Um die Kurve gedacht

Schläuche für den Einsatz unter hygienisch anspruchsvollen Bedingungen

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15.10.2012 Werden Absaug- oder Förderschläuche in der chemischen und der Pharmaindustrie eingesetzt, gilt es, zwei Risiken zu vermeiden: zum einen Staubexplosion durch elektrostatische Aufladung und zum anderen die Rückstände von Schlauchabrieb in Tabletten. Die richtige Auswahl des Schlauches ist dabei entscheidend und grundlegend wichtig für die Funktionalität einer gesamten Anlage, an der das Maschinenbauteil Schlauch zum Einsatz kommt.

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Entscheider-Facts Für Betreiber

  • In der chemischen und der pharmazeutischen Industrie sind Hygiene und Sauberkeit im Betrieb immens wichtig. Daher dürfen auch bei Anlagenkomponenten wie Schläuche keine Verunreinigungen, beispielsweise durch Abrieb, im Prozess verursachen.
  • Die Abluft- und Gebläseschläuche werden spiralförmig verschweißt, wobei in der Schlauchwand ein Federstahldraht eingebettet ist, und eignen sich für Feststoffe wie Stäube, Pulver, Späne oder Fasern.
  • Die Förderschläuche sind innen glatt, axial steif und trotzdem flexibel, haben geringeres Gewicht und sind beständig gegen Chemikalien, Hydrolyse, Mikroben oder Ozon.

Die Pharmaindustrie wird immer anspruchsvoller und zukunftsstrebender – und stellt diesen Anspruch auch an die Maschinenbauteile, die in der Produktion von Medikamenten eingesetzt werden. Ein reibungsloser und risikofreier Ablauf während der Produktion ist dabei ein notwendiger Faktor, auf den kein Phar-
ma­unternehmen verzichten kann. Das Maschinenbauteil Schlauch ist in dieser Industrie ein wichtiger Bestandteil. Schlauchabrieb als Rückstand in pharmazeutischen Produkten oder Staubexplosionen durch elektrostatische Aufladung in Absaug- und Förderschläuchen sind als Risiken sicher zu vermeiden.

Entscheidend bei der Wahl des passenden Absaug- oder Förderschlauches ist das Material, aus dem dieser gefertigt wird. Wichtige Eigenschaften beim Schlaucheinsatz, beispielsweise an Tablettenpressen, ist die hohe Abriebfestigkeit und Ableitfähigkeit. So finden zum Beispiel die Schläuche eines Gelsenkirchener Schlauchherstellers ihren Einsatz an Tablettiermaschinen. Die Absaug-, Gebläse- und Förderschläuche Protape PUR 330 MHF, Airduc PUR 355 MHF und Airduc PUR-Inox 355 MHF werden aus Ether-Polyurethan gefertigt. Die Vorteile des Werkstoffes Ether-Polyurethan sind, dass er FDA-konform ist und zudem einen geringen Abrieb zwischen 27 und 31 mm3 hat; damit ist das Risiko der Produktverschmutzung während der Produktion minimal.

Zudem werden im Tablettierbereich besonders feinkörnige Feststoffe verarbeitet – die Gefahr von Staubexplosionen besteht. Ableitfähige Schläuche eignen sich daher besonders gut. Zudem verhindert die Ableitung von elektrostatischer Aufladung, dass die Feststoffteilchen auf der Schlauchinnenwand anhaften und den Querschnitt verengen können. So lässt sich mittelfristig eine Störung des Förderprozesses verhindern.

Hygienisch hohe Anforderungen erfüllt

In der Pharmaindustrie sind Sauberkeit und Hygiene oberstes Gebot. So müssen insbesondere Tablettenpressen intensiv gereinigt werden – ein Einsatz, für den sich die Absaug- und Förderschläuche eines Herstellers besonders gut eignen. Im besten Falle in Kombination mit einer Reinigungsdüse. Durch Die Schläuche werden häufig die Wirkmischungen zum Beispiel mithilfe eines Saugförderers aus mobilen Containern in die Tablettenpresse gefördert. Außerdem kommen sie beim Abtransport der tablettierten Produkte zum Einsatz.

