Magnetgekuppelte Pumpen für hygienische Prozesse

Sauber gepumpt

Pharma
Food
Kosmetik
Chemie
Planer
Betreiber
Einkäufer
Manager

07.11.2017 Die zunehmende Globalisierung und das weltweite Bevölkerungswachstum stellt die Lebensmittel- und Pharmaindustrie in den letzten Jahren vor immer größere Herausforderungen.

Anzeige

Entscheider-Facts für Betreiber

  • Anlagen sollten, vor allem im Nacherhitzerbereich, immer so konstruiert werden, dass sie über jeden hygienischen Zweifel erhaben sind. Gleitringdichtungen sind dabei klassische Bauteile, deren hygienischer Zustand in der Praxis unkontrolliert bleibt – weshalb sie als hygienisch bedenkliche Konstruktionen anzusehen sind, von denen die Gefahr einer Mikroverkeimung ausgehen kann.
  • Magnetgekuppelte Pumpen vermeiden diese Konstruktionsschwäche und erhöhen damit die Produktionssicherheit für Betreiber.
PIC_MKP-Bio_Winkelstaender_001_300dpi_TBS_preview

Als erster Hersteller überhaupt entwickelte das Unternehmen eine Pumpe gemäß der
EHEDG-Richtlinien.
(Bild: CP-Pumpen)

Neben der globalen Konkurrenz und dem damit verbundenen Kostendruck durch mögliche Standortnachteile werden die Anforderungen an die Produktion von Lebensmitteln und Pharmazeutika immer bedeutender. Durch den deutlich einfacheren Zugang zu Informationen haben Verbraucher heute jederzeit die Möglichkeit, sich aktiv über Produkte zu informieren. Zudem berichten diverse Nachrichtendienste in Rekordzeit über aktuelle Lebensmittelskandale und Produktmängel. Dies hat zur Folge, dass Produktionsfehler, Produktrückrufaktionen, etc. sofort wahrgenommen werden. Diese Änderung der Informationsgeschwindigkeit kann Unternehmen hart treffen, da der Konsument meist die Möglichkeit hat, sofort auf Substitutionsprodukte auszuweichen. Prominente Beispiele sind der Fipronil-Skandal 2017 (Insektizid belastete Eier) oder die EHEC-Epidemie 2011 (Darmkeime in Sprossen aus Ägypten).

 

Personal und Prozess entscheidend

Die genannten Beispiele zeigen, dass die Öffentlichkeit und der Verbraucher bezüglich der Qualität der zu konsumierenden Produkte interessiert und sensibilisiert sind. So ist es auch nachvollziehbar, dass der Markt im Wandel ist und Bioprodukte boomen – der Konsument möchte Produkte ohne künstliche Konservierungsmittel. Dies bedeutet im Umkehrschluss: das Herstellen der Produkte muss unter sterilen Bedingungen erfolgen, damit die Ware nicht vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums verdirbt oder sogar gesundheitsschädigende Eigenschaften entwickelt. Neben geschultem und qualifiziertem Personal setzt dies auch aseptische Prozessbedingungen voraus. Produktionsanlagen in der Food- & Pharmaindustrie müssen dabei in Bezug auf Qualität, Reproduzierbarkeit und Sicherheit für Mensch und Produkt sowohl den hohen Ansprüchen der Verbraucher und des Marktes genügen, als auch geltende Gesetze und Verordnungen erfüllen. Darüber hinaus müssen nicht nur im lokalen Markt, sondern auch bei der globalen Vermarktung Eigenschaften wie Aussehen, Farbe, Geruch und Geschmack, etc. erhalten bleiben. Um all dies zu ermöglichen, müssen sich Hersteller und Betreiber von Prozessanlagen und/oder -komponenten (beispielsweise Hygienepumpen) an die Anforderungen und Reglementierungen durch Gesetze, Richtlinien und Verordnungen halten.

 

PIC_MKP-Bio_Laufrad_gross_001_TBS_preview

Edelstahl ist der bevorzugte Werkstoff in der Hygieneindustrie.
(Bilder: CP Pumpen)

Auf den Werkstoff kommt es an

Um den Schutz der Verbraucher zu ermöglichen und die Anlagen sicherer zu machen, orientieren sich Betreiber heutzutage an dem sogenannten Hygienic Design und GMP. Damit verfolgen sie das Ziel, Anlagen und Komponenten so zu konstruieren, dass Verunreinigungen und Mikroorganismen die Lebensmittel oder Pharmazeutika nicht belasten und sie den Produktions- und Reinigungsprozess optimal und sicher betreiben können. Die Liste der möglichen Maßnahmen ist lang; einen guten Überblick geben hier die EHEDG Guidelines. Dort finden Unternehmen unter anderem Anforderungen an die zu verwendenden Materialen (Edelstähle, Elastomere, Kunststoffe, etc.). Denn Edelstahl ist nicht gleich Edelstahl: Gerade in der Pharmazie ist das Rouging ein bekanntes Phänomen. Dabei verursachen Medien wie Reinstwasser und Reinstdampf bei den üblicherweise hohen Betriebstemperaturen auf dem eingesetzten Edelstahl eine flächige Korrosion in Form rötlicher, eisenoxidhaltiger Partikelablagerungen. Darüber hinaus gibt es aber auch noch weitere Einflussfaktoren für Rouging wie CO2, N2, O2 sowie das eingesetzte Sanitisierungsverfahren. Weiterhin sind die Oberflächenbeschaffenheit und die Rauheit des Edelstahls zu beachten. Produktberührte Flächen sollten frei von Mängeln wie Kratzern und Vertiefungen sein und eine Oberflächenrauheit Ra von 0,8 μm aufweisen. Eine Passivierung ist ebenfalls zu empfehlen, da Chloride die Materialen zusätzlich belasten. Halten sich die Anlagen- und Komponentenhersteller an diese Guidelines, steht einer hygienegerechten Produktion und Reinigung (CIP = Cleaning In Place) nichts mehr im Wege.

Heftausgabe: November 2017
Seite:
Anzeige
Rene Grywnow,  Geschäftsführer, CP Pumpen Deutschland

Über den Autor

Rene Grywnow, Geschäftsführer, CP Pumpen Deutschland
Loader-Icon