zwischen Engineeringtools, Produktions-
planungs- und Prozessautomatisierungssystemen fordern. Gemeinsam mit den Herstellern solcher Systeme haben Vertreter der Prozessindustrie bereits große Fortschritte erzielt.

So konnte Siemens z.B. gemeinsam mit Sanofi Aventis zeigen, dass sich Daten zwischen den Systemen der Anlagenplanung und der Prozessautomatisierung bidirektional austauschen lassen. Seit einiger Zeit gibt es dazu eine entsprechende Schnittstelle zwischen der Softwarelösung Comos und dem Prozessleitsystem Simatic PCS 7.

Planung und Beschaffung rücken näher zusammen
Anlagenplanung und Betriebsabläufe zu integrieren ist wichtig, doch auch Komponenten und Geräte beschaffen verkörpert einen essenziellen und teilweise zeitaufwendigen Bereich des Engineerings. Auch hier gab es bislang noch keine durchgängige Lösung. Die Planung und Spezifikation der Messstellen wurde in Planungstools wie Comos abgeschlossen. Danach wurde der Bestellprozess eingeleitet – bislang ein Prozess mit vielen manuellen Aufgaben: Bisher übermittelte der Anlagenplaner die Spezifikation der Anlage per Fax oder E-Mail an verschiedene Gerätehersteller. Diese mussten die Anfrage interpretieren und die richtigen Feldgeräte auswählen. Anschließend schickten sie die vollständigen Bestell-
informationen der Geräte zurück an den Anlagenplaner, der wiederum anhand kaufmännischer und technischer Kriterien eines der angebotenen Geräte auswählte. Das Problem: Die Angaben der verschiedenen Hersteller waren aufgrund unterschiedlicher Terminologien und Einheiten nicht nur schwer vergleichbar; immer wieder traten auch Fehlinterpretationen und Umrechnungsfehler auf.

Heftausgabe: März 2015
Seite:
Thomas Fünfgeld, Senior Manager Business Development Pharma, Industry Automation Siemens

Über den Autor

Thomas Fünfgeld, Senior Manager Business Development Pharma, Industry Automation Siemens
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