Die Absaug- und Gebläseschläuche haben sich beispielsweise bereits im Einsatz an Tablettenpressen bewährt. So konnten sie in der Anwendung an Vakuum-Absaugvorrichtungen angeschlossen werden und stellen die Verbindung zwischen Absaugvorrichtung und Tablettierkammer her. Stäube, die in einer Tablettierkammer beim Verpressen der Wirkstoffe entstehen, lassen sich dadurch kontinuierlich entfernen.

Der Protape PUR 330 MHF ist ein Absaug- und Gebläseschlauch mit spezieller Eignung für Feststoffe wie Stäube, Pulver, Späne oder Fasern. Der Folienschlauch wird aus einem glatten Band, bestehend aus Ether-Polyurethan, gefertigt. Das Bandmaterial wird spiralförmig verschweißt, wobei in der Schlauchwand ein Federstahldraht eingebettet ist. Über die Erdung des Drahtes wird der Schlauch ableitfähig gemäß der TRBS 2153 (ehemals BGR 132). Eine weitere spezifische Eigenschaft ist die axiale Stauchbarkeit von 3:1.

Der hochflexible Schlauch hat eine Wandstärke von 0,6 mm und ist je nach gewünschtem Durchmesser in Standardlängen von 10 und 15 m lieferbar, spezifische Längen sind auf Kundenwunsch möglich. Der Schlauch ist frei von Halogenen und Weichmachern und kann bei Temperaturen im Bereich von ca. -40 bis 90 °C, kurzzeitig bis ca. 125°C, problemlos eingesetzt werden. Die Resistenz des Schlauches gegenüber Chemikalien, UV-Strahlung und Ozon prädestinieren ihn für den Einsatz in der chemischen und pharmazeutischen Industrie. Der Schlauch ist geschmacks- und geruchsneutral und beständig gegen Mikroben und Hydrolyse.

Glatte Innenseite und axiale Steifheit

Auch der Airduc PUR 355 MHF und der Airduc PUR-Inox 355 MHF werden aus Ether-Polyurethan gefertigt. Wie bei den Absaug- und Gebläseschläuchen kommt der FDA-konforme Werkstoff zum Einsatz. Damit bieten die Absaug- und Förderschläuche dem Anwender die gleichen Eigenschaften bezogen auf den Temperaturbereich während des Einsatzes und die Beständigkeit gegenüber Chemikalien, Hydrolyse, Mikroben oder Ozon. Der grundlegende Unterschied liegt in der Konstruktion der Schläuche: Der Draht zur Ableitung von elektrostatischer Aufladung wird verdreh- und verschiebefest in die 1,5 mm dicke Schlauchwand eingegossen. Für die Fertigung des Airduc PUR 355 MHF arbeitet der Hersteller mit einem herkömmlichen Federstahldraht, beim Airduc PUR-Inox 355 MHF wird ein Edelstahldraht (Inox) eingegossen. Auch diese Schläuche sind in Standardlängen erhältlich.

Die Absaug- und Förderschläuche sind innen glatt, axial steif und trotzdem flexibel. Im Vergleich zu ähnlichen und marktüblichen Gummischläuchen haben sie ein geringeres Gewicht. Der Hersteller bietet seinen Kunden zusätzlich an, die Konstruktion und die Eigenschaften des Schlauches gezielt an ihre Bedürfnisse anzupassen: Dazu zählen Glätte der Schlauchinnenfläche, die Wandstärke an primären Verschleißstellen oder die strömungstechnische Optimierung der Profilform.
Abriebfeste Schläuche aus Ether-Polyurethan eignen sich demnach sehr gut für die anspruchsvollen Absaug- und Förderaufgaben in der Pharmaindustrie und lassen sich in verschiedenen Bereichen einsetzen.

 

Heftausgabe: Oktober 2012
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Burkhard Mollen, Geschäftsführer Norres Schlauchtechnik

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Burkhard Mollen, Geschäftsführer Norres Schlauchtechnik
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