anschluss gefunden

Prozessüberwachung bei der Fruchtsaftproduktion

Pharma
Food
Kosmetik
Chemie
Planer
Betreiber
Einkäufer
Manager

03.11.2008 Der britische Fruchtsafthersteller „The Serious Food Company“ hat beim Ausbau seiner Produktionsanlage in Süd-Wales sämtliche Bereiche der Prozessüberwachung vereinheitlicht und setzt zur Messung von Druck, Temperatur, Füllstand und Leitfähigkeit nur Geräte einer Schweizer Unternehmensgruppe ein. Das speziell entwickelte universelle Prozessanschluss-System gewährleistet eine hohe Flexibilität innerhalb der Anlage.

Anzeige

Entscheider-Facts


  • Im Zuge einer Kapazitätsverdoppelung werden bei der britischen Serious Food Company für die Messung des Prozessdrucks und des Füllstands in Behältern die voll konfigurierbaren Drucktransmitter Flexbar HRT, zum Teil mit Flexview-Anzeige ausgestattet, eingesetzt.
  • Als weiteren Sensor zur Füllstandmessung setzt Serious Food den auf elektromagnetischen Wellen basierenden Füllstandschalter LSM mit 3A-Zulassung ein, dessen Leistung weder durch Schaumbildung noch durch das Anhaften des Mediums beeinträchtigt wird.
  • Zur Messung der Leitfähigkeit bei Produktions- und CIP-Abläufen kommt das induktive Sensorsystem ISL050 mit Temperaturkompensation und isoliertem Temperaturausgang zum Einsatz.
  • Das Überwachen der Prozesstemperatur erfolgt mit Hilfe der Temperaturmessumformer TE1 und TE2.
  • Um die gewünschte Flexibilität innerhalb der Anlage zu ermöglichen, wurde ein spezielles Prozessanschluss-System entwickelt, über das sich alle Geräte an beliebiger Stelle integrieren lassen.

Als die Serious Food Company vor zwanzig Jahren in Mid Glamorgan gegründet wurde, hieß sie noch wie die damalige Hausmarke „Sunjuice“ und konzentrierte sich auf die Herstellung von frisch gepresstem Fruchtsaft. Heute gehört das Unternehmen zu den führenden britischen Saft- und Fruchtshake-Produzenten und verarbeitet jährlich mehr als 40000t Zitrusfrüchte. Mit den Marken „Sunjuice“ und „Frobisher“ hat die Serious Food Company den britischen Markt erobert und gewinnt auch weltweit zunehmend Marktanteile.

Ausbau der Produktionsanlage

Das Kerngeschäft der Saftproduktion (Serious Juice) wurde in den letzten Jahren durch weitere Produktionsgesellschaften erweitert: 2001 stieg das Unternehmen in den Markt für gekühlte Suppen (Serious Soup) ein, und fünf Jahre später kam die Dessert-Produktion hinzu (Serious Desserts). Mit Serious Distribution wurde außerdem eine eigene Vertriebsgesellschaft gegründet. Mit sechs Produktionsstätten und mehr als 600 Mitarbeitern ist das Unternehmen eines der größten in diesem Markt.

Vor der Expansion beschäftigte das Unternehmen etwa 550 Mitarbeiter, und der Ausbau der Produktionsanlage, der auch noch in Zukunft fortgesetzt werden wird, bedeutete eine enorme Weiterentwicklung. Im Jahr 2006 erhielt die Serious Food Company den Auftrag eines anderen Unternehmens, dessen Markenprodukte in ihren Produktionsanlagen herzustellen. Deshalb war ein Ausbau der Produktionsanlage für Saft in Süd-Wales auf etwa die doppelte Größe nötig. Das sehr enge Zeitfenster, in dem die Produktionskapazität entsprechend den Kundenanforderungen vergrößert werden sollte, erforderte den Abschluss des Projektes innerhalb von neun Monaten. Für die Prozessüberwachung sollte eine einheitliche Norm zum Einsatz kommen, um eine einfache Installation bei größtmöglicher Flexibilität zu ermöglichen. Dafür war ein standardisiertes Prozessanschluss-System erforderlich, über das die unterschiedlichen Messinstrumente in der gesamten Anlage angeschlossen werden können.
„Wir wollten nicht nur einen einzigen Hersteller, der uns alle Messgeräte liefert, sondern auch in Bezug auf Größe und Typ einheitliche hygienische Prozessanschlüsse, um die Sensoren flexibel an verschiedenen Stellen innerhalb eines Prozesses einsetzen zu können“, sagt Jon Gilbert-Rolfe, Verfahrenstechniker bei Serious Food, der nicht nur die Prozessanlage entwarf, sondern auch die Installation überwachte.
Bei der Entscheidung für eine Zusammenarbeit mit Baumer vertraute Gilbert-Rolfe auf seine Erfahrungen aus seiner Zeit bei Tetra Pak. Dort beeindruckten ihn die damals eingesetzten Produkte durch ihre Leistungsfähigkeit, Flexibilität und die Spezifikationen der hygienischen Anschlüsse. Die Messung von Druck, Temperatur, Füllstand und Leitfähigkeit sollte deshalb standardmäßig mit diesen Produkten erfolgen. Es wurden Sensoren zur Überwachung aller Prozessbereiche benötigt: zum Entladen der Tankwagen, dem Befüllen der Pallecon Pre-blend-Behälter (stapelbare Kunststoffkisten zur Zwischenlagerung von Konzentraten vor der weiteren Verarbeitung), bei Reinigungs- und Sterilisationsprozessen (CIP/SIP), im Fertigungsbereich sowie in den Abfüll-, Verpackungs- und Lagerhallen.

