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Reinraum-Roboter erfüllen strengste Anforderungen in der Pharma- und Lebensmittelindustrie

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16.02.2009 Auch bei Reinraumanwendungen sind Roboter in manchen Fällen unverzichtbar. Sehr hohe Anforderungen erfüllt der Edelstahlroboter SSR 600/800 für strengste Reinraumbedingungen in der Pharmaindustrie. Er zeigt darüber hinaus hohe Beständigkeit gegen aggressive Reinigungsflüssigkeiten wie Wasserstoffperoxid.

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Entscheider-Facts

  • Die Edelstahlroboter SSR600 mit 600mm und SSR800 mit 800mm Reichweite schließen die Automatisierungslücke bei Isolatoren.
  • Damit der Roboter bei der Reinigung des Maschineninneren mit Wasserstoffperoxid nicht angegriffen wird, sind sämtliche Obermaterialien entweder mit einer speziellen, resistenten Beschichtung versehen oder aus poliertem Edelstahl gefertigt.
  • Die geschlossene Edelstahlplatte an der Rückseite des Roboters verhindert auch ein Beeinflussen des Laminar-Flows durch eine Wärmeabstrahlung der Kühlrippen, die an der Rückseite des Roboters im Original angebracht sind.

Maschinen und Anlagen in der pharmazeutischen Industrie erfordern in höchstem Maße reinigungsgerecht gestaltete und hinsichtlich Partikelemission unbedenkliche Komponenten. Insbesondere für die Produktion von pharmazeutischen Produkten, die in Isolatoren hergestellt werden, ist eine Vielzahl von Produktionsschritten mangels geeigneter Technik nicht automatisierbar.

Bei den Isolatoren ist der Bediener durch eine hermetische Trennwand vollständig und zu jeder Zeit vom Produkt getrennt. Der Produktionsprozess ist größtenteils automatisiert. Der manuelle Zugriff erfolgt lediglich über fest installierte Gummihandschuhe. Die Desinfektion solcher vollständig geschlossener Maschinen erfolgt in der Regel durch Fluten des Maschineninneren mit Wasserstoffperoxid (H2O2).
Die Edelstahlroboter SSR600 mit 600mm und SSR800 mit 800mm Reichweite schließen diese Automatisierungslücke. Als Basis des Scara-Roboters dient ein Cobra-Roboter, der gänzlich neu aufgebaut ist, damit keine Partikel aus dem Roboter gelangen und dadurch die Produkte unter Umständen kontaminiert werden. Zum anderen darf kein aggressives Reinigungsmedium, wie beispielsweise Wasserstoffperoxid, ins Innere des Roboters eindringen. Zu diesem Zweck sind sämtliche Gelenke des Roboters abgedichtet.

Eigens entwickeltes Prüfverfahren für Gasdichtheit

Damit der Roboter bei der Reinigung des Maschineninneren mit Wasserstoffperoxid nicht angegriffen wird, sind sämtliche Obermaterialien entweder mit einer speziellen, resistenten Beschichtung versehen oder aus poliertem Edelstahl gefertigt. Der Kabelaustritt erfolgt bei diesem Roboter nach unten durch den Robotersockel und kann so direkt durch die Maschinenoberplatte herausgeführt werden. Die geschlossene Edelstahlplatte an der Rückseite des Roboters verhindert auch ein Beeinflussen des Laminar-Flows durch eine Wärmeabstrahlung der Kühlrippen, die an der Rückseite des Roboters angebracht sind. Darüber hinaus verfügt der Roboter über einen speziellen Faltenbalg und einen modifizierten Montageflansch für Werkzeuge. In einem eigens entwickelten Prüfverfahren wird jeder Roboter vor Auslieferung mit einer Innendruckprüfung auf Dichtheit geprüft. Die Dichtheit wird vom Hersteller mit weniger als 150ml/min bei 200mbar Innendruck angegeben.

Bei der Entwicklung des Roboters für höchste Anforderungen innerhalb eines Reinraums wurden Anpassungen und Änderungen des SSR teilweise übernommen. Angesteuert wird der Roboter von der CX-Steuerung. Trotz Gewichtserhöhung durch die Verwendung der Edelstahlkomponenten ist keine Reduzierung der Leistungsdaten zu vermerken. Geschwindigkeit, Beschleunigung und vor allem die Positionier- und Wiederholgenauigkeit entsprechen den Werten des ursprünglichen Scara-Roboters.

Heftausgabe: Februar-März 2009

Über den Autor

Rüdiger Winter , Vertriebsleiter Europa Adept Technology
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