Defekte Im Visier

Röntgeninspektionssysteme unter die Lupe genommen

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16.09.2010 Für die Verpackungs-, Lebensmittel- und Pharmaindustrie hat ein frühes Erkennen und Ausschleusen von Verunreinigungen oberste Priorität, um Produktsicherheit und -qualität gewährleisten zu können. Nicht weniger wichtig sind jedoch auch Steigerung der Produktivität, kurze Lieferzeiten, pünktliche Lieferung und das Einhalten von Gesetzen und Vorschriften.

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Entscheider-Facts Für Anwender


  • Die außergewöhnliche Erkennungsgenauigkeit von Röntgeninspektionssystemen führt zu einer Steigerung der Produktivität und damit Kostensenkung.
  • Für die Hochgeschwindigkeitsinspektion ist die Röntgeninspektion ideal geeignet, da, je nach zu prüfendem Produkt, ein Durchsatz von 1500Produkten/min oder bei Schüttgütern 10t/h möglich ist.
  • Röntgeninspektionssysteme unterstützen die Hersteller dabei, die nationalen und internationalen Gesetze und Normen, wie zum Beispiel HACCP, GFSI und GMP, aber auch die von den Händlern gesetzten Standards, zu erfüllen.
  • Ein großer Vorteil ist auch die problemlose sowie schnelleReinigung und Wartung, die maximale Produktionszeitenermöglichen.

Röntgeninspektion hat sich beim Erfüllen dieser Verpflichtungen als umfassende und verlässliche Lösung erwiesen. Röntgeninspektionssysteme werden zur Prüfung von gepumpten Produkten, Schüttgütern und zur Endkontrolle an der Produktionslinie eingesetzt, und zwar für eine Vielzahl von in der Lebensmittel-, Pharmaindustrie und den dazugehörigen Industriezweigen verwendeten unterschiedlichen Verpackungsarten.

Die Popularität der Röntgeninspektionstechnologie beruht auf der Vielseitigkeit, Flexibilität und der Genauigkeit beim Erkennen von Fremdkörpern und der Qualitätssicherungsverfahren. Hersteller haben damit ein Instrument zur Sicherstellung der Produktintegrität bei gleichzeitig minimalen falschen Produktausschleusungen, damit werden letztendlich Produktrückrufe vermieden. Nach Angaben von Entscheidungsträgern ist ein solches Maß an Überwachung und Qualitätskontrolle für den Betrieb entscheidend, insbesondere in Hinblick auf den Einfluss und die Auswirkungen der Kundenreaktionen auf einen Produktrückruf.
Einer im Juni 2009 von IBM an Kunden in Lebensmittelgeschäften in zehn der größten Städte der USA durchgeführten Umfrage über Fragen der Lebensmittelsicherheit ergab folgendes:

83% konnten noch nach zwei Jahren den Namen des aufgrund von Verunreinigungen zurückgerufenen Produktes angeben.
49% würden ein aufgrund von Verunreinigungen zurückgerufenes Lebensmittelprodukt wahrscheinlich nicht wieder kaufen.
63% bestätigten, dass sie solange keine Lebensmittelprodukte kaufen, die im Zusammenhang mit einem Verunreinigungsskandal stehen, bis die Ursache der Verunreinigungen gefunden und beseitigt wurde.

Der dringende Bedarf an Sicherheit und Qualität treibt die Röntgentechnologie voran. Es bietet sich daher an, die Röntgentechnologie als ein Instrument zur Produktinspektion ein wenig näher zu beleuchten.

Röntgenstrahlen – mehr als nur Detektion

Die Röntgentechnologie zeichnet sich durch hervorragendes Erkennen von Eisen- und Nichteisenmetallen und Edelstahl aus, aber auch durch die Detektion von anderen Fremdkörpern wie Glas, Metall, Knochen, Steinen, Kunststoffen von hoher Dichte, wie beispielsweise PTFE, und Elastomeren. Zusätzlich können mit Röntgeninspektionssystemen noch eine Vielzahl von Qualitätskontrollen inline durchgeführt werden, beispielsweise Bestimmen der Masse, Zählen von Komponenten, Erkennen fehlender oder beschädigter Produkte, Überwachen des Füllstands, Überprüfen der Produktversiegelung und Beschädigungen an Produkt und Verpackung.

