CIP-fähige Hygienepumpe mit Magnetkupplung

Sichere Kombination

17.02.2007 Ausgehend von den hohen Anforderungen in der Hygieneprozessindustrie ist eine Magnetkupplungspumpe für Anwendungen entwickelt worden, die ein hohes Maß an Reinigbarkeit und Sicherheit erfordern. Die Baureihe SLM CIP entspricht den internationalen Ansprüchen an eine lebensmittelgerechte Konstruktion und weist ein gutes Reinigungsverhalten auf.

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Die Baureihe besitzt das EHEDG-Zertifikat. Ferner entspricht sie den Atex-Richtlinen und erfüllt damit die Vorschriften der EG-Richtlinie 94/9/EG. Die Konformität bezieht sich auf die Gerätegruppe II, Kategorie 2, Schutz durch konstruktive Sicherheit „c“ und die Temperaturklassen T3 und T4.

Im Gegensatz zur Gleitringdichtungspumpe existiert bei der Magnetkupplungspumpe keine Wellendurchführung zur Hydraulik. Die Magnetkupplung ist absolut leckagefrei sowie druck- und vakuumfest. Die Anpassung des erforderlichen Übertragungsmomentes an die jeweiligen Einsatzbedingungen erfolgt durch Variieren der Magnetlängen.

Aseptisch und dicht

Pumpen der Baureihe SLM CIP erfordern die Anordnung einer hydrodynamischen Gleitlagerung im Produktraum. Zur Schmierung des Gleitlagers, das aus reinem, gesinterten Siliziumcarbid besteht, wird ein Teilstrom vom eigentlichen Förderstrom abgezweigt. Über die Längsbohrung im Magnetträger wird unmittelbar nach dem Einschalten der Pumpe der Spalttopfraum, der die Pumpenhydraulik leckagefrei abdichtet, evakuiert und die Zirkulation des Teilstromes sichergestellt.

Im Bereich dieser Gleitlagerbuchse besitzt der Magnetträger eine lebensmittelgerechte Beschichtung, die einen wartungsfreien Betrieb der Pumpe gewährleistet. Die Belastung des Gleitlagers durch den Achsschub ist konstruktiv durch ein optimales Design des Laufrades auf einen minimalen Wert reduziert.
Alle produktberührten Edelstahl-Oberflächen sind elektropoliert und damit leicht zu reinigen. Die vertikale Aufstellung ermöglicht die Selbstentleerung der Pumpe über den Saugstutzen, da alle waagerechten Flächen im Inneren der Pumpe eine Neigung von mindestens 3° aufweisen. Das tiefgezogene Gehäuse bietet eine Vielzahl von Flansch-Ausführungen zum Anschluss an das Rohrleitungssystem.
Die Abdichtung des Hydraulikraumes, die erforderlich ist, erfolgt mit Hilfe von FDA-konformen Runddichtringen, wobei das Design dieser Abdichtungen sich strend an den Vorgaben der EHEDG orientiert: Die Abdichtung erfolgt in unmittelbarer Nähe der Flüssigkeit, so dass Spalte, in denen sich unerwünschte Keime und Bakterien einnisten könnten, vermieden werden.

Ausgeklügeltes Sicherheitskonzept

Ein besonderer Sicherheitsaspekt ist in die Motorlaterne integriert worden. Im Fall eines Wälzlagerschadens des Antriebmotors erfolgt zwangsläufig eine Auslenkung des äußeren Magnetrotors. Dadurch wird eine so genannte Anlaufzone in der Motorlaterne berührt. Die mechanische Leistungsaufnahme des Motors steigt aufgrund der defekten Wälzlagerung und dieser Berührung merklich an. Ein optionaler Motorlastwächter schaltet in diesem Fall die Pumpe ab, so dass der Spalttopf vor Beschädigung durch den ausgelenkten Magnetrotor geschützt wird.

Auch an die Wartungsfreundlichkeit wurde bei der Konstruktion der Baureihe SLM CIP gedacht: Die Gestaltung dieser Magnetkupplungspumpe ermöglicht auch bei produktgefüllter Hydraulik einen eventuell notwendigen Wechsel des Antriebmotors. Selbst das Pumpengehäuse kann gegebenenfalls demontiert werden, ohne dass die Pumpe dafür komplett zerlegt oder aus der Anlage ausgebaut werden muss. Weitere Merkmale sind

  • maximale Fördermenge 35m³/h, maximale Förderhöhe 60m;
  • Temperaturbereich: –40 bis 150°C;
  • Auslegung: PN10 bei 120°C;
  • variable Flanschanschlüsse, je nach Betreibervorgabe;
  • optional Chemie-Ausführung, zum Beispiel für Multi-purpose-Anlagen.

Heftausgabe: Februar 2007
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Über den Autor

Thorsten Mielke , Konstruktionsingenieur, Klaus Union
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