Überwachung von Druck, Füllstand, Leitfähigkeit und Temperatur

Für die Messung des Prozessdrucks und des Füllstands in Behältern wählte Serious Food die voll konfigurierbaren Drucktransmitter Flexbar HRT, zum Teil mit Flexview-Anzeige ausgestattet, die durch ihre wartungsfreien hygienegerechten Prozessanschlüsse, eine sehr hohe Genauigkeit – weniger als 0,2% Abweichung – sowie eine bewährte Technologie überzeugten. Das Gerät kann einen Absolut- oder Relativdruck von 0 (bzw. -1) bis 400bar messen und bietet eine Überdrucksicherheit von 400%. Die Konfiguration von Messspanne, Einheit und Dämpfung erfolgt mit dem Flexprogrammer, der an einen PC angeschlossen wird.

Als weiteren Sensor zur Füllstandmessung setzt Serious Food den auf elektromagnetischen Wellen basierenden Füllstandschalter LSM mit 3A-Zulassung ein, dessen Leistung weder durch Schaumbildung noch durch das Anhaften des Mediums beeinträchtigt wird. Auch die Einbaulage des Geräts spielt keine Rolle. Alle Bauteile, die mit aggressiven Substanzen in Berührung kommen, sind aus säurebeständigem Edelstahl oder aus PEEK gefertigt. Da das Gerät keine beweglichen Teile hat und die Elektronik komplett integriert ist, ist es praktisch wartungsfrei. Ein LED-Monitor zeigt alle Daten zuverlässig an und ermöglicht so präzise Messungen, ohne dass der Einschaltpunkt kalibriert werden muss. Die Prozesstemperatur kann zwischen -20 und 85°C liegen, aber auch für CIP-Prozesse, bei denen es kurzfristig zu Temperaturen bis zu 140°C kommen kann, ist der Füllstandschalter geeignet.
Zur Messung der Leitfähigkeit bei Produktions- und CIP-Abläufen kommt das induktive Sensorsystem ISL050 mit Temperaturkompensation und isoliertem Temperaturausgang zum Einsatz, das ebenfalls voll konfigurierbar ist. Das kompakte, komplett aus Edelstahl gefertigte Gerät mit 3A-Zulassung für hygienegerechte Anwendungen ist unempfindlich gegen Polarisierung, Anhaftungen sowie Feststoffe. Es misst eine Prozesstemperatur von -20 bis 130°C und übersteht kurzzeitig auch Temperaturen bis 140°C, so dass es auch für SIP-Prozesse geeignet ist.
Das Überwachen der Prozesstemperatur erfolgt mit Hilfe der Temperaturmessumformer TE1 und TE2, die ebenfalls individuell konfiguriert werden können und in einem hygienegerechten Edelstahlgehäuse untergebracht sind. Die gelieferten Einheiten bestanden aus dem Modell TE21–43021–0035 mit Fühlerspitze mit normaler Ansprechzeit, 1/3 DIN Genauigkeit und M12-Stecker sowie dem fast gleichen Modell TE22–33020– 0100, das aber eine Fühlerspitze mit kurzer Ansprechzeit hat. Die TE1-Einheiten wurden mit der gleichen Konfiguration ausgeliefert, jedoch mit einem Feldanschlusskopf.

Flexibles Anschlusssystem integriert alle Sensoren

Um die gewünschte Flexibilität innerhalb der Anlage zu ermöglichen, wurde ein spezielles Prozessanschluss-System entwickelt, über das sich alle Geräte an beliebiger Stelle integrieren lassen. Als Standardanschluss wurde die größte hygienegerechte Verbindung PM050 mit einem Innengewinde 1-Zoll BSP (British Standard Pipe) an Tanks und Rohre geschweißt. Der ISL-Sensor kann direkt darüber angeschlossen werden. Da die anderen Sensoren kleinere Prozessanschlüsse haben, nämlich nur 1/2-Zoll BSP, entwickelte man einen speziellen Adapter in zwei Größen, über die sich die Messinstrumente an alle Einschweißverbindungen anschließen lassen. Die längeren BH06091-Adapter dienen zum Einbinden der LSM-, TE1- und TE2-Sensoren. Die kürzere Version des BH 06091-Adapters ist das Verbindungsstück für den Flexbar-Transmitter.

Zwischen Auftragserteilung und Projektimplementierung lagen nur wenige Monate. Die dänische Niederlassung des Herstellers lieferte bereits einen Monat nach der Auftragserteilung die speziell angefertigten Adapter und sämtliche Sensoren, so dass die Serious Food Company bereits im April 2006 mit der Installation beginnen und im September die neue Fertigungsanlage in Betrieb nehmen konnte. Das Projekt verlief jedoch nicht nur innerhalb des gegebenen Zeitplans, sondern auch zur vollen Zufriedenheit der Serious Food Company. „Die Installation der Produkte war einfach und problemlos“, resümiert Gilbert-Rolfe. „Seit der Inbetriebnahme läuft die Prozessüberwachung einwandfrei und äußerst zuverlässig, so dass damit der Standard für alle kommenden Projekte gesetzt ist.“

Heftausgabe: November-Dezember 2008
Ali Cökmez , Product Marketing Manager Baumer Bourdon-Haenni

Über den Autor

Ali Cökmez , Product Marketing Manager Baumer Bourdon-Haenni

Ali Cökmez , Product Marketing Manager Baumer Bourdon-Haenni

Loader-Icon