Die äußeren Werte zählen

Prozesssichere Farben

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11.10.2013 Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance - Farbe und Aussehen spielen eine große Rolle, wenn es darum geht, wie Verbraucher im Supermarkt oder Lebensmittelgeschäft ein Speiseeis auswählen.

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Entscheider-Facts Für Betreiber

  • Für Konsumenten ist es unter Umständen kaufentscheidend, ob ein Produkt farblich konsistent im Regal steht.
  • Die Applikation misst berührungslos und auf 10 nm genau.
  • Da das Spektralphotometer sowohl feuchte als auch trockene Proben misst ist es möglich, objektive numerische Daten mit fertigungsspezifischen Variablen in der Produktion zu verknüpfen.

Noch bevor er es schmecken kann, beurteilt der Konsument die Farbe und das Aussehen des Produktes in der Gefriertruhe und kauft dann die Marke, die sich ihm am attraktivsten präsentiert. Da bei der Farbe so viel auf dem Spiel steht, wollte der Speiseeishersteller Algida in Çorlu in der nordwestlichen Türkei die Prozesskontrolle verbessern, damit die einzelnen Chargen für Vanille-, Schokoladen- oder Erdbeereis und allen anderen Geschmacksrichtungen immer die gleiche Farbe haben. In der Praxis ist das vor allem dann ein Problem, wenn identische Sorten aus zwei verschiedenen Produktionsstandorten nebeneinander in der Tiefkühltruhe liegen.

Auf die Farbkonsistenz kommt es an
Der Speiseeishersteller hat sich in seinem Werk in Çorlu für X-Rite als Partner für das Farbmanagement seiner Fertigung entschieden. Das Unternehmen für Farbstandards beschäftigt sich mit dem Entwickeln sowie Herstellen von Farbmanagementlösungen für die Lebensmittel-verarbeitung, die Verpackung, den Druck, die Produktion von Kosmetika sowie für andere Industrieanwendungen. „Wir haben dem Kunden eine Kombination aus Geräten und Software zur Farbmessung vorgestellt, die den Anforderungen seines Werkes gerecht wird. Dort wird pro Jahr eine Stückzahl von annähernd einer Milliarde Speiseeis produziert, die von Verbrauchern und Gastronomiebetrieben gekauft werden“, erklärt Simone Viscomi, Vertriebsleiter für die Türkei und den Mittleren Osten bei X-Rite Pantone. „Wir konnten für Algida ein Paket schnüren, das das Leistungspotenzial unseres Spektralfotometers VS450 voll ausschöpft. Es misst die Farben, ohne die zu messende Oberfläche zu berühren. Das ist eine wesentliche Anforderung bei der Arbeit mit Lebensmitteln“, führt Viscomi weiter aus. Aufgrund der Inhaltsstoffe und der eingesetzten Prozesse ist es bereits nicht einfach, die Farbe des Speiseeises korrekt zu produzieren. Die Süßspeise besteht zum großen Teil aus Kasein-Mizellen, Fettkügelchen, Luftbläschen und Eiskristallen, die in Abhängigkeit von der Rezeptur das Licht in unterschiedlicher Stärke reflektieren. Kleinere Partikel und eine höhere Anzahl an Luftblasen bewirken, dass das ungefärbte Speiseeis ein helleres Aussehen erhält. Selbst unterschiedliche Kakaosorten, wie sie etwa bei Schokoladeneis zum Einsatz kommen, weisen verschiedene Töne von Braun und Rot auf. Als Erstes ermittelten die Spezialisten des Unternehmens für Farbtechnologie die Parameter, die der Speiseeis-Hersteller benötigt, um die Produktspezifikationen einzuhalten. Anschließend stellten sie ein Geräte- und Softwarepaket zusammen, das diese Anforderungen erfüllt: Das Messgerät detektiert Licht des sichtbaren Bereichs mit einer Auflösung von 10 nm im Bereich zwischen 400 und 700 nm Wellenlänge. Als Bestandteil des Pakets passten die Ingenieure noch die Proben-Halter des Tischspektralfotometer kundenspezifisch an und installierten das berührungslos messende Gerät im Labor. Der Standort in Çorlu ist ein gutes Beispiel für Produktionsabläufe mit hoher Geschwindigkeit. Das bedeutet jedoch auch, dass das System die Farben der Chargenproben im Labor schnell und exakt messen muss, bevor diese dann in die Produktion gehen. Durch häufiges Messen der Proben sind die Mitarbeiter der Qualitätskontrolle in der Lage, kleinere Farbabweichungen frühzeitig zu erkennen und zu korrigieren, bevor es zu Problemen in der Produktion kommen kann.

Ob feucht, ob trocken
Da das Spektralfotometer mit der dazugehörigen Software sowohl feuchte als auch trockene Proben misst ist es möglich, objektive numerische Daten, beispielsweise Farbton, Sättigung und Helligkeit einer bestimmten Speiseeis-Probe, mit fertigungsspezifischen Variablen in der Produktion, beispielsweise mit den Inhaltsstoffen einer bestimmten Charge oder der Mischdauer, zu verknüpfen. Der Anwender kann das Messgerät waagerecht oder auch senkrecht positionieren, um ungewöhnlich geformte oder sperrige Proben aus einer Entfernung von etwa 38 mm zu messen. Zudem kann das Laborpersonal die Ergebnisse zum weiteren Auswerten direkt in einen Computer laden. Auch berücksichtigt das Gerät die Farbwahrnehmung des menschlichen Auges und daher letztendlich, wie der Verbraucher das fertige Produkt betrachtet. Das ist möglich, weil keine transparente Barriere zwischen der Probe und dem Spektralfotometer vorhanden ist, die zu Messfehlern, z.B. in Bezug auf die Tiefenschärfe und das Umgebungslicht, führt.

 

Einen Link zum Hersteller finden Sie hier.

Mehr Beiträge zum Thema Qualitätskontrolle finden Sie hier.

Heftausgabe: Oktober 2013
Simone Viscomi, Regional Business Manager Turkey and MEA bei X-Rite and Pantone

Über den Autor

Simone Viscomi, Regional Business Manager Turkey and MEA bei X-Rite and Pantone
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