Kontinuierliche Produktion

Siemens und GEA gehen Partnerschaft ein

11.01.2017 Siemens und GEA haben eine Partnerschaft angekündigt, um kontinuierliche Produktionsverfahren (Continuous Manufacturing) in der Pharma- und Life-Science-Industrie voranzubringen.

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Siemens und GEA gehen Partnerschaft ein

Im Zuge ihrer Kooperation kombinieren GEA und Siemens Tablettierungslinie und PAT-Software. (Bild: GEA)

Im Zentrum der Kooperation steht eine integrierte Produktionslinie zur kontinuierlichen Herstellung von Tabletten. Die Zusammenarbeit soll die Qualität und Kosteneffizienz in der Produktion erhöhen und Risiken bei Projekten senken. Kunden profitieren laut Unternehmen insbesondere durch die Integration von Technologien, Expertise und Services der beiden Unternehmen. Hierfür kombinieren die Partner GEAs Consigma-Plattform mit Automations- und Industrie-IT-Lösungen von Siemens – einschließlich der Process Analytical Technology-Software Simatic Sipat. Zusammen ermöglichen die Technologien sowohl die Nassgranulation als auch die Direktkompression in einer Standardlösung für die kontinuierliche Tablettenherstellung in der Pharma- und Life Science-Industrie.

„Das Verschmelzen unserer innovativen kontinuierlichen Produktions-Technologien mit den Automationssystemen von Siemens ermöglicht es uns, das Pharmaceutical Quality for the 21st Century-Programm der US-amerikanischen Food and Drug Administration weiterhin zu unterstützen. Dadurch können wir Pharmaunternehmen helfen, kontinuierliche Produktionsverfahren einzusetzen und ihre Produktions-Infrastruktur zu modernisieren.”, erklärt Frans Maas, Vice President, APC Pharma Solids, GEA. „Unsere kombinierte Erfahrung und Expertise wird Pharma-Unternehmen auf ihrem Weg hin zu einer kontiniuerlichen Produktion signifikant unterstützen.“

„Der Einsatz von kontinuierlichen Produktions- und Prozessanalyse-Technologien ist ein wesentlicher Hebel, um Quality by Design im gesamten Produkt-Lebenszyklus zu verankern – von der Forschung und Entwickung bis zur Produktion. Das Ziel ist es, noch sicherere Medikamente effizienter und kostengünstiger herzustellen.“, ergänzt Hartmut Klocker, Vice President Market Development Board Pharma, Siemens AG.

Von Kleinstmengen bis Produktionsvolumina

Die kontinuierliche Tablettierungslinie (CTL) ist eine Mehrzweck-Plattform, die darauf ausgelegt wurde, in einer Einheit aus Pulver beschichtete Tabletten herzustellen – in Kleinmengen für die Entwicklung, Pilotphase und klinische Studien ebenso wie Produktionsvolumina. Das System können Anwender für das Dosieren und das Mischen von Rohstoffen, für die Nass- oder trockene Granulation, für die Trocknung (Kühlung für die Schmelzgranulation), die Tablettierung, die Beschichtung und die Qualitätskontrolle in nur einer Linie konfigurieren. Vom Pulver bis zur beschichteten Tablette: Die CTL ermöglicht Pharmaunternehmen die kontinuierliche Herstellung oraler Medikamente. Durch die Reduktion der Entwicklungszeit und des Einsatzes von Rohmaterialien (API / Active Pharmaceutical Ingredients – Pharmazeutische Wirkstoffe) können Betreiber die Prozess- und Energiekosten mit dieser Technologie senken und gleichzeitig die Qualität und die Effizienz der Produktion steigen.

Simatic Sipat ist eine skalierbare und modulare Softwarelösung, die Unternehmen im Rahmen eines Quality-by-Design-Ansatzes den stufenweisen Ausbau einer PAT(Process Analytical Technology)-basierten Strategie ermöglicht. Mit PAT lässt sich der Produktentwicklungs- und Produktionsprozess überwachen, steuern und optimieren, indem qualitätsrelevante Attribute des Endprodukts in Echtzeit gemessen und berechnet werden. Zudem lassen sich Endkontrollen durch Freigabeprüfungen in Echtzeit (Real Time Release Testing) reduzieren oder ganz vermeiden.

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