Schlaue Nummer macht Fälschern Kummer

Serialisieren – Ohne Auto-ID läuft nichts in der intelligenten Fabrik

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05.06.2015 Willkommen im Industriezeitalter 4.0! Hier geht es um mehr als nur das maximale Verkabeln der Produktion. Es geht um die intelligente Fabrik: Alle Produktionseinheiten und natürlich auch die Rohstoffe und später die Produkte sollen jederzeit eindeutig zu adressieren und zu identifizieren sein.

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Entscheider-Facts für Betreiber

  • Kopfschmerztabletten, Potenzmittel, Beta-Blocker - kein Medikament ist vor Fälschern sicher. Bis zu 41 Prozent der weltweit verbreiteten Medikamente sind gefälscht.
  • Eine Maßnahme der Europäischen Union im Kampf gegen Fälscher und für mehr Patientensicherheit ist die Richtlinie 2011/62/EU.
  • Demnach sollen Pharmaunternehmen bis 2018 alle verschreibungspflichtigen und einzelne verschreibungsfreie Medikamente serialisieren und somit rückverfolgbar und eindeutig identifizierbar machen.

Am Ende steht das Ziel, dass sie sich miteinander abstimmen und sogar voneinander lernen können – per Kabel oder per Funk. Daten über physische Objekte sind in Echtzeit erhältlich und in dynamischen Informationsnetzwerken gespeichert. Durch das Vernetzen im Sinne von Industrie 4.0 sinken für die Unternehmen Stückpreise, Rüstkosten und Ressourcenverbrauch; die Produktivität steigt. Für die Patienten entsteht zusätzliche Sicherheit: Alles ist durchgängig zurückzuverfolgen und transparent. Betreiber können Fehler frühzeitig erkennen und die Qualität steigt. Damit Produkte und Fertigungsmittel eindeutig zu identifizieren sind, bietet die Kennzeichnungstechnik die notwendigen Technologien. „Sie wird dadurch zu einem Wegbereiter, einer ‚Enabling Technology‘“, erläutert Kurt Hoppen, Prokurist und Mitglied der Geschäftsleitung des Kennzeichnungsanbieters Bluhm Systeme. „Mithilfe verschiedener Datenträger – Barcodes, Dotcodes (Datamatrix, QR-Code) und RFID-Technik („Radio Frequency Identification“) – lassen sich Produkte individualisieren, Informationen speichern, Prozesse dokumentieren und sogar Maschinen steuern.“

Gut und günstig: Datamatrix-Codes

Auch die Pharmaindustrie macht sich dies zu Nutze. Um Fälschern das Handwerk zu legen und mehr Sicherheit für Patienten zu schaffen, sollen Hersteller gemäß der EU-Richtlinie 2011/62/EU bis 2018 alle verschreibungspflichtigen und einzelne verschreibungsfreie Medikamente individualisiert und als Original kennzeichnen. Jede Verpackung soll neben der Pharmacy-Product-Number (PPN) beziehungsweise der National Trade Item Number (NTIN) eine weltweit einmalige, randomisierte Seriennummer erhalten, die ein eindeutiges, weil nur einmal existentes, Identifikationsmerkmal darstellt. Die Daten werden dann in einer Datenbank hinterlegt. An jeder Station in der Produktions- und Lieferkette, die das Produkt mit dem serialisierten Code passiert, speichert das System Informationen zu der entsprechenden Warenbewegung. Geht ein Medikament schließlich über den Ladentisch, scannt der Apotheker den Code, verifiziert so das Produkt und „bucht“ gleichzeitig die Verpackung aus.

Heftausgabe: Juni 2015
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Über den Autor

Selma Kürten-Kreibohm, Redakteurin bei Bluhm Systeme
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