Saubere Sache

Reinstwasser-Aufbereitung in der Pharmaindustrie

Pharma
Food
Kosmetik
Chemie
Planer
Betreiber
Einkäufer
Manager

14.02.2017 Jeder, der einmal erstversorgt wurde, dürfte den grünen B. Braun Schriftzug kennen. Das Unternehmen produziert Kochsalzlösungen, Anästhetika, Fettemulsionen und andere Injektionslösungen in Berlin.

Anzeige

Entscheider-Facts für Betreiber

  • Wachstum zieht Wachstum nach sich: Steigender Absatz seiner Parenteralia-Produkte führte dazu, dass der Betreiber die Kapazitäten für Reinstwasseranlage ausbauen musste.
  • Der Wasserspezialist führte das Vorhaben als Turnkey-Projekt aus, zeichnete sich also für Planung und Bau der Neuanlage verantwortlich. Dazu kam noch der anschließende Service für die Anlage.
  • Am Ende stand eine Reinstwasseranlage, die nicht nur eine hohe Prozesssicherheit ermöglicht, sondern auch energieeffizient arbeitet.
_2TR5721

Planung und Umsetzung aus einer Hand: Die Neuanlage war ein Turnkey-Projekt. (Bild: BWT Pharma & Biotech)

Den Standort erweiterte der Hersteller im Zuge seines Sunrise-Projektes beginnend 2012 in großem Stil und baute ihn zum Kompetenzzentrum des Konzerns für kleinvolumige Parenteralia aus. Denn seit Jahren ist das Unternehmen auf Wachstumskurs – und entsprechend hoch ist der Bedarf an Reinstwasser, Reinstdampf und WFI, Wasser für Injektionszwecke. „Die Reinstmediensysteme laufen bis auf die geplanten Wartungsfenster 365 Tage im 24/7 Betrieb“, erklärt Frank Winckler, Head of Production / Bulking and Mixing, CoE Pharmaceuticals bei B. Braun Melsungen. „Und trotzdem sind wir immer wieder an Kapazitätsgrenzen gekommen“. Die Anlagen wurden bereits in den Jahren 2008 und 2012 erweitert. Jedes Mal mit Technologien von Anbieter BWT, mit dem der Konzern seit dem Jahr 1987 im Bereich Wasseraufbereitung und Service zusammenarbeitet.

Wenig Dampf, viel Effizienz

_2TR5752

Die 7-kolonnige Wasseraufbereitungsanlage arbeitet mit wenig Heizdampf und komplett ohne Kühlwasser. (Bild: BWT Pharma + Biotech)

Für Winckler waren die guten Erfahrungen der vergangenen drei Jahrzehnten Zusammenarbeit mitentscheidend. So hat sein Unternehmen den Wasserspezialisten im Rahmen seines Expansionsprojektes mit einem wichtigen Turnkey Projekt beauftragt: Mit der Planung und dem Bau der kompletten Neuanlage zur WFI-, Reinstdampf- und Reinstwassererzeugung. Die Schlüsselkomponenten in jedem pharmazeutischen Produktionsprozess. Hinzu kamen weitere Erzeugungsanlagen sowie Arbeiten am Lager-und Verteilsystem bis zum Point of Use. 2015 nahm die Neuanlage den Betrieb auf. Die technologisch anspruchsvollste Komponente ist dabei Multitron. Die Multieffekt-Destillationsanlage produziert 5 m³/h Wasser in WFI-Qualität für die Produktion der Parenteralia in große Tank- und Verteilanlagen. Die Anlage ist dabei exakt auf den Bedarf des Anwenders zugeschnitten. 7-kolonnig ausgelegt, kommt sie mit wenig Heizdampf und ohne Kühlwasser aus. Das macht die Anlage äußerst energieeffizient. Sie arbeitet nach dem Naturumlaufverfahren und folgt damit einem physikalischen Gesetz: Beim Phasenübergang von Wasser zu Dampf bleiben Verunreinigungen im Wasser zurück; abzuscheidende Partikel, Endotoxine und Pyrogene beispielsweise. Die Rohrbündel-Wärmeübertrager sind mit ihren Doppelrohrplatten in jede Kolonne integriert und komplett im Speisewasser eingetaucht. Das reduziert Ausfällungen von Wasserinhaltsstoffen auf ein Minimum. Gute Strömungsverhältnisse ermöglichen dabei einen hohen Wärmeübergang. Ein zusätzliches Plus für die hohe Produktionssicherheit sind die geringe Dampfgeschwindigkeit und der Dreifach-Tropfenabscheider. Sie ermöglichen die zuverlässige Trennung großer und kleiner Tröpfchen vom Dampf. Und nicht zuletzt arbeitet die Multieffekt-Destillationsanlage völlig ohne bewegliche Teile, was in einem geräuscharmen Betrieb resultiert. Zudem erhöht es die Produktionssicherheit und reduziert den Wartungsaufwand. Denn wo keine mechanisch angetriebenen Komponenten sind, entfällt auch die mögliche Gefahr von Verunreinigung oder Schäden durch diese Bauteile.

Heftausgabe: Februar 2017
Seite:
Anzeige

Über den Autor

Ruben Peußer, Marketing & Communication Manager, BWT Pharma & Biotech
Loader-Icon