Die außergewöhnliche Erkennungsgenauigkeit von Röntgeninspektionssystemen führt zu einer Steigerung der Produktivität, weil sichergestellt wird, dass die Produkte frei von Verunreinigungen sind und falsche Ausschleusungen und Produktausschuss auf ein Minimum reduziert werden, und dies bei gleichzeitiger maximaler Produktionszeit und Kostensenkung.
Der Vorteil von Röntgeninspektionssystemen ist, dass sie am Ende der Produktionslinie installiert werden und die Inspektion einer Vielzahl unterschiedlicher Produkte mit nur einem System ermöglichen und auf diese Weise Flexibilität und Effizienz bieten. Für die Hochgeschwindigkeitsinspektion ist die Röntgeninspektion ideal geeignet, da, je nach zu prüfendem Produkt, ein Durchsatz von 1500Produkten/min oder bei Schüttgütern 10t/h möglich ist.
In der heutigen Zeit kann man nicht nur behaupten, dass Produktsicherheit und Qualitätskontrolle einen hohen Stellenwert im Unternehmen haben – man muss dies auch belegen. Für die Lebensmittelsicherheit sind sichere und rückführbare Daten unerlässlich. Röntgeninspektionssysteme unterstützen die Hersteller dabei, die nationalen und internationalen Gesetze und Normen, wie zum Beispiel HACCP (Hazard Analysis Critical Control Points), GFSI (Global Food Safety Initiative) und GMP (Good Manufacturing Practice), aber auch die von den Händlern gesetzten Standards, zu erfüllen.
Wichtigstes Merkmal der Röntgeninspektionstechnologie ist unbestreitbar der Nutzen für Lebensmittel- und Arzneimittelhersteller bei der Sicherung von Qualität und Sicherheit, ohne den Durchsatz zu reduzieren. Hersteller, die bereits Röntgeninspektionssysteme eingeführt haben, bestätigen die positiven Auswirkungen des Frühwarnsystems für schnelles Erkennen und Ausschleusen von fehlerhaften Produkten. Ein großer Vorteil ist auch die problemlose Reinigung und Wartung, die maximale Produktionszeiten ermöglichen.
Der Einsatz von Röntgeninspektionssystemen als Instrument der Qualitätskontrolle ist wahrhaft grenzenlos: Erkennen von Produktfehlern, die nicht unbedingt gefährlich, aber ärgerlich sind, wie zum Beispiel fehlende oder beschädigte Schalen einer Blisterpackung, untergewichtige Anteile von Reis in einer Fertigmahlzeit, Beschädigung der Versiegelung eines Wundverbandes oder eines Joghurts, falsche Anzahl von Keksen in einer Verpackung – Röntgeninspektionssysteme sind ein Instrument für die größte Herausforderung überhaupt: Die Produktion von einwandfreien Lebensmitteln und pharmazeutischen Produkten – und zwar jederzeit.
Müssen wir besorgt sein, wenn Lebensmittel mit Röntgenstrahlen bestrahlt werden? Die klare Antwort ist: Nein. Bereits seit 1985 essen Menschen Lebensmittel, die mit Röntgenstrahlen bestrahlt wurden, ohne dass auch nur ein gesundheitliches oder nahrungstechnisches Problem bekannt wurde. Die äußerst geringen Strahlendosen für Lebensmittel sind nicht von Bedeutung. Beim Durchgang durch ein Röntgeninspektionssystem verweilen die Lebensmittel rund 250 ms innerhalb des Röntgenstrahls. Nach dem Durchgang oder Absorbieren des Röntgenstrahls zerfallen diese. Es gibt keine Rückstände von Energie, der Gegenstand ist so inert wie vor der Bestrahlung.
Die Lebensmittel sind nach dem Durchgang durch das Röntgeninspektionssystem so genießbar und lecker wie zuvor. Es bestehen auch keine Sicherheitsfragen, da Röntgenstrahlen während des Prozesses zerfallen. Ebenso sind keine Verluste bei Geschmack, Konsistenz oder Nährwerten zu befürchten: Zwischen röntgenbestrahlten oder nicht bestrahlten Lebensmitteln ist kein Unterschied festzustellen.

Wann bietet sich der Einsatz von Röntgenstrahlen an?

Über den Einsatz des richtigen Produktinspektionssystems für die jeweilige Anwendung bestehen oft Unsicherheiten. Häufig setzen Hersteller Metallsuchgeräte und Röntgeninspektionssysteme gleichzeitig in einer Produktionslinie ein, um so eine äußerst hohe Produktsicherheit und -qualität sicherzustellen. Erfahrungsgemäß bietet – je nach Anwendung – jede Technologie Vorteile.

Eine gute Hilfestellung bei der Entscheidung für den Kauf und den Aufstellungsort eines Systems ist das vorherige Durchführen einer Risikobewertung über mögliche Verunreinigungen und wo diese Verunreinigungen in das Produkt gelangen können. Röntgeninspektionssysteme sind am besten geeignet zur Detektion von dichten Verunreinigungen wie Glas, Metall, Stein, Kunststoffen mit hoher Dichte und Elastomeren. Je nach Aufstellungsort des Röntgeninspektionssystems kommen Pipeline-Systeme für gepumpte Produkte, Schüttgutsysteme für lose Produkte oder Systeme für die Endkontrolle zur Inspektion des fertigen Produktes in Frage.
Traditionell ist der Marktanteil von Röntgeninspektionssystemen im Vergleich zu Metallsuchsystemen geringer. Seit der Markteinführung in den 90er Jahren ist jedoch ein beschleunigtes Wachstum zu verzeichnen, ausgelöst durch die angestiegene Anzahl an Fremdkörpern, wie zum Beispiel nichtmetallischen Teilen, die nicht mit einem Metallsuchsystem erkannt werden können. Darüber hinaus können mit Röntgeninspektionssystemen auch andere Inspektionen durchgeführt werden, einschließlich der Zählung von Einzelteilen, Erkennen von beschädigten Teilen, Bestimmen von Masse und Massezonen, Füllstandkontrolle und Prüfen der Produktversiegelung, außerdem die Prüfung auf Vorhandensein von Zugaben wie beispielsweise Werbemitteln. Dies alles sichert nicht nur die Produktsicherheit, sondern auch die Produktintegrität, insbesondere bei Prüfung am Ende der Produktionslinie.
Darüber hinaus haben Faktoren wie Temperaturschwankungen, Feuchtigkeit und unterschiedliche Verpackungen keine Auswirkungen auf die Erkennungsgenauigkeit von Röntgeninspektionssystemen. Für die Praxis bedeutet dies, dass ein Hersteller Produkte unterschiedlichster Größe und Form produzieren kann und eine vollständige Prüfung aller Produkte mit Hilfe der Röntgeninspektionstechnologie sichergestellt ist.

Fazit: Mit der Röntgeninspektionstechnologie erhalten Hersteller von Lebensmitteln und pharmazeutischen Produkten eine zuverlässige und robuste Technologie, um Produktsicherheit und -integrität gewährleisten zu können. Mit dieser Technologie können kostenbewusste Hersteller mit ihrem guten Markennamen Binnen- und Weltmärkte erschließen.

Die außergewöhnliche Erkennungsgenauigkeit von Röntgeninspektionssystemen führt zueiner Steigerung der Produktivität

Heftausgabe: September 2010
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Über den Autor

Lars Renhed , regionaler Vertriebsleiter, Mettler Toledo Safeline X-ray
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